SWEG/SBS

Nun auch noch Anwälte!

Egal, was der Arbeitgeber nach dem Streik der GDL-Mitglieder am 8. September 2022 in den Medien veröffentlicht hat – der Streik hat erheblichen Druck auf den Arbeitgeber aufgebaut. Auch wenn Züge durch Führungskräfte gefahren werden, bleibt ja deren Arbeit liegen. Streikwirkung ist also nicht nur Zugausfall.

Wer aber erwartet hat, dass sich der Arbeitgeber bewegt, sieht sich getäuscht. Bewegt hat er sich schon, aber in eine weitere Runde der Eskalation – und damit in die falsche Richtung. Statt der GDL ein verhandlungsfähiges Angebot für die SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs GmbH (SWEG) und die SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) vorzulegen, bemüht er eine Anwaltskanzlei. Konkret soll die GDL den Vorwurf des Lohn- und Sozialdumpings durch die SWEG unterlassen. Das wird die GDL nicht tun. Ansonsten herrscht Schweigen im Tarifkonflikt. Aber gut, der zweite Streikaufruf kommt!

Erstaunlich ist auch, dass ver.di und die evg nun für die SBS verhandeln wollen. Gewerkschaften, die in den Betrieben offensichtlich keine nennenswerten Mitglieder haben, wollen plötzlich tarifmächtig werden? Wird der Arbeitgeber der Aufforderung nachkommen und womöglich sogar schnell zu einem Abschluss kommen? Will man hier versuchen, evg und ver.di gegen die GDL-Mitglieder auszuspielen? Die GDL überlässt es ihren Mitgliedern, sich dazu eine Meinung zu bilden.

Übrigens: Vielleicht sollte sich ver.di bei der SWEG mal darum kümmern, dass der Arbeitgeber nicht die Arbeitnehmer der Bussparte Schritt für Schritt aus dem „tollen" Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV) herausnimmt und deren Arbeitsbedingungen verschlechtert. Das scheint jedoch nur eine Nebensache zu sein. Klar, die GDL ist ja auch nicht bei den Arbeitnehmern der Bussparte aktiv.

Unbeeindruckt davon, dass sich der Arbeitgeber und andere Gewerkschaften offenbar gegen die Arbeitnehmermehrheit in den Bahnbetrieben wenden wollen: Die GDL-Mitglieder werden auf dieses Verhalten zeitnah die richtige Antwort finden!

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