Rostocker Straßenbahn AG

Arbeitgeber muss nachbessern!

Zu wenig, zu spät – dies ist die einstimmige Bewertung der Tarifkommission der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) zum ersten Angebot der Arbeitgeberseite. Dieses hat die GDL in der zweiten, rund vierstündigen Verhandlungsrunde am 16. Mai 2019 in Rostock erhalten.

Zwar kann sich die RSAG eine allgemeine Entgelterhöhung analog des Marktführers vorstellen. Jedoch sollen die strukturellen Verbesserungen der Entgelttabellen der Lokomotivführer erst am 1. Juli 2021 wirksam werden, also satte zwei Jahre später als bei der Deutschen Bahn. Bei den steuerfreien Zulagen für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sollen die marktüblichen Werte noch nicht einmal am Ende der avisierten Laufzeit erreicht werden. Bei den Kollegen mit zusätzlicher Mehrfachqualifizierung sieht der Arbeitgeber darüber hinaus kaum Änderungsbedarf. Hier sei lediglich eine marginale Zulage sachgerecht, die zudem nur bei Schichtänderung gewährt werden soll.

Beim Thema „Wahlmodell“ für mehr Urlaub ist eine Lösung nicht in Sicht. Die Vorstellungen liegen hier noch sehr weit auseinander. Auch bei der Verbesserung bei Rufbereitschaftsschichten ist eine Einigung noch nicht am Horizont zu erkennen. Den Beitritt zur Gemeinsamen Einrichtung für soziale Zwecke lehnt der Arbeitgeber ebenfalls ab. Das Gesamtpaket soll überdies noch mit einer Laufzeit bis Ende 2021 versehen werden, wobei jedem klar ist, dass die Tarifverträge mit der DB im Frühjahr 2021 auslaufen.

Die RSAG muss spürbar nachbessern. Die GDL hat ihre Hausaufgaben gemacht und dem Arbeitgeber Lösungsvorschläge mit auf dem Weg gegeben. Es liegt also in der Hand der RSAG, dass die Abschlussrunde am 7. Juni 2019 in Rostock ein Erfolg wird. Die GDL wird die Arbeitgeberseite daran messen, ob ihr die Wertschätzung der Arbeitnehmer der RSAG am Herzen liegt, oder ob es nur Lippenbekenntnisse sind!

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