Tarifkonflikt Saarbahn

Rund 300 Menschen auf der Straße: Starkes Zeichen der Solidarität in Saarbrücken

Mit einem Demonstrationszug durch die Saarbrücker Innenstadt und einer anschließenden Kundgebung vor dem Rathaus hat die GDL heute ein deutliches Zeichen im Tarifkonflikt mit der Saarbahn gesetzt. Rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich an der Demonstration und machten sichtbar: Die Saarbahner stehen in dieser Auseinandersetzung nicht allein.

Bei der Kundgebung unterstrichen GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß, Andreas Hemsing vom dbb, die GDL-Bezirksvorsitzenden Süd-West Nico Rebenack und Danny Grosshans sowie der ehemalige GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky die volle Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen bei der Saarbahn. Die kämpferischen Beiträge machten zugleich deutlich, wie geschlossen die gesamte GDL hinter ihren Mitgliedern im Saarland steht.

Denn in diesem Konflikt geht es längst nicht mehr allein um Entgelt, Zulagen oder Arbeitszeiten. Es geht um eine grundlegende Frage: Dürfen Beschäftigte selbst entscheiden, welche Gewerkschaft sie vertritt – oder darf der Arbeitgeber darüber bestimmen, welche gewerkschaftliche Vertretung seine Arbeitnehmer haben? Die GDL ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Tarifpartner im Saarland und hat immer wieder bewiesen, dass auch schwierige Auseinandersetzungen am Verhandlungstisch gelöst werden können.

Gleichzeitig wurde bei der Kundgebung deutlich gemacht, dass die GDL sehr genau weiß, welche Belastungen der inzwischen monatelange Konflikt für die Fahrgäste und die Menschen im Saarland bedeutet. Diese Auswirkungen bedauern wir ausdrücklich. Gerade deshalb bleibt unsere Botschaft an die Arbeitgeberseite klar: Wir sind weiterhin bereit zu verhandeln. Voraussetzung ist, dass Saarbahn und Geschäftsführer Karsten Nagel endlich wieder ernsthaft zu einer tariflichen Lösung mit der GDL bereit sind.

Besonders deutlich thematisiert wurden auch die finanziellen Folgen der bisherigen Strategie. Seit Wochen wird ein umfangreicher Schienenersatzverkehr aufrechterhalten, dessen Kosten letztlich aus öffentlichen Mitteln getragen werden. Nach den der GDL vorliegenden Berechnungen übersteigen die hierfür inzwischen aufgelaufenen Aufwendungen die Kosten eines möglichen Tarifabschlusses bereits deutlich. Umso drängender stellt sich die Frage, warum weiterhin erhebliche Summen dafür eingesetzt werden, die Folgen des Konflikts zu verwalten, anstatt seine Ursache am Verhandlungstisch zu beseitigen.

Die Bürgerinnen und Bürger des Saarlandes haben ein Recht darauf zu erfahren, wie hoch diese Kosten tatsächlich sind und warum öffentliche Mittel in dieser Größenordnung für die Fortsetzung eines Konflikts eingesetzt werden, der durch ernsthafte Verhandlungen längst einer Lösung nähergebracht werden könnte. Die GDL fordert deshalb weiterhin vollständige Transparenz über die Kosten des Ersatzkonzepts.

Der heutige Demonstrationszug hat vor allem eines gezeigt: Unsere Mitglieder lassen sich weder auseinanderdividieren noch aus ihrer gewerkschaftlichen Vertretung drängen. Die Solidarität innerhalb der GDL ist groß, die Unterstützung für die Saarbahner steht – und unsere Gesprächsbereitschaft ebenso.

Wir wollen keinen endlosen Konflikt. Wir wollen einen fairen Tarifabschluss, eine verlässliche Tarifpartnerschaft und wieder einen funktionierenden Nahverkehr für die Menschen im Saarland. 

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