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GDL-Ortsgruppe Bebra



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GDL Bebra warnt vor Tricks der Hessen-Ticket-Mafia

Pressemitteilung - 24.07.2019

Auch in den Zügen der Cantus Verkehrsgesellschaft, welche in Nordhessen unterwegs sind, können die Trickbetrüger auf ihre Opfer warten. --- Foto:  Patrick Rehn
Foto: Patrick Rehn
Im Rhein-Main-Gebiet und hier besonders auf der Strecke zwischen Frankfurt und Gießen sind sie auf den Bahnhöfen und teilweise in den Zügen ein seit langer Zeit gewohntes Bild, nun sind sie auch in Nordhessen unterwegs: Trickbetrüger, die Reisenden eine Mitfahrt auf dem Hessen-Ticket anbieten.

Patrick Rehn, Mitglied des Vorstand der Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer erläutert: "Das Hessen-Ticket ist ein Angebot des Rhein-Main-Verkehrsverbund sowie des Nordhessischen Verkehrsverbund. Montag bis Freitag ab 9 Uhr und Samstag und Sonntag ganztägig können alle Angebote des Nahverkehr zum Festpreis von 35 Euro genutzt werden. Also ideal für einen Gruppenausflug mit Bus, Straßen- und U-Bahn sowie den Nahverkehrszügen der verschiedenen Unternehmen."

Bereits vor einigen Jahren machten sich findige Betrüger eine Lücke in der Anwendung des Hessen-Ticket zu nutze: Da auf dem Fahrschein keine Namen eingetragen werden brauchten wurde ein Hessen-Ticket gekauft, mit welchem der Inhaber dann meist an Fahrkartenautomaten beobachtete, wohin ein Fahrgast einen Fahrschein lösen wollte. War der Preis hoch genug wurde der Reisende angesprochen, ob er nicht für weniger Geld auf das Hessen-Ticket mitfahren würde. Wenn man sich einig wurde zahlte der Fahrgast einen entsprechenden Preis, teilweise war das Wechselgeld was man erhielt jedoch nicht echt.

Seit 2018 müssen, um dem "Hessen-Ticket-Tourismus" einen Riegel vorzuschieben, die Namen der Mitreisenden auf dem Ticket eingetragen werden. Das Besondere: Die Zusammensetzung der Gruppe darf jedoch nach Fahrtantritt nicht mehr verändert werden, zudem kommen teilweise Stifte zum Einsatz, die hinterher wieder gelöscht werden können, so dass neue Namen eingetragen werden können. Die Betrüger können somit innerhalb eines Tages deutlich mehr als die einmal gezahlten 35 Euro verdienen.

Patrick Rehn: "Die Reisenden haben neben der Gefahr Falschgeld als Wechselgeld ausgehändigt zu bekommen also mehrere Risiken. Denn niemand kann mit Sicherheit sagen, ob der Inhaber des Ticket bis zum Schluss im Zug bleibt und nicht eventuell schon vorher aussteigt. Kommt es dann zu einer Fahrscheinkontrolle, weil der Betrüger Hals über Kopf den Zug verlassen hat sind die Reisenden, die auf die Masche hereingefallen die Dummen. Zudem wurden Betrüger, die schon mehrmals auffällig geworden sind, mit einem Hausverbot belegt und machen sich strafbar wenn sie im Zug oder einem Bahnhof angetroffen werden. Die Reisenden, welche mit auf der Fahrkarte stehen müssen dann unter Umständen gegenüber dem Zugpersonal, der Landes- oder Bundespolizei entsprechende Angaben machen."

Die GDLer aus Bebra raten daher dazu auf solche halbseidenen Geschäfte nicht einzugehen. Rehn abschließend: "Wer seine Fahrkarte regulär am Automat kauft braucht kein schlechtes Gewissen haben und genießt trotzdem alle Rechte und Pflichten, auch wenn einmal beispielsweise ein Kleidungsstück schmutzig oder ein Gepäckstück beschädigt wird. Kommt es aufgrund einer Störung zu größeren Verspätungen, Anschlüsse sind nicht mehr erreichbar und es muss auf Taxi oder gar Hotel ausgewichen werden haben die Reisenden umfangreiche Möglichkeiten. Dann allerdings wird immer zuerst die Frage nach der Fahrkarte gestellt."

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