Pressemitteilung

Die GDL ist und bleibt Tarifpartner der Saarbahn GmbH

Mit ihrem Schreiben vom 27. August 2026 legten Stefan Spaniol, Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Saar, und Karsten Nagel, Geschäfts-führer der Saarbahn GmbH, der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ein „Geordnetes und wertschätzendes Auslaufen der Tarifpartnerschaft“ nahe. Die GDL widerspricht diesem haltlosen „Vorschlag“ vehement.

Dieses Schreiben geht in allen darin behandelten Punkten konsequent an der Realität vorbei, auch an der grundgesetzlich geschützten Realität der Koalitionsfreiheit. Denn kein Arbeitgeber kann bestimmen, durch welche Gewerkschaft sich seine Arbeitnehmer vertreten lassen möchten. Das entscheiden einzig und allein die Arbeitnehmer! Und das Votum innerhalb der Saarbahn ist eindeutig: Sämtliche bei der Saarbahn angestellten Lokomotivführer sind ausnahmslos Mitglied der GDL.

 

Das Vorhaben des Arbeitgebers, auch die Lokomotivführer in den mit einer anderen Gewerkschaft abgeschlossenen TV-N Saar zu überführen, ist ein vergiftetes Angebot. Er spricht zwar von Bestandssicherungen, die vordergründig ein Abfallen des Lohnniveaus der Saarbahner verhindern sollen, doch allein die Tatsache, dass sie nötig seien, zeigt, dass die Bedingungen im TV-N Saar nicht mit denen mithalten können, die die angestellten GDL-Mitglieder der Saarbahn bereits durch die gewerkschaftliche Vertretung ihrer Wahl erhalten.

 

Die demonstrative Weigerungs- und Konfrontationshaltung des Arbeitgebers gegenüber seinen Arbeitnehmern, die eine Bezahlung und Wertschätzung einfordern, die bereits im gesamten Bundesgebiet – bei den privaten, öffentlichen und auch gemischt betriebenen Eisenbahnverkehrsanbietern – gelebt wird, beweist, dass es ihm nicht um eine Lösung der Tarifverhandlungen auf einer sachlichen Ebene geht. Die Saarbahn GmbH und der KAV Saar ideologisieren den Konflikt auf dem Rücken der eigenen Angestellten, der betroffenen Pendler und Fahrgäste und auf Kosten der Steuerzahler, die am Ende für die horrenden Summen der extern eingekauften Ersatzverkehre aufkommen müssen. Herr Nagel wirft das Geld lieber fremden Dienstleistern hinterher, anstatt seine eigenen Angestellten angemessen zu bezahlen.

 

In ihrem Schreiben an die GDL lobt sich die Saarbahn GmbH selbst als „attraktiver Arbeitgeber“. Wer sich wiederholt und betont als ein attraktiver Arbeitgeber bezeichnen muss, der beweist nur, dass er eben kein solcher ist. Ein attraktiver Arbeitgeber ist, wer konstruktive Lösungen im Interesse seiner Angestellten sucht. Er lässt seine Taten für sich sprechen. Doch stattdessen wählt die Saarbahn unlautere Mittel, um ihre Angestellten mürbe zu machen, einzuschüchtern und unter Druck zu setzen. Viele von ihnen mussten feststellen, dass ihre Lohnabrechnungen Unregelmäßigkeiten aufwiesen. Wir vermuten daher, dass der Arbeitgeber auch bei stundenweise durchgeführten Streikmaßnahmen den Lohn eines gesamten Tages einbehalten hat und prüfen rechtliche Schritte.

 

Die GDL wird nicht zurückweichen und keine Beendigung oder Auslaufen der bisherigen Tarif- und Sozialpartnerschaft hinnehmen. Wir werden unsere Mitglieder, die uns ihr Vertrauen ausgesprochen haben, auch weiterhin mit aller Kraft bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche zur Seite stehen.

 

Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL:

„Wir sind sehr verwundert über das Schreiben, das uns am 27. August zuging, denn zu Beginn der Tarifverhandlungen am 19. Juni 2026 bekannten sich Herr Spaniol und Herr Nagel noch eindeutig zur Tarifpartnerschaft mit der GDL. Doch dahinter standen offenbar nur leere Worthülsen, während im Hintergrund eine ganz andere Strategie aufgezäumt wurde. Einen Tarifkonflikt löst man nicht, indem man den Kopf in den Sand steckt und so tut, als gäbe es den Verhandlungspartner gar nicht beziehungsweise man ihm einseitig die Legitimität abzuerkennen versucht.

 

Es wird keinen ‚geordneten und wertschätzenden‘ Rückzug der GDL aus der Saarbahn geben. Geordnet und wertschätzend wäre die Unterbreitung eines seriösen Angebots des Arbeitgebers und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Die GDL ist dazu jederzeit bereit. Ebenso jederzeit bereits sind aber auch die Saarbahner, wenn es darum geht, ihren Ansprüchen Nachdruck zu verleihen.

 

Doch wenn Herr Spaniol und Herr Nagel die Eskalation suchen, sollen sie sie finden. Die GDL wird den gesamten September 2026 zum Streikmonat machen und sich vorbehalten, an jedem einzelnen Tag Arbeitskampfmaßnahmen durchzuführen, sofern wir sie für notwendig erachten. Unsere Kolleginnen und Kollegen bei der Saarbahn können sich jederzeit auf die unbedingte Unterstützung der gesamten Gewerkschaft und von mir persönlich verlassen. Ich habe es daher nun in meine Hand genommen, alle weiteren Maßnahmen selbst zu steuern. Die Saarbahn ist jetzt Chefsache!“

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