DB Fernverkehr AG
Bremsprobe gestrichen, Zugchef abgewertet?
Die DB Fernverkehr AG will neuen Zugchefs (Zugführer) die Bremsprobeberechtigung nicht mehr vermitteln. Damit fällt eine zentrale Qualifikation weg und mit ihr ein Kernstück des technischen Know-hows, das diesen Beruf ausmacht. Für uns als GDL ist klar: Das ist kein Detail der Ausbildungsplanung, sondern ein Angriff auf Sicherheit, Beruf, Qualifikation und Entgelt. Zugchef heißt Verantwortung, nicht nur Service.
Mit den geplanten Maßnahmen greift der Arbeitgeber tief in dieses Fachwissen ein und degradiert einen stolzen Eisenbahnberuf zur reinen Servicetätigkeit. Dabei gehören Druckluft-, Magnetschienen- und Wirbelstrombremsen zum A und O im Eisenbahnwesen. Wer hier nach dem Motto „Wer bremst, verliert.“ spart, hat schon verloren, und zwar an Sicherheit.
Wenn es darauf ankommt, muss jeder Handgriff sitzen
Gerade in Störungssituationen ist gut ausgebildetes Zugpersonal unverzichtbar. Allein die Frage, wie eine Rollprobe auf freier Strecke durchgeführt werden soll, wenn niemand mehr die Berechtigung dazu hat, zeigt, wie unausgegoren dieser Plan ist. Am Ende drohen längere Standzeiten, zusätzliche Verspätungen und mehr Druck auf die Kolleginnen und Kollegen im Führerstand.
Zur Bremsprobeberechtigung gehören unter anderem:
• die Bremsprobe (vereinfacht und voll, in allen Varianten)
• die Grundlagen der Bremstechnik
• die Störungssuche an Bremsanlagen sowie deren betriebliche und technische Auswirkungen auf die Bremsberechnung.
Das ist kein „Nice-to-have“, sondern sicherheitsrelevantes Handwerkszeug.
Unsere klare Ansage: Mit uns wird es keine Abwertung Eurer Berufe geben und damit auch keine Minderung Eurer Entgelte! Stolze Eisenbahnberufe sind für uns genauso unantastbar wie die Sicherheit im Bahnbetrieb.
Also: Finger weg von Ausbildung, Sicherheit, Entgelt und Know-how!
