Aller guten Dinge sind drei: In der dritten Verhandlungsrunde haben die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (evb) einen richtungsweisenden Tarifabschluss erzielt. Das Ergebnis unterstreicht nicht nur die Attraktivität der evb als Arbeitgeberin, sondern festigt auch das neue Marktniveau innerhalb der Branche.
Der Weg zum Abschluss war von intensiven, aber stets fairen Gesprächen geprägt. In einer Zeit, in der die Anforderungen an das Personal im Schienenverkehr stetig wachsen, ist es beiden Seiten gelungen, ein Paket zu schnüren, das sowohl wirtschaftliche Vernunft als auch soziale Verantwortung vereint.
Persönliche Wertschätzung als Fundament des Erfolgs
Lars U. Jedinat, stellvertretender Bundesvorsitzender der GDL, betont die besondere Qualität der Zusammenarbeit: „Dieser Abschluss ist mehr als nur eine Aneinanderreihung von Zahlen – er ist das Ergebnis eines tiefen gegenseitigen Respekts. Wir haben mit der evb eine Partnerschaft auf Augenhöhe erlebt, bei der das Wohl der Mitarbeiter und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens Hand in Hand gehen. Gemeinsam haben wir Lösungen gefunden,die die Arbeit unserer Kollegen nicht nur anerkennen, sondern nachhaltig wertschätzen. Hier wurde nicht gegeneinander, sondern miteinander für die Schiene gekämpft.“
Die Eckpunkte des Abschlusses im Detail
Neben der Einführung der neuen, marktgerechten Entgeltstruktur konnten wichtige soziale und strukturelle Verbesserungen durchgesetzt werden: Neben der neuen, marktgerechten Entgeltstruktur setzt der Abschluss deutliche Akzente bei der finanziellen Entlastung und der sozialen Absicherung. So profitieren die Beschäftigten bereits im Juni 2026 von einer steuerfreien Entlastungsprämie in Höhe von 600 Euro, die direkt für spürbare Entlastung im Portemonnaie sorgt. Um auch die Erholungsphasen der Mitarbeiter langfristig aufzuwerten, wird ab 2027 ein jährliches Urlaubsgeld von 600 Euro fester Bestandteil der GDL-Tarifverträge.
Besonderes Augenmerk legten die Tarifpartner auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Eine neue Zulage für die Vorfesttage Heiligabend und Silvester honoriert künftig den Einsatz derer, die den Betrieb an den wichtigsten Tagen des Jahres aufrechterhalten. Auch die Zukunftssicherung kommt nicht zu kurz: Durch die Aufnahme der Dual Studierenden in den Azubi-Tarifvertrag und die geplante Einführung eines modernen Punktesystems für Werkstattmitarbeiter positioniert sich die evb als moderner Arbeitgeber, der Fachkräfte nachhaltig fördert und bindet. Zudem blicken die Partner bereits voraus und vereinbarten, die Arbeitsbedingungen im Bereich der Infrastruktur während der Laufzeit gezielt weiterzuentwickeln.
Damit zeigt sich erneut: Konstruktive Verhandlungen im Bereich der Eisenbahnen führen zu werthaltigen Tarifabschlüssen. Mit klarem Blick auf das Unternehmen ist es der GDL gelungen, für alle Bereiche der evb die Tarifverträge weiterzuentwickeln.