Sicherheit kennt keine Grenzen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist eine alarmierende Entwicklung: von 2010 bis 2018, innerhalb von nur acht Jahren, stieg die Anzahl der körperlichen Übergriffe auf Mitarbeiter der DB um fast das Vierfache. 2 624 Attacken im letzten Jahr markieren den vorläufigen Höhepunkt einer Gewaltspirale, die dringend gestoppt werden muss.

Dies gilt umso mehr, als die Statistik nur die gemeldeten Gewaltdelikte beim Marktführer anzeigt. Sie enthält weder nicht gemeldete Ereignisse, noch Angriffe auf Beschäftigte der Wettbewerbsbahnen oder verbale Übergriffe. Vieles bleibt also verborgen, die Dunkelziffer, so steht zu befürchten, ist hoch.

Die GDL hat sich den Schutz des Zugpersonals vor Gewalt und belastenden Ereignissen seit jeher auf die Fahnen geschrieben. Schon 2016 ging sie den Ursachen und Auswirkungen der Gewalt mit einer großangelegten Umfrage auf den Grund, weckte bei Arbeitgebern, Verkehrsträgern und der Öffentlichkeit ein vertieftes Bewusstsein für die Problematik und erwirkte zahlreiche Verbesserungen. Nun ist es wieder an der Zeit zu handeln. Seit dem 1. Mai ist die neu aufgelegte bundesweite GDL-Umfrage „Mit Sicherheit“ scharfgeschaltet. Im Gegensatz zur letzten Erhebung könnten diesmal alle Eisenbahner daran teilnehmen. Ob GDL-Mitglied oder nicht: Sicherheit kennt keine gewerkschaftlichen Grenzen. Ich freue mich über jeden, der sich die Zeit zur Beantwortung der Fragen nimmt, denn diese maximal 30 Minuten sind eine hervorragende Investition in die eigene Sicherheit und die aller Kollegen. Mehr dazu im Leitartikel auf den Seiten 4 bis 6.

Für Freude sorgt unser Abschneiden bei den Aufsichtsratswahlen der DB Regio ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB). Die GDL erzielte dort einen klaren Wahlsieg, stellt nun erneut das Arbeitnehmermandat im Aufsichtsrat des Unternehmens und setzte zugleich ein erstes kräftiges Ausrufezeichen im Hinblick auf die Aufsichtsratswahlen im DB-Konzern Anfang nächsten Jahres. Ein gelungener Auftakt!

Die Bilanz 2018 der DB sieht hingegen durchwachsen aus. Zwar hat der Personenverkehr, insbesondere DB Fernverkehr zugelegt. Auch der Konzernumsatz ist gestiegen. Der Gewinn ist jedoch gesunken – und zwar wegen der Sparangebote im Fernverkehr und weil es bei DB Cargo zappenduster aussieht. Das Geschäft macht die Konkurrenz. Der Verkehr auf der Schiene wächst somit – und das auf einer seit Jahrzehnten vernachlässigten Infrastruktur. Es wird immer enger. Massive Verspätungen und Zugausfälle sind an der Tagesordnung. Was getan werden muss, damit die Züge wieder rollen, lesen Sie auf S. 10.
Claus Weselsky

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