Die Ortsgruppe Halle G organisiert Lokomotivführer, Rangierpersonale und Instandhalter in und um die ZBA Halle. Dazu kommen weitere Kolleginnen und Kollegen verschiedenster Eisenbahnunternehmen.


Flächenbrand bei DB Cargo AG geht weiter!

Liebe Kollegen,

Nachdem ich persönlich am Montag den 25. August meinen Kollegen in Magdeburg/Rothensee in die Augen sehen durfte, während wir die Information, dass ihr Kombiwerk laut aktueller Planung künftig nicht mehr gebraucht wird, herausgaben, musste ich das Ganze erstmal sacken lassen. Da dies nun geschehen ist, möchte ich an dieser Stelle doch ein paar Worte verlieren:

Was wir hier erleben, ist Brüsseler Bürokraten-Bingo gepaart mit einem Land, das brav nickt wie ein Wackeldackel auf der Hutablage...und heraus kommt dieses Chaos bei der DB Cargo AG. Der Vorstand setzt den Rotstift an, aber vergisst selbstverständlich die eigene Spesenrechnung.

Spätestens mit dem EU-Beihilfeverfahren hätte man dieses Dauer-Missmanagement einmal unter die Lupe nehmen müssen: Projekte ohne Sinn und Verstand, Richtlinien, die lähmen statt leiten, ein Overhead, der wie Hefeteig aufgeht, und eine Bürokratie, gegen die selbst Kafka noch klar strukturiert wirkt. Doch anstatt dort zu kürzen, wo es sinnhaft wäre, streicht man dort die Stellen zusammen, wo man es niemals tun sollte: Beim wertschöpfenden Personal.

Die Presse spricht da momentan einhellig von „Kahlschlag“. Ich nenne es lieber einen Flächenbrand. Denn ein Kahlschlag ist wenigstens geplant, zielgerichtet und irgendwann abgeschlossen. Ein Flächenbrand dagegen? Da fällt nicht nur der markierte Baum den Flammen zum Opfer, sondern auch das halbe Ökosystem drumherum gerät in Mitleidenschaft...völlig unberechenbar. 

Die Schließung eines Hauptwerks und gleich zehn Außenstellen im Instandhaltungsbereich ist nur das jüngste Beispiel. Dabei denkt offenbar niemand daran, dass eine dichtgemachte Werkstatt auch die benachbarten Zugbildungsanlagen überflüssig macht. Und was die unzähligen nun notwendigen Überführungsfahrten von Schadfahrzeugen mit unserer ohnehin schon gleichermaßen maroden wie vollgestopften Infrastruktur machen, muss ich keinem Eisenbahner erklären. So frisst sich das Feuer weiter durch die Landschaft.

Bleibt nur zu hoffen, dass wir schleungst die Schnellbremse ziehen. Sonst stehen wir Ende 2026 möglicherweise tatsächlich mit einer Bilanz in den schwarzen Zahlen da...aber alles was uns bleibt, ist nur noch verbrannte Erde und ein großer Haufen Asche.

Tim Schnelle

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