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GDL-Ortsgruppe Bebra



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GDL Bebra

Betriebseisenbahner bleiben auch künftig unverzichtbar

Pressemitteilung - 06.02.2019

Bei dieser Wagenbauart wird das Ladegut mittels Druckluft aufgelockert und dann entladen. Das Entweichen dieser Druckluft stellt kein Gefahrgutaustritt da. --- Foto:  Steven Kunz
Foto: Steven Kunz

Am Dienstag, den 5. Februar 2019 kam es im Bereich des Betriebsbahnhof "Bebra Umladebahnhof" zu einem Zwischenfall mit einem abgestellten Staubgut- bzw. Silowagen.

Dieser hatte Filterstaub aus einer Verbrennungsanlage nach Bebra transportiert, wo dass Ladegut für den weiteren Transport in einen Lkw umgeladen wurde. Dieser Umladeprozess geschieht mit Druckluft, welche über entsprechende Anschlüsse in den Waggon geleitet wird. Die Ladung wird dadurch aufgelockert und der Wagen kann entleert werden.

Im Nachgang hierzu wurde der Waggon für die spätere Fahrt zum Rangierbahnhof Bebra in einem Nebengleis abgestellt. Ein Lokführer, welcher im Rahmen seines Dienstes in einem der benachbarten Gleise an einem anderen Zug tätig war, bemerkte ein Ausströmgeräusch an einem der Druckluft-Ventile des Güterwagens. Da dieser zwar entleert, aber nicht gereinigt war, und somit durch entsprechende Tafeln am Fahrzeug weiterhin als Gefahrgut-Waggon gekennzeichnet war verständigte der Lokführer die entsprechenden Stellen. Die alarmierten Feuerwehren konnten nach kurzer Zeit bereits Entwarnung geben, da weder Ladegut austrat noch eine weitere Gefahr bestand.

Die Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer zeigt sich mit dem Ablauf, dem Handeln des Lokführer und der beteiligten Personen zufrieden. Thomas Mühlhausen, Vorsitzender der Ortsgruppe sagt: "Vorsicht ist besser als Nachsicht. Wären hier beispielsweise tatsächlich leicht entzündliche, explosive oder andere umweltgefährende Stoffe ausgetreten hätte die Meldung des Lokführer dafür gesorgt, dass eine Gefahr für Leib und Leben verhindert oder abgemildert hätte werden können."

Die Eisenbahn ist das sicherste Verkehrsmittel, sowohl im Personen- wie im Güterverkehr. Besonders Unternehmen der chemischen Industrie vertrauen ihre Waren der Bahn an. Manche Güter dürfen beispielsweise nur auf kürzestem Weg auf der Straße transportiert werden und müssen dann auf den Zug umgeladen werden. Das es hierbei auch zu Zwischenfällen und Unglücken kommen kann ist zwar nicht vollends auszuschließen, doch sehr selten. Mühlhausen: "Die Kolleginnen und Kollegen wissen um die Besonderheiten und verständigen bei kleinsten beobachteten Unregelmäßigkeiten die zuständigen Stellen und leiten teilweise bereits vor deren Eintreffen entsprechende Maßnahmen ein."

Für die GDLer aus Bebra zeigt sich dadurch allerdings erneut, dass es auch künftig - trotz anderslautender Ankündigungen und Pläne - weiterhin des Menschen im Eisenbahnbetrieb bedarf. Mühlhausen: "Natürlich spielt auch der Zufall eine Rolle und auch in einem komplett automatisierten System bleiben Unregelmäßigkeiten nicht unentdeckt. Bis wir mit Letzterem allerdings an diesem Punkt sind wird es noch mehrere Jahrzehnte dauern."

Die entsprechende Ausstattung von Strecken, Lokomotiven und Waggons wird mehrere Milliarden Euro kosten, deren Unterhaltung und Wartung geschieht ebenfalls nicht zum Nulltarif. Daher werden gut ausgebildete und aufmerksame Eisenbahnerinnen und Eisenbahner nicht nur langfristig gesehen kostengünstiger, sondern der Technik aus Sicht der GDL Bebra auch in vielen Bereichen weiterhin überlegen bleiben. Mühlhausen: "Denn die Technik kann nämlich stets nur erfassen, wofür Kontakte, Sensoren und Programme vorgesehen sind. Vor dem Hintergrund der steigenden Frachtraten wird die Eisenbahn also nicht nur ein Wachstums-, sondern auch ein Zukunftsmarkt bleiben."

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