• Zeitung mit der Überschrift Pressemitteilung mit brille und kuli

Tarifrunde 2026

GDL bietet Saarbahn vor weiteren Streikmaßnahmen Rückkehr an den Verhandlungstisch an

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bietet der Saarbahn vor einer weiteren Zuspitzung des Tarifkonflikts die Wiederaufnahme der Verhandlungen an. Voraussetzung dafür ist, dass die Saarbahn der GDL bis spätestens zum Freitag, 19. Juni 2026, ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegt. Dieses muss mit den GDL-Abschlüssen mit anderen kommunalen Arbeitgebern, beispielsweise in Chemnitz, Karlsruhe und Kassel, vergleichbar sein und sich am Marktniveau orientieren.

Sollte ein solches Angebot vorliegen und eine ernsthafte Verhandlungsgrundlage erkennbar sein, ist die GDL bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Andernfalls behält sich die GDL vor, zu neuen Streikmaßnahmen aufzurufen, was zu einer weiteren Verschärfung der laufenden Tarifrunde führen würde. 

Seit der Erklärung des Scheiterns der Verhandlungen am 21. Mai 2026 hat die GDL bei der Saarbahn vier wirkungsvolle Streikmaßnahmen durchgeführt, die stets vollständig zum Stillstand im Eisenbahnverkehr der Saarbahn geführt haben. Zugleich haben die GDL-Mitglieder in der Urabstimmung mit 100 Prozent Zustimmung unmissverständlich klargemacht, dass sie die bisherige Hinhaltetaktik des Arbeitgebers ohne verhandlungsfähiges Angebot nicht akzeptieren werden und den Kurs der GDL dauerhaft unterstützen. 

Die GDL hat den Zeitraum vom 15. bis 20. Juni 2026 dabei bewusst und unaufgefordert als Phase gewählt, in der keine weiteren Streikmaßnahmen stattfinden. Damit trägt sie dem Umstand Rechnung, dass in diesem Zeitraum mit den Special Olympics Nationalen Spielen im Saarland eine herausragende Veranstaltung für das Land und die Beteiligten stattfindet, die nicht beeinträchtigt werden soll. Gleichzeitig erhält der Arbeitgeber damit die Möglichkeit, die eigene Blockadehaltung zu überdenken und den Weg für ernsthafte Verhandlungen freizumachen.

Die Menschen in der Region erwarten zu Recht einen störungsfreien Sommer und einen verlässlichen Nahverkehr. Ob dies gelingt, liegt weiterhin in der Hand der Saarbahn. Wenn der Arbeitgeber die eingeräumte Zeit verantwortungsvoll nutzt und ein belastbares Angebot vorlegt, wird sich die GDL wieder an den Verhandlungstisch setzen. Wenn nicht, werden weitere Maßnahmen folgen.

Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL:
„Wir bieten dem Arbeitgeber ausdrücklich an, eine weitere Eskalation abzuwenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dafür braucht es aber endlich ein Angebot, das diesen Namen verdient und sich an den Abschlüssen orientiert, die andernorts – ohne Streikmaßnahmen – längst möglich waren. Die Menschen in der Region hoffen auf einen störungsfreien Sommer. Ob der Verkehr im Saarland in den kommenden Wochen verlässlich funktionieren kann, hat die Saarbahn weiterhin selbst in der Hand.“

Die GDL fordert Entgelterhöhungen und strukturelle Verbesserungen des Entgeltsystems in einem Volumen von acht Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2026, die Erhöhung aller dynamisierten Zulagen um acht Prozent, ein Weihnachtsgeld in Höhe von 100 Prozent, eine Zulage für geteilte Schichten, eine Zulage für den Einsatz auf zwei Schienensystemen sowie die Anhebung des Arbeitgeberbeitrags zur betrieblichen Altersvorsorge auf 2,4 Prozent. Vergleichbare und wirtschaftlich tragfähige Tarifabschlüsse konnten mit anderen kommunalen Arbeitgebern in ähnlicher Wirtschaftsstruktur längst erzielt werden.

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