GDL

GDL-Bezirk Nord



*** Unzureichende Internetverbindung - Offlineseite vom 07.07.2020 - 15:27   ? ***

Verfehlte Politik den Lokführern in die Schuhe geschoben

Pressemitteilung - 09.01.2015

Stark verärgert hat die Deutsche Bahn ihre Lokomotivführer bei der S-Bahn Frankfurt mit der Aussage über die Ausfälle der S4 in Frankfurt. Ein Pressesprecher behauptet in den Medien am 2. Januar 2015: „Kurzfristig haben sich mehrere Lokführer am Neujahrstag krankgemeldet.“ Der Vorsitzende des Bezirks Frankfurt der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Karl de Andrade-Huber sagte dazu: „Unsere Mitglieder waren richtig sauer. Die DB hat mit dieser Meldung zum einen ihre verfehlte Politik auf den Krankenstand unserer Lokführer abgewälzt. Zum anderen hat sie suggeriert, dass sich Lokführer nach dem Feiern an Silvester auskurieren müssten. Zahlreiche Fahrgäste haben zumindest solche Anspielungen an die Lokführer gemacht.“

Was ist Fakt?
Zwei Lokomotivführer haben sich an Neujahr tatsächlich zusätzlich krank gemeldet. „Wenn das Zugausfälle in diesem Maße auslöst, dann liegt das eindeutig an der schlechten Personalplanung“, so de Andrade-Huber. Seit zwei Jahren ist dem Arbeitgeber bekannt, dass ab Fahrplanwechsel Dezember 2014 ein erhöhter Personalbedarf besteht. Mindestens 30 von rund 420 insgesamt beschäftigten Lokführern der S-Bahn fehlen. „Nur durch das große Engagement aller S-Bahn-Mitarbeiter konnte die Inbetriebnahme der neuen Streckennetze Kleyer-Bündel (Linie S1, S7 und S9), Gallus-Bündel (S3, S4, S5, S6) und der S2 der S-Bahn Rhein-Main überhaupt gelingen.“ Die Lokomotivführer schieben im unregelmäßigen Schichtdienst hohe Überstundenberge vor sich her. Gleichzeitig werden sie mit den lauten und kalten Führerständen in der neuen S-Bahn ET 430 konfrontiert. Zum einen funktionieren in den Führerständen die Heizungen nicht richtig. Zum anderen werden die Lokomotivführer bei jeder Fahrt mehrmals mit rund 85 Dezibel beschallt. Dieser Lärm entsteht nach dem Drücken der Taster, mit dem mobilitätseingeschränkte Reisende berechtigter Weise Unterstützung beim Einsteigen fordern. Zusätzlich wird er von Reisenden sehr oft missbräuchlich betätigt. Außerdem können sich Reisende mit Fahrgast-Service-Steller an den Lokführer wenden. Die GDL fordert, dass die Klimaanlage nachgebessert und der Lärmpegel entsprechend vermindert wird. „Der Arbeitgeber kennt diese Problematik, will aber kein Geld dafür ausgeben“, so der Bezirksvorsitzende und weiter: „Statt Lokomotivführer an Neujahr in ein schlechtes Licht zu rücken, muss die DB endlich mehr Lokomotivführer einstellen und die Fahrzeuge in Ordnung bringen.“