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Die GDL-Ortsgruppe Oldenburg



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Die 216 079-4 und die Geschichte des Bahnbetriebswerks Oldenburg

Aushang - 01.04.2019

(Teil 1) Die Geschichte des Bahnbetriebswerks beginnt 1864 mit dem ersten Spatenstich zur Strecke Oldenburg-Delmenhorst-Bremen und der Eröffnung dieser ersten Großherzoglich-Oldenburgischen-Eisenbahn-Strecke im Jahr 1867. Sie hatte seit dieser Zeit vielen Oldenburgern eine sichere Existenz geboten und war sehr Prägend für die Stadt Oldenburg. Damals waren die ersten sieben, noch mit Torf beheizten, Dampflokomotiven in einem besonderen „Maschinenhaus“ neben der Eisenbahnwerkstatt an der Bahnhofstraße untergebracht, wo sie auch gewartet wurden. Mit der zügigen Erweiterung des Streckennetzes wuchs auch die Zahl der Lokomotiven sehr schnell. Bis 1920 stellte die Großherzoglich-Oldenburgische-Eisenbahn (G.O.E.) mehr als 300 Dampflokomotiven in den Dienst.
Die 216 079-4 nach der letzten Frist im Bahnbetriebswerks Oldenburg am 30.Juni1995
Die 216 079-4 nach der letzten Frist im Bahnbetriebswerks Oldenburg am 30.Juni1995

Der Platz in der Werkstatt reichte schon bald nicht mehr aus. Die Verantwortlichen ließen zwei große Lokschuppen bauen. Der 1896 in Fachwerkbau errichtete Rechteck-Lokschuppen wurde nach zwei Jahren zerlegt und in Bramsche wieder aufgebaut. Dafür entstand 1898 ein neuer Rechteck-Lokschuppen mit 58 Lokomotivständen. Dieser Bau wurde leider 2009 nach stolzen 111 Jahren abgerissen.

Bis zum Jahr 1920 hieß das Bahnbetriebswerk (Bw) noch Zentral-Maschinenstation oder auch Maschinenhaus. Solch ähnliche Einrichtungen gab es damals auch in Wilhelmshaven, Delmenhorst und in Nordenham.

Seine Blütezeit erlebte das Oldenburger Bahnbetriebswerk in den 70er Jahren. Erst kurz zuvor hatte die Diesellok die alte Dampflokomotive verdrängt. In den Lokschuppen arbeiteten 1975 etwa 600 Spezialisten und warteten und reparierten die Dieselloks und Triebwagen aus ganz Norddeutschland. Außerdem wurde dort der Einsatz der Triebfahrzeuge und des Lokomotivpersonals organisiert.

Zeitweise betreute das Bw-Oldenburg 140 Loks verschiedener Baureihen für den Güter-, Personen- und Eilzugdienst, ebenso auch die Züge auf den Nordseeinseln.

Da leider eine umfassende Modernisierung der alten Lokschuppen unterblieb, wurden möglicherweise schon Ende der 70er Jahre die Weichen für den Niedergang des Bahnbetriebswerks an der Karlstraße gestellt. Eine Verlagerung der Diesellok-Wartung von Oldenburg nach Osnabrück brachte die Bundesbahn bereits 1981 ins Gespräch. Dank Gewerkschaft (GDL) und Vertreter der Stadt sowie Oldenburger Bundestagsabgeordnete wurden diese Pläne aber immer wieder aufgeschoben. Anfang 1991 verkündete jedoch die zuständige Eisenbahn-Direktion Hannover das "Aus" für das Oldenburger Werk. In den folgenden Jahren ging es nur noch um die Abwicklung des Betriebs. Zuletzt kümmerten sich noch 23 Schlosser und Betriebsarbeiter um die Wartung der letzten neun Lokomotiven.

Im Sommer 1995 endete dieses Kapitel Bahngeschichte mit der letzten gewarteten Diesellok (216 079-4) die den Schuppen am 30. Juni verließ (siehe Foto).

Erstellt von der » og-oldenburg.gdl.de

Das Bahnbetriebswerk Oldenburg (Oldb) um 1988