Tarifrunde 2026
GDL verzichtet während Special Olympics auf Streikmaßnahmen – Arbeitgeber muss Ruhephase konstruktiv nutzen
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird im Zeitraum der Special Olympics Sommerspiele Saarland 2026 vom 15. bis 20. Juni 2026 nicht zu weiteren Streikmaßnahmen bei der Saarbahn aufrufen.
Damit möchte die GDL ihren Beitrag dazu leisten, dass Athleten, Betreuer und Gäste während der Veranstaltung auf verlässliche Rahmenbedingungen zählen können. Die GDL erwartet allerdings, dass der kommunale Arbeitgeber diese Zeit nutzt, um seine Verweigerungshaltung aufzugeben und endlich bis zum 19. Juni 2026 ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegt.
Die Beschäftigten der Saarbahn haben in den vergangenen vier Streikrunden erwartungsgemäß und wie bereits mit dem 100-prozentigen Votum der Urabstimmung unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie die Hinhaltetaktik des Arbeitgebers ohne verhandlungsfähiges Angebot nicht akzeptieren werden und das Vorgehen der GDL sowie die Forderungen vollumfänglich unterstützen. Die Geschlossenheit der Belegschaft lässt daran keinen Zweifel, ebenso wenig wie ihre Entschlossenheit, für berechtigte tarifliche Verbesserungen weitere Streikmaßnahmen durchzuführen, sofern dies notwendig ist.
Aus Sicht der GDL liegt es nun an der Saarbahn, diese Ruhephase verantwortungsvoll zu nutzen. Wenn der Arbeitgeber die Zeit während der Special Olympics ernsthaft dazu verwendet, ein belastbares und verhandlungsfähiges Angebot auf Marktniveau vorzulegen, wie es bereits andere kommunale Arbeitgeber getan haben, wird die GDL an den Verhandlungstisch zurückkehren und im Interesse der Belegschaft und der Region an einer gemeinsamen Lösung arbeiten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass dieses Angebot eine tragfähige Grundlage bildet und die berechtigten Interessen der Beschäftigten erkennbar aufgreift.
Für die GDL bleibt klar: Wenn die Saarbahn diese Möglichkeit ungenutzt verstreichen lässt, werden Streikmaßnahmen erneut auf die Tagesordnung zurückkehren.
Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL:
„Die Eisenbahner der Saarbahn haben in den vergangenen Streikrunden und mit dem eindeutigen Ergebnis der Urabstimmung klar gezeigt, dass sie die Hinhaltetaktik des Arbeitgebers ohne verhandlungsfähiges Angebot nicht akzeptieren. Die Special Olympics sind eine herausragende Veranstaltung für das Saarland sowie für die beteiligten Athleten, Betreuer und Gäste. Deshalb werden wir in diesem Zeitraum keine weiteren Streikmaßnahmen durchführen. Umso mehr erwarten wir, dass die Saarbahn diese Phase nutzt, um endlich ein belastbares Angebot vorzulegen, auf dessen Grundlage wieder ernsthaft verhandelt werden kann.“
Die GDL fordert Entgelterhöhungen und strukturelle Verbesserungen des Entgeltsystems in einem Volumen von acht Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2026, die Erhöhung aller dynamisierten Zulagen um acht Prozent, ein Weihnachtsgeld in Höhe von 100 Prozent, eine Zulage für geteilte Schichten, eine Zulage für den Einsatz auf zwei Schienensystemen sowie die Anhebung des Arbeitgeberbeitrags zur betrieblichen Altersvorsorge auf 2,4 Prozent. Vergleichbare und wirtschaftlich tragfähige Tarifabschlüsse konnten mit anderen kommunalen Arbeitgebern in ähnlicher Wirtschaftsstruktur längst erzielt werden.
Für Statements, Interviewanfragen oder weitere Rückfragen steht Ihnen unser Bezirksvorsitzender für den Bezirk Süd-West gerne zur Verfügung:
Nico Rebenack
Bezirksvorsitzender Süd-West
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
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