Saarbahn verweigert tragfähige Einigung
GDL leitet Urabstimmung ein
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird bei der Saarbahn die Urabstimmung einleiten und erste Streikmaßnahmen vorbereiten. Hintergrund ist die anhaltende Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite in den laufenden Tarifverhandlungen.
In der zweiten Verhandlungsrunde hat die Arbeitgeberseite die Gespräche bereits eine Stunde vor dem regulären Ende verlassen und die Verhandlungen damit faktisch abgebrochen. Gleichzeitig weigern sich Saarbahn und Kommunaler Arbeitgeberverband Saar, vergleichbare und für alle Seiten tragfähige tarifliche Konditionen anzuerkennen, wie sie mit zahlreichen anderen Tarifpartnern längst vereinbart werden konnten.
Für die GDL ist dieses Verhalten nicht nachvollziehbar. Während in nahezu allen Teilen des Wettbewerbsmarktes auskömmliche Abschlüsse gefunden wurden, steuern die Verantwortlichen im Saarland sehenden Auges auf einen unnötigen Konflikt zu, der Beschäftigte und Fahrgäste belasten wird.
Die GDL bewertet dieses Vorgehen als bewusste Eskalation. Statt eine sachgerechte Lösung am Verhandlungstisch zu ermöglichen, setzt die Arbeitgeberseite auf Verweigerung und Konfrontation. Damit treiben sie die Beschäftigten in eine Auseinandersetzung, die vermeidbar wäre.
Die GDL erkennt darin eine Parallele zum Tarifkonflikt um den TV-N Saar, in dem bereits eine andere Gewerkschaft durch dieselbe Haltung in den Streik gedrängt wurde. Auch im Fall der Saarbahn gilt: Die Kolleginnen und Kollegen bei der Saarbahn sind entschlossen und hoch motiviert. Schon in früheren Tarifauseinandersetzungen haben sie Geschlossenheit und Durchhaltevermögen bewiesen. Die GDL wird nun die notwendigen Schritte einleiten, um den berechtigten Interessen ihrer Mitglieder Nachdruck zu verleihen.
Lars Jedinat, stellvertretender Bundesvorsitzender der GDL:
„Wer die Verhandlungen vorzeitig verlässt und sich tragfähigen Konditionen verweigert, will keinen Abschluss, sondern den Konflikt. Saarbahn und KAV Saar provozieren damit völlig unnötig einen Tarifkampf, obwohl längst absehbar ist, dass auch hier eine vernünftige Einigung möglich wäre. Die GDL lässt sich in dieser Frage nicht verbiegen. Wenn die Arbeitgeberseite weiter auf Verweigerung setzt, werden unsere Mitglieder die passende Antwort geben.“
