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Auslernende Azubis

Abschlussprüfungen 2021 im Zeichen von Corona – Qualität der Ausbildung erhalten

Telegramm - 24.03.2021

Jeder hat Rechte und Pflichten. Beide schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern ergänzen sich vielmehr. Auszubildende nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) haben das Recht, für den Berufsschulunterricht freigestellt zu werden. Sie haben zudem ein Recht darauf, in ihrer Lehre Wissen und Fähigkeiten vermittelt zu bekommen. Gleichzeitig haben Azubis die Pflicht, sich den Lernstoff anzueignen. Daraus ergeben sich wiederum Pflichten für den Ausbildungsbetrieb – nämlich die Teilnahme (nicht Anteilnahme) am Berufsschulunterricht durch Freistellungen zu ermöglichen und den Nachwuchskräften neues Wissen und dessen Anwendung zu vermitteln.
Unterricht am Bildschirm ist eine sinnvolle Maßnahme zum Schutz vor dem Coronavirus, darf aber kein Dauerzustand bleiben. Die GDL-Jugend fordert daher die Rückkehr zum Präsenzunterricht nach dem Ende der Pandemie.
Unterricht am Bildschirm ist eine sinnvolle Maßnahme zum Schutz vor dem Coronavirus, darf aber kein Dauerzustand bleiben. Die GDL-Jugend fordert daher die Rückkehr zum Präsenzunterricht nach dem Ende der Pandemie.

Nachteile und Einschränkungen

So weit, so gut, wäre da nicht das Coronavirus. Die von ihm ausgehenden gesundheitlichen Gefahren zwingen die Politik zu konsequentem Handeln. Kontaktbeschränkungen sind eine besonders harte Folge des zum notwendigen Schutz der Menschen angeordneten Shutdowns. Damit fehlen, von den sozialen Auswirkungen abgesehen, auch Präsenzunterrichte. Und das ist die Krux an der Sache: Nicht nur Wiederholungsthemen werden über den digitalen Weg vermittelt, auch neue Themen verbreiten sich mittels Tablets und Homeschooling. Doch hierbei fehlt es an den Möglichkeiten, direkt nachzufragen und umgehend kompetente Antworten zu erhalten. Stattdessen dauert es oft lange, bis die Antwort da ist. Letztlich werden die Schüler mit ihren Fragen zu lange alleingelassen. So bleibt es beim „eigenständigen Lernen“ mit all seinen Nachteilen und Einschränkungen.

Fehlender Praxisbezug

Natürlich werden die Themen auch in normalen Zeiten zunächst in der Theorie gepaukt und erst viel später in der Praxis umgesetzt. Dennoch ist hier ein markanter Unterschied zu spüren: Es fehlt derzeit der Mensch, der dem Auszubildenden die vorhandenen Fragezeichen mithilfe von bildhaften Erklärungen in Ausrufezeichen umwandeln kann. Dafür sind die Einzelunterrichte in der Praxis ein Vorteil. So kann, sofern die Zeit dazu vorhanden ist, auf die jeweiligen Bedürfnisse Einzelner eingegangen und Wissenslücken können beseitigt werden. Doch kommt auch hierbei das Lernen anhand der Fehler anderer, ein nicht zu unterschätzender Effekt, zu kurz.

Rückkehr zum Präsenzunterricht

Fakt ist: Die Abschlussprüfungen finden planmäßig statt und zwingen die Ausbildungsbetriebe zu diesen ungewöhnlichen Maßnahmen. Selbst wenn alles wie geplant funktioniert, besteht die Gefahr, dass die Qualität der Ausbildung darunter leidet. Die GDL-Jugend steht zu ihrem Wort und fordert die Betriebe dazu auf, den Präsenzunterricht nach der Pandemie umgehend wieder aufzunehmen. Denn unter Qualitätsmängeln bei der Ausbildung leidet auf Dauer das System Eisenbahn und mit ihm die Vorteile der Schiene: Sicherheit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit.

GDL-Jugend: Viel Erfolg beim Start ins Berufsleben

Den auslernenden Nachwuchskräften wünschen wir viel Erfolg und Prüfungsergebnisse, die den Anforderungen von IHK und dem Ausbildungsbetrieb gerecht werden. Damit ist der Start in das Berufsleben gegeben und die Zukunft sicher. Als Ansprechpartner stehen die Ortsjugendleitungen und Bezirksjugendleitungen mit Rat und Tat zur Seite.

A. U.