Pressemitteilung

GDL legt Zurückhaltung ab und intensiviert Erhöhung des Organisationsgrades bei der Saarbahn

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) befindet sich in einem anhaltenden und unnötigen Tarifkonflikt mit der Saarbahn GmbH.

Anstatt turnusgemäß einen neuen Tarifvertrag für die Lokomotivführerinnen und Lokomotivführer bei der Saarbahn auszuhandeln, beruft sich der Arbeitgeber auf das sogenannte Tarifeinheitsgesetz, um den GDL-Mitgliedern einen fremden und ungeeigneten Tarifvertrag aufzuerlegen – ob aus mangelndem Rechtsverständnis, schlechter Beratung oder beidem können wir nur mutmaßen. Insbesondere die Annahme, das Tarifeinheitsgesetz sei geeignet, den Tarifkonflikt und die Streikmaßnahmen zu beenden, entbehrt jeder Grundlage. Im Gegenteil. Die Anwendung des TEG, noch dazu ohne Feststellung einer Mehrheit, bewirkt eine Eskalation.

Fakt ist nämlich, dass der Geschäftsführer der Saarbahn GmbH, Karsten Nagel, Mehrheitsverhältnisse im Betrieb konstruiert, ohne überhaupt zu verstehen, auf welcher Rechtsgrundlage und mit welchen Mechanismen diese festgestellt werden. Aber wenn Herr Nagel so viel Wert auf diese Feststellung legt, dann soll er sie herbeiführen, wenn ein Tarifabschluss mit der GDL erzielt ist. Die GDL hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass sie dort, wo das Tarifeinheitsgesetz den Wunsch ihrer Mitglieder nach der grundgesetzlich geschützten Koalitionsfreiheit (Art. 9 Abs. 3 GG) bedroht, entsprechend reagieren und neue Kolleginnen und Kollegen für eine Mitgliedschaft begeistern kann. Die GDL ist bereit, ihre bisherige Zurückhaltung bei der Vertretung weiterer Berufsgruppen innerhalb der Saarbahn GmbH abzulegen. Sie wird gerne mit allen dort beschäftigten Kolleginnen und Kollegen in den Dialog treten, deren Bedürfnisse an einen fairen Tarifvertrag aufnehmen und für sie als neue Mitglieder beim Arbeitgeber durchsetzen. Denn auch die Annahme, alle weiteren Mitarbeiter der Saarbahn seien mehrheitlich an einem Ort organisiert, wird keiner Überprüfung standhalten.

 

Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL:
„Herr Nagel glaubt, er könne mit der Saarbahn ein Exempel an der GDL statuieren. Er denkt, er könne eine Gewerkschaft aus dem Betrieb verbannen, die 100 Prozent einer Berufsgruppe im Unternehmen vertritt.

Wir sehen bei der Saarbahn GmbH schon lange eine stetig zunehmende Unzufriedenheit in der gesamten Mitarbeiterschaft. Unsere Mitglieder berichten uns regelmäßig von der steigenden Belastung, die sie und ihre Kolleginnen und Kollegen aufgrund des offensichtlichen Missmanagements erleben. Darum ist es uns als Gewerkschaft und mir persönlich ein wichtiges Anliegen, die Bedingungen für sie im Dialog mit der Arbeitgeberseite zu verbessern. Und dass für solche notwendigen Maßnahmen und eine Würdigung der Leistungen kein Budget vorhanden sei, während gleichzeitig Berge von Steuergeldern für ein Ersatzkonzept verbrannt werden, zeigt, wo die Prioritäten von Herr Nagel liegen: alles zu tun, um von der eigenen Inkompetenz abzulenken. Die laufende Tarifrunde hat bewiesen, dass alle anderen – auch die kommunalen und mit der Saarbahn vergleichbaren – Schienenverkehrsunternehmen erfolgreiche Tarifverträge mit uns haben vereinbaren können. Und das ohne Streik!

Wenn Herr Nagel hier also weiter untaugliche Manöver gegen seine eigenen Mitarbeiter fahren will, können wir nur eine Antwort geben: Eine GDL lässt sich nicht aus dem Betrieb Saarbahn drängen. Wer die GDL in solch einer Art angreift, der muss wissen, dass wir darauf antworten. Wir erkämpfen uns den Tarifvertrag und hierbei unterstützt uns geltendes Recht.

Mit seinen Spaltungsversuchen bringt Herr Nagel die Belegschaft nur weiter gegen sich auf. Diesen einen ‚Erfolg‘ gönnen wir ihm gerne, er hat ihn sich verdient.“

 

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