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GDL-Ortsgruppe Bebra



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Keine Ausreden mehr - Innovationen für den Güterverkehr von Morgen

Pressemitteilung - 30.09.2018

Dieses Gestell ermöglicht allen LKW-Sattelauflieger die Reise mit der Bahn: Der NiKraSa Foto: Steven Kunz

Das ist das Ergebnis, was die Vertreter der Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer von ihrem Besuch auf der Messe in Berlin mitbringen. Patrick Rehn, Mitglied des Vorstand: "Die Chancen für die Eisenbahn und den Verkehrsträger Schiene waren noch nie so gut wie heute. In Zeiten von Diesel-Gate, zunehmendem Frachtverkehr, massiven Schäden an Straßen und Brücken, Umweltzonen und teilweise über 20 Kilometer langen Baustellen auf Autobahnen wird dies besonders klar."

Doch was bislang stattfindet kann man getrost "Zurückbleiben hinter den eigenen Möglichkeiten" bezeichnen. Auf der diesjährigen InnoTrans, der weltweit führenden Messe für Schienenfahrzeuge und -infrastruktur präsentierten sich dabei über 3000 Firmen aus mehr als 60 Ländern. Rehn: "Besonders die Firmen aus dem deutschsprachigen Raum zeigten dabei wieder Innovationen, welche wir als Lokomotivführer für zukunftsrelevant befinden." Ein Großteil der Firmen legte ihren Fokus aus die Optimierung von Disposition und Computerprogrammen und die zukünftige Organisation des Verkehr. Für die GDL Bebra stehen jedoch die Transportsysteme im Vordergrund, denn ohne die lässt sich auch mit cleversten Programmen nichts transportieren.

Besonderes Augenmerk verdient ihrer Ansicht nach dabei das modular aufgebaute Betriebssystem der Firma Molinari Rail Systems zum unkomplizierten Einbau in Containertragwagen. Steven Kunz, Ortsjugendleiter in Bebra: "Ähnlich einem Fahrraddynamo wird über einen Generator die Drehbewegung der Waggonachse genutzt um eine Akku-Einheit mit hoher Kapazität zu speisen. Diese wiederum wird über einen Anschluss an der Einbaueinheit mit einem Kühlcontainer verbunden. Die bislang für den Betrieb der Kühlaggregate notwendigen Dieselmotoren können ausgeschaltet bleiben. Selbst bei mehrstündigem Stillstand des Zuges ist die Versorgung der Akkus ausreichend. Ein echter Gewinn für die Umwelt und ein wichtiger Schritt zum klimaneutralen Transport."

Aber auch das System NiKraSa des Logistik-Kompetenz-Zentrum Prien verdient laut den Bebraer Lokführern Anerkennung, ist jedoch bereits seit einigen Jahren auf dem Markt. Mit diesem können Sattelauflieger ohne entsprechende Vorrichtungen zum Transport mit der Bahn verladen werden. Rehn: "Die zusätzlichen Verstrebungen und Versteifungen erhöhten bisher das Netto-Gewicht eines Auflieger, wodurch dessen Nutzlast sank. Auch spezielle Auflieger wie beispielsweise für Silo- oder Tanktransporte, deren Konstruktion einen Umschlag auf die Schiene verhinderten können nun verladen werden." Das Prinzip: Die Auflieger werden dabei in eine Transportwanne gefahren, welche links und rechts über Halterungen für die Kranzangen in den Umschlagbahnhöfen verfügt.

Im Wettbewerb um sinkende Transportkosten wurden zudem neue Transporteinheiten und Wagen präsentiert. Kunz: "Die Trennung von Fahrwerk und Transportbehälter sorgt für eine optimale Auslastung der einzelnen Verkehrsträger. Zudem bietet sich die Möglichkeit, die Behälter auch für die vorübergehende Lagerung einzusetzen. Während also beispielsweise der Zug die Langstrecke fährt übernimmt der Lkw die letzten Kilometer zum Kunden. Zudem kann der freie Platz auf dem Zug wieder mit neuer Fracht beladen werden. Aus unserer Sicht kann der kombinierte Verkehr daher auch im Lkw-Gewerbe helfen dem Fahrermangel zu begegnen, Leerfahrten zu vermeiden und somit die Auslastung und Attraktivität des Berufs zu erhöhen."

Auch für die Region Nord- und Osthessen bot die Messe daher interessante Ansätze, da sind sich Rehn und Kunz einig: "Mit den Umschlagbahnhöfen in Phillipsthal, Beiseförth und Kassel stehen leistungsfähige Bahnhöfe zum Umschlag zwischen Schiene und Straße zur Verfügung. Es ist nicht notwendig Fracht über hunderte, teilweise tausende Kilometer quer durch Deutschland und Europa auf der Straße zu fahren. Wer den Weg über die Schiene will, der findet Wege. Wer nicht will, findet Ausreden."




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