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Jugend- und Auszubildendenvertretung

Starke JAVler – für die Interessen der Azubis

Telegramm - 12.09.2022

Im Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. November 2022 (regelmäßiger Wahlzeitraum) finden auch in diesem Jahr wieder die Wahlen zur Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) statt. Wahlberechtigt sind alle jugendlichen Arbeitnehmer (das heißt alle unter 18) und alle Beschäftigten, unabhängig vom Alter, die sich in einer beruflichen Ausbildung befinden. Wählbar sind alle Arbeitnehmer, die unter 25 Jahre alt oder Auszubildende (ohne Altersgrenze) sind. Das GDL Magazin VORAUS fragte nach: Warum sollen die GDL-Kandidaten in die JAV einziehen? Was können sie besser als andere für die Azubis tun?
SB Bieh 720x960„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
Sophia Bieh, 30, 1. Stewardess Bordgastronomie, DB Fernverkehr Leipzig, stellvertretende GDL-Ortsjugendleiterin Leipzig Fernverkehr 

Warum engagierst du dich in der GDL?

Weil ich in der GDL fair und auf Augenhöhe behandelt werde.

Warst du schon in der JAV oder bist du das erste Mal dabei?

Seit 2018/2019 bin ich in Leipzig die Ortsjugendleiterin, jetzt allerdings nur noch stellvertretend, da ich seit der Betriebsratswahl 2022 in den Betriebsrat gewählt wurde.

Warum engagierst du dich erst in der JAV und jetzt im Betriebsrat?

Diese Frage ist leicht zu beantworten:
Ich möchte für die Auszubildenden Verbesserungen schaffen, damit wir Nachwuchskräfte haben, die auch im Unternehmen bleiben. Ich will Übernahmen sichern und für die jungen Kollegen Ansprechpartnerin und Sprachrohr bei all ihren Fragen und Problemen sein.

Hast du schon etwas erreichen können? Was war besonders wichtig?

Wir haben die Vergütung der Azubis des Bordservices bei Praxisfahrten mit Übernachtung sichergestellt, also konkret den Anspruch auf die Zeiten von und zur Übernachtung. Diesen hatte der Arbeitgeber den Kollegen zunächst vorenthalten. Wenn man das Ganze auf ein Jahr hochrechnet, kommt man gut auf 7,36 Stunden, quasi auf einen ganzen Arbeitstag. Darauf aufmerksam hat uns ein Auszubildender gemacht, wir haben den Vorgang dann an die GDL-Tarifabteilung übergeben und diese hat sich zügig darum gekümmert. Abschließend gab es
einen Aushang und nun profitieren alle davon.

Was willst du noch erreichen? Was ist das größte Ärgernis, das noch verbessert werden muss?

Das größte Ärgernis für mich ist, dass wir ein evg-Mehrheitsbetrieb sind und auf viele Sachen verzichten müssen, die in unseren Tarifverträgen deutlich besser geregelt sind. Damit dieses Ärgernis beseitigt werden kann, heißt es weiterhin, fleißig Mitglieder zu werben.

Dein Motto?

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Nie war die Zeit besser und wichtiger als jetzt, um etwas zu ändern. Darum engagiert euch, denn nur gemeinsam können wir die Segel anders setzen.


JD Dieckmann 720x960„Seid stark, geradlinig und trotzt der Willkür des Arbeitgebers.“
Johannes Friedrich Dieckmann, 19, Lokomotivführer DB Regio Südost, Leipzig 

Warst du schon in der JAV oder bist du das erste Mal dabei?

Ich bin seit 2020 in der JAV und trete nun erneut an.

Warum engagierst du dich in der GDL?

Ich engagiere mich in der GDL seit dem Beginn meiner Ausbildung 2019 da ich finde, dass es eine starke Gewerkschaft braucht, die sich genauso für eine starke Berufsausbildung einsetzt, wie sie es für jeden einzelnen Arbeitnehmer und Azubi tut. Die Ziele der GDL – stark, unbestechlich, erfolgreich – spiegeln genau das wider, was es in der Berufsausbildung braucht: starke JAVler, die sich für die Interessen der Azubis einsetzen und dabei unbestechlich und erfolgreich sind. Es nützt keinem Azubi etwas, wenn die JAV dem Arbeitgeber alles mit Ja und
Amen absegnet und dabei die Qualität der Ausbildung leidet.

Warum engagierst du dich in der JAV?

In der JAV engagiere ich mich, da ich schon als Schüler in der Interessenvertretung tätig war und hier eine neue Chance gesehen habe, aktiv etwas zu erreichen und für eine gute und qualitativ hochwertige Ausbildung für alle Azubis zu kämpfen.

Hast du schon etwas erreichen können? Was war besonders wichtig?

Im Jahr 2021 sagte uns der Arbeitgeber, dass er am Standort Leipzig ab 2022 keine Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst (EiB) mehr anbieten würde. Für uns als JAV war das eindeutig eine falsche und kurzsichtige Entscheidung, wo man doch schon ein Jahr zuvor das Ende der Ausbildung zu Kaufleuten für Verkehrsservice (KfV) besiegelt hatte. Unter dem damaligen Vorsitzenden Maximilian Helmschmied stellten wir als JAV einen Initiativantrag zur Fortführung der EiB-Ausbildung an den Arbeitgeber und wiesen dabei auf den generellen Personalnotstand und die soziale Verantwortung hin, mit der sich die DB ja immer schmückt. Mit unserem Antrag haben wir es geschafft, die EiB-Ausbildung am Standort Leipzig zu erhalten. Uns wurden sechs EiB-Azubis für 2022 zugesprochen. Und was soll man sagen? Heute, 2022, ist keine Rede mehr davon, die EiB-Ausbildung am Standort einzustampfen, im Gegenteil, die Bewerbungsgespräche für 2023 laufen bereits.

Was willst du noch erreichen? Was ist das größte Ärgernis, das noch verbessert werden muss?

Als JAVler möchte ich mich weiterhin für den Erhalt, die Qualität und das Wohl der Azubis einsetzen. Konkret bedeutet dass, dass wir für die Ausbildung weiterer Fach- und Fahrtrainer kämpfen, um nicht wie bisher zu wenige zu haben, weiterhin kritische Blicke auf die Einsatzpläne der Azubis werfen und dabei keine Scheu haben, dem angeblich besten Arbeitgeber Deutschlands auf die Finger zu hauen. Wir werden, wie bisher auch, Ansprechpartner bei Problemen sein und uns immer für die Interessen der Azubis stark machen.

Dein Motto?

Mein Motto für mich und alle anderen lautet: „Seid stark, geradlinig und trotzt der Willkür des Arbeitgebers. Gemeinsam und nicht einsam erreichen wir etwas!“


Die Gespräche führte Stefan Mousiol.