Erfurter Bahn, Süd-Thüringen-Bahn

Erste Runde, erster Ärger

In den Tarifverhandlungen mit der Erfurter Bahn und der Süd-Thüringen-Bahn schienen einige Forderungen der GDL zuächst einigungsfähig, doch dann kam es im Hinblick auf das Entgelt zu Differenzen. Um eine Eskalation zu vermeiden, sollten die Arbeitgeber ihre Haltung überdenken und auf die GDL zugehen.

Am 28. März 2024 eröffneten die GDL und die Erfurter Bahn (EB) sowie die Süd-Thüringen-Bahn (STB) die Tarifverhandlungen. Nachdem der erste Teil der Verhandlungen wie bei vielen anderen Tarifpartnern der GDL konstruktiv verlief, gab es im zweiten Teil Ärger.

Der Arbeitgeber bot zwar die geforderte Absenkung der Arbeitszeit schrittweise bis zur 35-Stunden-Woche an. Dieses Angebot war einigungsfähig. Auch die Erhöhung der dynamisierten Zulagen und das Angebot auf die Gewährung der Inflationsausgleichprämie von in Summe 3.000 Euro für Vollzeitarbeitnehmer wäre schnell geeinigt. Nicht einigungsfähig war dagegen das Entgeltangebot. Es sollte zwar um zweimal 210 Euro (420 Euro in Summe) steigen und das entspricht nahezu den Tarifabschlüssen der GDL bei anderen Unternehmen. Bei der EB und der STB ist aber zu berücksichtigen, dass der Arbeitgeber einer anderen Truppe die von der GDL im Jahr 2018 erstreikten Vergütungshöhen mittlerweile über das Niveau der GDL-Tarifverträge hinaus aufgebessert hat. Wer so viel Energie verwendet, um einen Keil zwischen Belegschaft und ihre Gewerkschaft zu treiben, muss sich mit einem deutlichen Tarifabschluss für seine Mitarbeiter bekennen.


Nach der drehbuchgerecht vorgetragenen Empörung der Arbeitgeberseite endeten die Tarifverhandlungen recht abrupt. Die Arbeitgeberseite wollte zudem darüber nachdenken, ob angesichts der Positionierung der GDL die Angebote des ersten Teils der Tarifverhandlungen überhaupt aufrechterhalten werden können. Das wäre eine neue Provokation, die recht leichtsinnig nach einer Antwort sucht.
Die Tarifverhandlungen werden am 23. April in Erfurt fortgesetzt. Sollten EB und STB weiteren Ärger bestellen, wäre die GDL gezwungen, die Zügel anzuziehen und zu liefern. Ein solches Verhalten auf Arbeitgeberseite ist ein heikles Spiel und man kann diesen Arbeitgebern nur wünschen, dass die Zeit bis zur nächsten Verhandlungsrunde für eine Aufbesserung des Angebotes genutzt wird.

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