GDL

GDL-Ortsgruppe AKN/NBE



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Tarifliches

Aktuelle Nachrichten aus der Tarifkommision

Es ist vollbracht

Kaltenkirchen 02.05.2016
Heute fanden die letzten Gespräche zwischen der GDL und der AKN zum BuRa Zug TV statt. Der große Rahmen war vorher schon abgesteckt und durch die Anteilseigner Hamburg und Schleswig – Holstein zugesichert. Eine große Hürde war die lange Laufzeit, die vor allem von der AKN gewünscht wurde. Hier verbergen sich immer Risiken. Durch großes Verhandlungsgeschick dürfte allerdings ein Abschluss erreicht worden sein, welcher die Risiken berücksichtigt und praktisch ausschaltet.
In 2016 wird es rückwirkend vom 01.01.2016 eine Lohnerhöhung um 2,3 % und ab dem 01.08.2016 nochmals eine Erhöhung um 1,6 % geben. Das erste Quartal 2016 beinhaltet eine individualisierte Einmalzahlung. Ab April wird die Tabelle direkt umgesetzt. Es erfolgt also keine pauschalisierte Einmalzahlung.
Auch bei den in 2015 entstandenen Minuten für den Zusatzurlaub wird eine individuelle Errechnung stattfinden. Somit ist nichts verloren gegangen. Es wird nachgewährt. Ab 01.01.2017 wird dann von 2 Min. pro Nachtstunde auf 3 Minuten und ab 01.01.2018 auf 4 Min. angehoben.
Die 7. Dienstaltersstufe wird zum 01.01.2017 (40,--Euro) eingeführt.
Zum 01.01.2017 wird der Nachtarbeitszeitraum von 22:00 Uhr auf 21:00 Uhr erweitert.
Einer Erhöhung des Tabellenentgeltes um 2 % erfolgt ab dem 01.04.2017
Ab 01.01.2017 wird die Referenzarbeitszeit auf 39 Std/Wo und ab 01.01.2018 auf 38 Std/Wo abgesenkt. Eine tatsächliche Absenkung erfolgt frühestens mit der Übernahme durch die S-Bahn. Bis zu dem Zeitpunkt wird dies mit einem erhöhten Tabellenentgelt von insgesamt 3,9 % ausgeglichen.
Ab 01.01.2018 wird das Tabellenentgelt um weitere 3 % angehoben.
Die Laufzeit beträgt somit 36 Monate.
Da die Beschlussgremien im Einzelnen, örtliche Tarifkommission, GDL Tarifabteilung, AGVDE, AKN Aufsichtsrat noch zustimmen müssen, steht dieser Abschluss unter dem Vorbehalt bis zum 31.05.2016.
Jan Schlatermund

Arbeitgeber wieder auf Konfrontationskurs

Manchmal kommt es einem so vor, als wäre man in einem Theater und nicht bei der AKN beschäftigt. Da verhandeln die Tarifpartner eine Möglichkeit, wie Personale im Wechseldienst, deren Gesundheit einer besonderen Beanspruchung unterliegt, einen Ausgleich erhalten und dann kommt so eine Ohrfeige vom Arbeitgeber.
Ein Stamm von Kollegen, die schon länger im Fahrdienst tätig sind, erhalten über eine Besitzstandsregelung, Wechseldiensturlaub (WDU) für geleistete Nachtarbeit. Dieser WDU wurde in neueren Tarifverträgen nicht mehr aufgenommen. Lokführer die in diesen Zeiträumen eingestellt wurden, hatten also keinen Anspruch auf Zusatzurlaub für Nachtstunden.
Die GDL und die AKN vereinbarten im letzten Tarifvertrag allerdings diesen Missstand zu beenden. Nun sollten auch Lokführer für je eine Nachtstunde 2 Minuten gutgeschrieben bekommen. Bei Erreichen von 474 Minuten hätte dies einen Tag Zusatzurlaub bedeutet.

Der Arbeitgeber vertrat nun aber die Meinung, dass bestandsgesicherter höherer Erholungsurlaub mit Zusatzurlaub zu verrechnen sei. Dies war aber nie Grundlage oder Inhalt irgendwelcher Gespräche während der Tarifverhandlungen.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass sogenannte Altpersonale nicht vorn dieser Maßnahme betroffen sind. Die haben auch einen bestandsgesicherten höheren Erholungsurlaub. Bei ihnen wird nichts verrechnet.

