• Eine Straßenbahn der Saarbahn in der Innenstadt von Saarbrücken

Pressemitteilung

GDL ruft zu nächstem Streik auf – Saarbahn GmbH verweigert weiterhin jede Verhandlung

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft ihre Mitglieder sowie nicht organisierte Arbeitnehmer bei der Saarbahn GmbH ab Donnerstag, 10. September 2026, 13:00 Uhr, zu einer weiteren Streikmaßnahme auf. Das Ende des Streiks wird gesondert bekannt gegeben.

Die Saarbahn GmbH verwehrt ihren Lokomotivführern seit Beginn des Jahres ohne sachlich nachvollziehbaren Grund den Abschluss eines Tarifvertrags. Stattdessen will der Arbeitgeber die Sozial- und Tarifpartnerschaft mit der GDL beenden, die Entscheidung seiner Angestellten über ihre gewerkschaftliche Vertretung missachten und den Saarbahn-Lokomotivführern den Tarifvertrag einer anderen Gewerkschaft aufzwingen.
Nach Ansicht der GDL greift dieses Vorgehen das grundgesetzlich geschützte Recht auf Koalitionsfreiheit nach Art. 9 Abs. 3 GG an.
Dieser Tarifkonflikt könnte längst beendet sein. Die GDL ist verhandlungs- und kompromissbereit. Was fehlt, ist die Bereitschaft der Arbeitgeberseite, überhaupt wieder ernsthaft über einen Tarifvertrag mit der GDL zu verhandeln.
Wir bedauern dabei ausdrücklich die Auswirkungen, die die Streikmaßnahmen auf die Fahrgäste in und um Saarbrücken haben. Sie haben einen funktionierenden und zuverlässigen Schienenpersonennahverkehr verdient, der den Bedürfnissen der Pendler, Schüler und aller weiteren Nutzer gerecht wird und gleichzeitig die Leistung anerkennt, mit der die Saarbahn-Lokomotivführer die Mobilität im Saarland und sogar Teilen Frankreichs gewährleisten.
Die Verantwortung für die weitere Eskalation lässt sich klar benennen: Stefan Spaniol, Geschäftsführer des KAV Saar, und Karsten Nagel, Geschäftsführer der Saarbahn GmbH. Beide haben es in der Hand, mit einem neuen, verhandlungsfähigen Angebot den Weg zurück an den Verhandlungstisch zu öffnen. Solange sie dazu nicht bereit sind, nehmen sie weitere Arbeitskämpfe und deren Folgen für Beschäftigte, Fahrgäste, Steuerzahler und die gesamte Region bewusst in Kauf. Wer einen funktionierenden SPNV gewährleisten will, muss auch die Fragen beantworten, warum er lieber die Folgen eines fortlaufenden Tarifkonflikts hinnimmt als wieder ernsthaft mit der Gewerkschaft seiner Lokomotivführer zu verhandeln.
 
Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL:
„Wir arbeiten unermüdlich darauf hin, zu einer Einigung und dem Abschluss eines Tarifvertrags mit der Arbeitgeberseite zu kommen. Daher habe ich entschieden, die Saarbahn zur Chefsache zu machen. Die Kolleginnen und Kollegen bei der Saarbahn haben eine Wertschätzung verdient, die nicht hinter der der anderen Lokomotivführer im Land zurückfallen darf. Dafür setzt sich die GDL ein und darauf können sie sich verlassen.
 
Die Herren Nagel und Spaniol dürfen sich nicht länger hinter KAV und Tarifeinheitsgesetz verstecken oder die Verantwortung der GDL zuschieben. Sie sind die verantwortlichen Entscheidungsträger. Wenn sie trotz unserer erklärten Verhandlungsbereitschaft kein neues Angebot vorlegen, entscheiden sie sich damit auch für die Fortsetzung dieses Tarifkonflikts und die daraus entstehenden Belastungen für die gesamte Region.
 
Sobald ein seriöses Angebot vorliegt, werden wir einer Einigung mit der Saarbahn GmbH nicht im Wege stehen.“
 
 
Für Statements, Interviewanfragen oder weitere Rückfragen steht Ihnen unser Bundesvorsitzender Mario Reiß gerne zur Verfügung:
 
Mario Reiß
Bundesvorsitzender
Geschäftsführender Vorstand
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
 
Hauptgeschäftsstelle Frankfurt a. M.
Baumweg 45, 60316 Frankfurt am Main

 
Verwaltungssitz Berlin
Anton-Wilhelm-Amo-Str. 59, 10117 Berlin
 
Telefon: 069 405709-2101
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