Geschichte

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist die älteste Berufsgewerkschaft Deutschlands. Mit knapp 40.000 Mitgliedern organisiert sie drei Viertel der Lokomotivführer sowie 40 Prozent der Zugbegleiter und Bordgastronomen in Deutschland. Seit 2020 übernimmt sie Verantwortung für weitere Berufsgruppen des Eisenbahnsystems.


Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer - Die Gewerkschaft für das gesamte direkte Personal im System Eisenbahn


1867 - Gründung Verein Deutscher Lokomotivführer (VDL)

1867 - Gründung Verein Deutscher Lokomotivführer (VDL)

Bild v.l.o.n.r.u.: X. Sperl, F.Schirmer, C. Maass, J. Scotti

Unter dem Leitgedanken „Hilfe zur Selbsthilfe“ gründeten F. Schirmer, J. Scotti und C. Maaß den Verein Deutscher Lokomotivführer (VDL). Ziel war es, die mangelhafte Altersversorgung der Lokomotivführer durch die Schaffung einer Hilfskasse zu verbessern. Daneben stärkte der Verein das Zusammengehörigkeitsgefühl der Lokomotivführer, forderte Arbeitsentlastungen und setzte sich für mehr Sicherheit im Eisenbahnverkehr ein.

 

1919 - VDL wird GDL

Der VDL wird zur Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer.

1937 - Zerschlagung der Gewerkschaften

Da in Nazideutschland für Gewerkschaften kein Platz mehr war, wurde die GDL trotz starken Widerstands gegen den Verlust der Selbständigkeit zerschlagen.

1946/47 - Neugründungen von Ortsgruppen

Nach dem Ende des Dritten Reiches kam es in den westlichen Besatzungszonen zu ersten Wiedergründungen von GDL-Ortsgruppen.

1949/50 - Beitritt zum dbb

Auf der ersten Generalversammlung der GDL nach Kriegsende 1949 wurde der Beitritt zum Deutschen Beamtenbund (dbb) gefasst. Dieser wurde im März 1950 vollzogen.

1990 - Wiedergründung in der DDR

In der damaligen DDR wurde die GDL-DDR als erste freie Gewerkschaft wiedergegründet.

1991 - Wiedervereinigung von GDL Ost und West

Vereinigung der beiden Lokomotivführergewerkschaften in Ost und West zur gesamtdeutschen GDL.

2002 - GDL erlangt Autonomie im Tarifbereich

Die GDL verhinderte die, von der damaligen Transnet und GDBA bereits unterschriebenen, Regio-Ergänzungstarifverträge. Dadurch legte sie den Grundstein zur Eigenständigkeit im Tarifbereich.

2006 - Tarifverträge für das Zugpersonal

Beschluss der Generalversammlung in Fulda, Tarifverträge für das Zugpersonal abzuschließen und Entwicklung des Fahrpersonaltarifvertrags.

2007/08 - mit dem LfTV wird die GDL zum eigenständigen Tarifpartner

Die GDL erkämpfte den Lokomotivführertarifvertrag (LfTV) bei der DB und sicherte damit ihr Recht als eigenständiger Tarifpartner.

2010/11 - GDL entwickelt BuRa-LfTV

Um den Wettbewerb über die Lohnkosten im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zu beenden, entwickelte die GDL den Bundes-Rahmenl-Lokomotivführertarifvertrag (BuRa-LfTV). Der dazugehörige Tarifvertrag zum Personalübergang im SPNV schützt die GDL-Mitglieder vor Arbeitslosigkeit und Lohneinbußen bei Streckenverlust. Im weiteren Verlauf erfolgte die Verankerung des BuRa-LfTV auch bei den Wettbewerbsbahnen.

2012 - Beschluss eines Flächentarifvertrags

Auf der Bonner Generalversammlung beschloss die GDL die Schaffung eines Flächentarifvertrags für das Zugpersonal, um auch dort den Wettbewerb über die Personalkosten zu beenden.

2014/2015 -BuRa-Zug TV mit DB und Wettbewerbsbahnen

Abschluss des Bundesrahmentarifvertrags für das Zugpersonal (BuRa-Zug TV) mit der DB. Die GDL erhielt damit das Recht auf die eigenständige Tarifierung ihrer Mitglieder des Zugpersonals. Seit 2015 Verankerung des BuRa-Zug TV in den Wettbewerbsbahnen.

2016/17 -verbesserte Arbeitsbedingungen für Zugpersonal bei der DB durchgesetzt

Unter dem Motto „Mehr Plan, mehr Leben“ setzte die GDL bei der DB verbesserte Arbeitszeit- und Ruhezeitregelungen und eine verbindliche Schichtplanung für das Zugpersonal durch. Dadurch erreichte sie eine verlässliche Planung der Freizeit, die bessere soziale Einbindung der Beschäftigten und die Erhöhung der Attraktivität der Berufe des Zugpersonals.

2018 - Regelungen auch für Wettbewerbsbahnen

Die GDL treibt die Anwendung dieser Regelungen weiterhin bei den Wettbewerbsbahnen voran.

2020 - GDL vertritt gesamtes direktes Eisenbahnpersonal

Die GDL übernimmt die Verantwortung für das gesamte direkte Personal im Eisenbahnsystem und bietet weiteren Berufsgruppen eine gewerkschaftliche Heimat.

2021 - Tarifvertrag für Eisenbahner mit DB und Wettbewerbsbahnen

Die GDL schloss mit der DB für viele Unternehmen einen Tarifvertrag für die Eisenbahner, erstmals ohne Einschränkung der Berufsgruppen. Auch in zahlreichen Wettbewerbsbahnen tarifierte sie alle Eisenbahner.