Wir müssen ganz klar feststellen, dass es sich hier um einen Fall von vorauseilendem Gehorsam handelt, der zu einem Zeitpunkt an das Tageslicht kommt, in denen die AKN sich gerade in schwierige Tarifverhandlungen hineinmanövriert hat.

Ungeschickter kann man seitens des Arbeitgebers wirklich nicht mehr agieren.

Jan Schlatermund

Frankfurt am Main, 1. April 2016

Eine Chance noch…

… hat die AKN, Streiks der GDL-Mitglieder zu verhindern.
Nachdem die dritte Verhandlungsrunde am 1. April 2016 in Hamburg wider Erwarten keine Einigung brachte, wird es nun eng. Der Arbeitgeber weigerte sich beharrlich, die Absenkung der Referenzarbeitszeit von 39 auf 38 Stunden im Wochendurchschnitt zu akzeptieren, wenn damit nicht eine Laufzeit bis Mitte 2018 verbunden wäre. Die GDL schlug deshalb sogar vor, eine Laufzeit bis Ende 2018 zu vereinbaren, wenn neben der Absenkung der Referenzarbeitszeit eine Entgelterhöhung um drei Prozent zum 1. Januar 2018 erfolgt. Das war dem Arbeitgeber aber zu teuer.
Als letzten Einigungsvorschlag unterbreitete die GDL dem Arbeitgeber daher Folgendes:

• Übernahme der marktüblichen Vergütungstabellen ab 1. Januar 2016,
• eine allgemeine Entgelterhöhung um 1,6 Prozent zum 1. August 2016,
• Erhöhung des Zeitzuschlages für Nacharbeit auf ab 1. Januar 2016 zunächst drei, später vier Minuten,
• Ausdehnung des Anspruchszeitraums für die Nachtarbeitszulage ab 21 Uhr innerhalb der Laufzeit des Tarifvertrages,
• Einführung der Entgeltstufe 7 ab 1. Januar 2017 und
• Klarstellung, dass bestandsgesicherter höherer Erholungsurlaub nicht mit Zusatzurlaub verrechnet werden darf.

Hinzu sollen Regelungen für Disponenten und weitere Verbesserungen kommen.

Der Arbeitgeber lehnte auch diesen Vorschlag ab. Begründung: Die Budgetplanung des Aufsichtsrats ließe dafür nicht genug Spielraum. Dogmatisch lehnte er auch alle Regelungen ab, die Verbesserungen nach Ende der Laufzeit beinhalten. Dabei gab und gibt es solche Regelungen bei der AKN selbst bereits heute und in fast allen anderen Unternehmen ebenfalls. Nur die AKN käme damit irgendwie nicht klar, ließ der Arbeitgeber wissen. Warum auch immer.

Frankfurt am Main, 17. März 2016

Fortsetzung der Tarifverhandlungen

Am 17. März 2016 setzten GDL und Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen (AGVDE) die Tarifverhandlungen für die AKN in Köln fort. Wie in der ersten Runde angekündigt legte der Arbeitgeber ein Angebot vor. Es liegt in der Natur der Sache, dass solche ersten Angebote fast immer unzureichend sind. Im Laufe der Verhandlungen hat der Arbeitgeber spürbar aber noch nicht ausreichend nachgebessert. Folgende Eckpunkte sind angeboten:
• rückwirkend zum 1. Januar 2016 2,3% Entgelterhöhung auf das Niveau der BuRa-Tabellen
• ab 1. August 2016 1,6% Entgelterhöhung
• ab 1. Januar 2017 Einführung der 7. Entgeltstufe mit einer Erhöhung von 40 Euro zu Stufe 6
• ab 1. April 2017 Erhöhung 2,0%
• ab 1. Juli 2017 neuer Zeitraum Nachtzulage 21 bis 6 Uhr statt 22 bis 6 Uhr
• ab 1. Juli 2017 Zeitzuschlag Nachtarbeit vier Minuten statt zwei Minuten
• ab 1. Januar 2018 Absenkung Referenz-Arbeitszeit
• Laufzeit 30.06.2018

Was sich erst einmal ganz gut liest hält bei näherem Hinsehen doch einige Probleme bereit. Die liegen vor allem in der Laufzeit des Abschlusses. Aber auch die Erweiterung des Zeitraums für die Nachtzulage ist noch nicht ausreichend. Unklar ist auch noch, ob der Arbeitgeber bereit ist, die Regelungen des geforderten BuRa-ZugTV tatsächlich auch auf die Disponenten anzuwenden. Offene, wenn auch keine unlösbaren Fragen gibt es bei weiteren Forderungen, wie die Verkürzung des Ausgleichszeitraums für Überstunden von sechs auf drei Monate.
Das Angebot war aber gut genug, um es nun der GDL-Tarifkommission zur Beratung des weiteren Vorgehens vorzulegen und das weitere Vorgehen zu beraten.

