Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Ortsgruppe Frankfurt (Oder)

Bezirk Nord-Ost

GDL

GDL-Ortsgruppe Frankfurt/Oder



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Denkmal für die gefallenen Eisenbahner 1914 bis 1919

Seit dem Jahr 2013 beschäftigen sich einige Kollegen, unter Federführung von Michael Hofmann, intensiv mit der Geschichte und der Rekonstruktion des größten Eisenbahnerdenkmals in der Mark Brandenburg. Hier ein Abriss der Geschichte des Denkmals und unserer Arbeit der letzten Jahre. Start

Aus der Geschichte

Mit dem Ende des ersten Weltkrieges und der Neugründung des polnischen Staates verlor das Deutsche Reich weite Gebiete im Osten. In Folge dessen ergaben sich auch für die Eisenbahn in diesen Regionen erhebliche Veränderungen. Die alten Eisenbahndirektionsbezirke Bromberg, Danzig und Posen lagen nun zum großen Teil in Polen bzw. standen unter Verwaltung des Völkerbundes. Die dort lebenden deutschen Eisenbahner standen vor der Wahl unter der polnischen Verwaltung weiter zu arbeiten oder ins Reichsgebiet umzusiedeln. Um die Restgebiete der ehemaligen Eisenbahndirektionen weiter verwalten zu können wurde die Eisenbahndirektion Osten, mit Sitz in Berlin, im Jahre 1919 geschaffen. Mit Gründung der Deutschen Reichsbahn erfolgte die Umbenennung in Reichsbahndirektion Osten und im Jahre 1923 der Umzug nach Frankfurt (Oder). Unter den Eisenbahnern der Reichsbahndirektion Osten entstand schon früh der Wunsch, für die im Krieg und in den anschließenden Grenzkämpfen mit Polen gefallenen Kollegen ein Denkmal zu errichten. Bereits bei der Erbauung der Wohnanlage am Kiliansberg in den Jahren 1922 bis 1924, unmittelbar am Frankfurter Bahnhof, wurde eine Stelle zur Errichtung eines Denkmals freigehalten. Die Errichtung konnte aber erst knapp ein Jahrzehnt später erfolgen. Im Jahre 1932 waren die, auschließlich durch Spenden gesammelten, Gelder in ausreichender Höhe vorhanden, sodaß der Entwurf des Architekten W. Beringer durch den Bildhauer G.Fürstenberg realisiert werden konnte.

Baustelle Denkmal1

Am 3. Juli 1932 wurde das Denkmal, unter großen Anteilnahme der Bevölkerung, feierlich eingeweiht. Die drei freistehnden Stelen symbolisieren dabei die drei verlorenen Eisenbahndirektionen, denen die gefallenen Eisenbahner angehörten,der Sockelblock symbolisiert die Zusammenführung der Direktionsbezirke in der Rbd Osten. Als Sinnbild der gemeinsamen Tätigkeit krönt ein Flügelrad das Denkmal. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden die am Denkmal angebrachten Inschriften zur Bedeutung des Denkmals, in falschverstandenen Bezug auf den Befehl Nr. 30 des allierten Kontrollrates (Abs.IV Der Zerstörung sind nicht unterworfen: Gedenksteine, die lediglich zum Andenken an verstorbene Angehörige regulärer militärischer Einheiten errichtet worden sind), entfernt.

Der steinige Weg zur Wiedererstellung der Inschriften

Seit 2013 gedenken die Mitglieder der GDL-Ortsgruppe Frankfurt (Oder) am Volkstrauertag mit einer Kranzniederlegung ihren ehemaligen Kollegen.

Denkmal2 Presse

Dadurch entstand auch die Idee, die entfernten Inschriften wieder anbringen zu lassen und den Sinn des Denkmals für die Bevölkerung zu erklären. Die Umsetzung gestaltete sich jedoch schwieriger als am Anfang gedacht. Auf Anfrage beim Stadtarchiv konnte durch Bildauswertungen aus dem Nachlass von W.Beringer zumindest die Inschrift auf der Südseite herausgefunden werden. Der Text der Nordseite konnte nur mit erheblichem technischem Aufwand durch ein Laserscanning und mit Hilfe intensiver Fotoauswertungen durch J.Schneider vom historischen Verein rekonstruiert werden. Mit Zustimmung des Eigentümers wurde im Jahr 2015 der Antrag an die untere Denkmalbehörde zur Wiederanbringung der Inschriften und zur Teilsanierung des Denkmals gestellt. In Jahr 2017 wurde ein kompletter Sanierungsplan, der von den renomierten Steinmetzen und anerkannten Steinrestauratoren A.Hain und H.P.Hain erarbeitet wurde, der unteren Denkmalbehörde nachgereicht. Die Denkmalbehörde versuchte allerdings mit ständig neuen Auflagen und nicht nachvollziehbaren Argumenten die Anbringung der Inschrift zu verhindern und unterstützte damit, ob gewollt oder ungewollt, die nachträgliche Umwandlung des Unrechts in Recht. Im Februar 2018 erhielten wir die mündliche Zusage des damaligen OB der Stadt Frankfurt (Oder), Dr. M. Wilke, daß für die Rekonstruktion des Denkmals, inkl. der Inschriften, die denkmalrechtliche Genehmigung erteilt wird. Im Juli war es nun soweit. Wir haben endlich die lang ersehnte Genehmigung, wenn auch mit vielen Auflagen, in den Händen. Nun beginnt die Planungsphase zur Realisierung der vollständigen Restauration und die Spendensammlung.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an unseren Kollegen Michael Hofmann für seine Ausdauer und sein unermüdliches Engagement!

Bis zur Umsetzung der Restauration werden am Volkstrauertag und in der anschließenden Woche weiterhin Bildtafeln am Denkmal mit den alten Inschriften befestigt.

Inschrift31 Inschrift41

Alle Fotos auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung von Michael Hofmann und dem Stadtarchiv Frankfurt (Oder). Jegliche Weiternutzung oder Vervielfältigung bedürfen der ausdrücklichen und schriftlichen Genehmigung der Urheberrechtsinhaber !

Stand: 26.07.2018


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