Tarifrunde 2026
Kein Angebot, keine Bewegung – GDL weitet Saarbahn-Streik aus und stellt sich gegen mögliches Lohndumping durch öffentliche Hand
Die GDL ruft ihre Mitglieder sowie nicht organisierte Arbeitnehmer bei der Saarbahn GmbH von Mittwoch, 10. Juni 2026, 3:20 Uhr, bis Donnerstag, 11. Juni 2026, 3:20 Uhr zum Streik auf.
Nachdem in der Urabstimmung sämtliche wahlberechtigten GDL-Mitglieder für weitergehende Streikmaßnahmen votiert hatten und der Arbeitgeber weiterhin nicht gewillt ist, ein Angebot vorzulegen, ruft die GDL ihre Mitglieder sowie nicht organisierte Arbeitnehmer bei der Saarbahn GmbH
von Mittwoch, 10. Juni 2026, 3:20 Uhr, bis Donnerstag, 11. Juni 2026, 3:20 Uhr zum Streik auf.
Das einstimmige Votum sowie die Teilnahmequoten an den bisherigen Streikmaßnahmen waren ein unmissverständlicher Beleg für den Zusammenhalt der Beschäftigten und ihre volle Unterstützung für die Forderungen der GDL. Aus Sicht der GDL trägt allein die Saarbahn die Verantwortung für die weitere Eskalation, da sie bis heute kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hat. Bereits in der zweiten Tarifverhandlung verlangte der Arbeitgeber stattdessen, dass die GDL ihre Forderungen teilweise zurücknimmt oder abschwächt, und tarnte diese Verweigerungshaltung mit angeblichen Verständnisfragen.
Für die GDL zeigt sich damit immer deutlicher auch eine politische Dimension des Konflikts. Wenn der kommunale Arbeitgeber trotz vergleichbarer Abschlüsse andernorts weiterhin auf Blockade setzt, dann wird mögliches Lohndumping im Ergebnis durch die öffentliche Hand mitgetragen. Das ist ein fatales Signal in einer Branche, die auf qualifizierte und motivierte Beschäftigte im Kernbetrieb angewiesen ist. Wer in dieser Lage Tarifverbesserungen verweigert, gefährdet nicht nur faire Arbeitsbedingungen, sondern schwächt auf Dauer auch die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs in der Region.
Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL:
„Die Saarbahn hat es weiterhin selbst in der Hand, den Konflikt zu beenden. Die Beschäftigten der Saarbahn stehen jedenfalls geschlossen hinter den Forderungen der GDL und sind nicht länger bereit, sich mit Hinhaltetaktik und Scheinargumenten abspeisen zu lassen. Wenn die öffentliche Hand ein solches Lohndumping im kommunalen Nahverkehr weiter mitträgt, dann muss sie sich auch die Frage gefallen lassen, ob sie ihrer Verantwortung für eine verlässliche Infrastruktur in der Region überhaupt noch gerecht werden will. Wer trotz vergleichbarer Abschlüsse bei anderen kommunalen Arbeitgebern weiter blockiert, entscheidet sich bewusst gegen eine Lösung am Verhandlungstisch.“
Die GDL fordert unter anderem Entgelterhöhungen und strukturelle Verbesserungen des Entgeltsystems in einem Volumen von acht Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2026, die Erhöhung aller dynamisierten Zulagen um acht Prozent, ein Weihnachtsgeld in Höhe von 100 Prozent, eine Zulage für geteilte Schichten, eine Zulage für den Einsatz auf zwei Schienensystemen sowie die Anhebung des Arbeitgeberbeitrags zur betrieblichen Altersvorsorge auf 2,4 Prozent. Vergleichbare und wirtschaftlich tragfähige Tarifabschlüsse konnten mit anderen kommunalen Arbeitgebern in ähnlicher Wirtschaftsstruktur längst erzielt werden.
Für Statements, Interviewanfragen oder weitere Rückfragen steht Ihnen unser Bezirksvorsitzender für den Bezirk Süd-West gerne zur Verfügung:
Nico Rebenack
Bezirksvorsitzender Süd-West
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
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