Die Tarifverhandlungen werden am 01.04.2016 in Hamburg fortgesetzt.

Frankfurt am Main, 4. Februar 2016

Start mit Vernunft

Nicht selten kommt es vor, dass die Gewerkschaft bei der Eröffnung der Tarifverhandlungen zunächst einmal kräftig wegen der angeblich so hohen Forderungen ausgeschimpft wird. Das stört zumindest die GDL nicht, führt aber zu einer schlechten Stimmung.
Nicht so bei der Eröffnung der Tarifrunde für die AKN Eisenbahn AG am 3. Februar 2016 in Köln. Der Arbeitgeber erklärte sich zu allen Forderungspunkten der GDL verhandlungsbereit, hatte Berechnungen über die Wirkung von Forderungen erstellt und beklagte auch nicht die schlechte wirtschaftliche Situation.
Damit starteten die Tarifverhandlungen in einer sachlichen und konstruktiven Atmosphäre.
Dabei sind die GDL-Forderungen nicht gerade niedrig. 2,3 Prozent mehr Geld sollen es zum 1. Januar 2016 sein, weitere 1,6 Prozent zum 1. Mai 2016.
Die Arbeitszeit soll in einem ersten Schritt um eine halbe Wochenstunde auf 39 Stunden absenkt werden. Die Nachtarbeitszulage soll künftig wieder ab 20 Uhr gezahlt werden und von 2,80 auf drei Euro steigen. Außerdem soll die Verpflegungspauschale um 1,50 Euro auf dann sieben Euro steigen. Der Zeitzuschlag für Nachtarbeit soll von zwei auf vier Minuten angehoben werden. Die Referenzarbeitszeit soll ab 1. Januar 2018 um eine Wochenstunde sinken. Würde die AKN bei ihrer dann gültigen betrieblichen Arbeitszeit bleiben, käme es zu einer Entgelterhöhung um den Wert einer wöchentlichen Arbeitsstunde.
Es war in der Auftaktrunde nicht zu erwarten, dass der Arbeitgeber ein vollständiges Angebot vorlegt. Dies sagte er aber für die zweite Runde zu. Diese findet erst am 17. März 2016 in Köln statt. Grund dafür sind Terminschwierigkeiten bei der GDL und beim Arbeitgeber.
Wenn die Verhandlungen aber sachlich und konstruktiv fortgesetzt werden − und der Arbeitgeber bereit ist, entsprechende Verbesserungen zu vereinbaren − können die Tarifverhandlungen zügig abgeschlossen werden.

Tarifrunde 2016

Auch bei der AKN Eisenbahn AG (AKN) wird aus dem Flächentarifvertrag für die Lokomotivführer BuRa-LfTV der Flächentarifvertrag für das Zugpersonal BuRa-ZugTV. Für die Tarifrunde 2016 hat die GDL der AKN ihre Kernforderungen übersandt.
Neben der Belastungssenkung für das Zugpersonal sind dies die weitere Heranführung an das Entgeltniveau des Marktführers und die Erweiterung des Geltungsbereichs der bestehenden Rahmenbedingungen der Lokomotivführer auf die Disponenten.
Im Einzelnen fordert die GDL:

  • Absenkung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 39,5 auf 39 Stunden
  • Änderung des Ausgleichszeitraums für Überstunden von sechs auf drei Monate
  • Erhöhung des Anbindungswerts von 99 auf 100 Prozent der Referenzentgelttabellen
  • Einführung von Regelungen bei dauerhafter Fahrdienstuntauglichkeit
  • Erhöhung der Entschädigung für den Verpflegungsmehraufwand in Höhe von 5,50 auf 7 Euro
  • Ausdehnung des Zeitraums der Nachtarbeitszulage auf 20 bis 6 Uhr statt wie bis bisher von 22 bis 6 Uhr sowie Erhöhung des Nominalbetrags von 2,80 auf 3 Euro
  • Entgelthöhung für örtliche Disponenten von 2938 bis 3439 Euro sowie für überörtliche Disponenten von 3250 bis 3817 Euro