Der Bundestag hat aus Sicht der GDL zurecht und mit großer Mehrheit den aktuellen Vorstoß abgelehnt, Schwarzfahren nicht mehr als Straftat zu verfolgen.
Der Bundesvorsitzende Mario Reiß betonte dazu im Vorfeld: „Wer das Schwarzfahren entkriminalisiert, sendet ein fatales Signal. Für die Beschäftigten bedeutet das mehr Konflikte, mehr Aggression und eine steigende Gefährdung im Arbeitsalltag.“
Basierend auf der fundierten Erfahrung unserer Kollegen widersprechen wir entschieden der kolportierten Annahme, dass eine Entkriminalisierung Konflikte entschärft. Die Vorstellung, dass weniger Strafandrohung automatisch zu weniger Konflikten führt, ist schlicht realitätsfern. Konflikte entstehen nicht wegen der strafrechtlichen Einordnung, sondern weil Regeln durchgesetzt werden müssen. Wenn diese an Verbindlichkeit verlieren, steigt nicht die Akzeptanz, sondern die Bereitschaft, sie zu missachten!
Unsere Kollegen spüren tagtäglich das teils offen feindliche und aggressive Verhalten von sogenannten latenten und systemkritischen „Schwarzfahrern“. Mit seiner Entscheidung hat ihnen der Bundestag die weitere Erschwerung ihrer Arbeit erspart und eine zusätzliche persönliche Belastung abgewendet!
Im Übrigen gilt: Kein Bürger, der versehentlich sein Ticket vergessen hat, wird kriminalisiert. Unsere Kollegen bleiben freundlich und bauen Brücken. Der säumige Kunde zahlt nach oder weist später sein Ticket vor.
Das sind die offenkundigen Tatsachen!