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GDL-Ortsgruppe Bebra



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Mit Bahn-Milliarden Frequenz erhöhen

Telegramm - 30.01.2020

2020-01-30
Investitionsprogramm: Patrick Rehn (GDL) über Möglichkeiten im Landkreis

hna.de

VON CHRISTOPHER ZIERMANN

Hersfeld-Rotenburg – Geld aus dem von Verkehrsminister Andreas Scheuer verkündeten 86-Milliarden-Investitionsprogramm für die Bahn wird auch in den Landkreis Hersfeld-Rotenburg fließen. Patrick Rehn von der Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begrüßt diese „Absichtsbekundung“, wie er es erst einmal nennt. „Das relativiert sich aber, wenn man sieht, dass die Bahn einen Investitionsstau von 40 bis 50 Milliarden Euro hat“, sagt er. So werde ein Teil des Geldes in die ab 2023 geplante Vollsanierung der Schnellstrecke Fulda-Kassel fließen und ebenso in die Trasse Fulda-Gerstungen.


Tunnel
Marode Brücken, Tunnel und Gleisanlagen sollen mit dem Geld repariert werden, hatte Scheuer verkündet. Im Landkreis gibt es diesbezüglich laut Rehn keine massiven Problemfälle. „Bei uns ist in den vergangenen Jahren viel investiert worden in die Schienenstrecken“, sagt Rehn. Im Herbst steht die Sanierung des Hönebacher Tunnels an, Busse als Schienenersatzverkehr sind geplant.


Höhere Frequenz
Wünschenswert wäre laut GDL-Vertreter die Investition in eine Verkürzung der Signalabstände. Dadurch würde eine höhere Frequenz von Zugfahrten möglich. Dazu könnte auch die Wiederinbetriebnahme von Überholmöglichkeiten beitragen. „Das hat man vielerorts leider für immer und ewig abgeschafft, zum Beispiel in Rotenburg.“ Bei einem erhöhten Zugaufkommen, das ja von der Bundespolitik gewünscht sei, bräuchten Personenzüge auch mehr Möglichkeiten, langsamere Güterzüge zu überholen.


Bahnsteige reaktivieren
Eine mögliche Wiederaufnahme des Personenverkehrs im Werratal hatte schon vor der Verkündigung des Investitionsprogramms der Heringer Bürgermeister Daniel Iliev ins Spiel gebracht. Rehn meint, man könnte beispielsweise auch in Baumbach wieder eine Haltestelle einrichten, wo die Fragmente des früheren Bahnsteigs noch vorhanden sind. Möglich sei eine Cantus-Haltestelle grundsätzlich auch in Cornberg, wo die Bevölkerung dies vor 20 Jahren in einer Bürgerbefragung abgelehnt hatte, sagt Rehn auf Nachfrage. Als weiteren möglichen Haltepunkt, der die Mobilität vieler Menschen verbessern würde, nennt Rehn Oberhaun. „Dabei kommt es natürlich immer darauf an, ob die örtliche Politik das will. Wenn es da einen Vorstoß gäbe, könnte was passieren“, sagt Rehn.


Niederaula-Hersfeld
In Zukunft könne auch die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Strecke Bad Hersfeld-Eichhofsiedlung-Asbach- Breitenbach/H. wieder ein Thema werden. Darüber habe man schon einmal gesprochen, als vor fünf Jahren die Diskussion um die ICETrasse Fulda-Gerstungen erstmals Fahrt aufnahm und zur Debatte stand, dass diese bei Niederaula ausfädeln könnte. „Im Moment steht das nicht auf der Agenda. Aber wenn der Abzweig bei Niederaula gebaut werden sollte, sollte man diese Chance nutzen“, sagt Rehn. Die Gleise bis Breitenbach/H. werden sporadisch von Güterzügen genutzt, um den Holzhof zu erreichen. „Täglich fahren einige 1000 Menschen auf der B 62 von Niederaula nach Bad Hersfeld – davon könnte man sicherlich viele auf die Schiene holen“, sagt Rehn. Die Gleise führen unmittelbar am Amazon-Zentrum an der Eichhof- Siedlung vorbei, wo es früher auch einen Haltepunkt gab.


Barrierefreiheit
NVV-Pressesprecherin Sabine Herms nennt auf Nachfrage unserer Zeitung drei Ideen für den Landkreis – allerdings noch unter großem Vorbehalt, da man die Chancen dafür noch nicht abschätzen könne und mögliche Mitfanzierungen der Kommunen teilweise auch noch realisiert werden müssten.
Konkret nennt Herms drei Projekte im Zusammenhang mit Barriefreiheit: Die Erhöhung des Hausbahnsteigs in Bad Hersfeld für den Cantus, den barrierefreien Ausbau des Bahnsteigs 2 in Rotenburg mit Aufzügen für die Unterführung und den barrierefreien Ausbau des Bahnsteigs Richtung Kassel in Lispenhausen. Der NVV entscheidet in diesen Fragen allerdings nicht – das Schienennetz gehört der Deutschen Bahn.
Foto: G. Schankweiler-Ziermann

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