Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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Parlamentarischer Abend der GDL auf Fehmarn

Aushang - 11.02.2019

Foto: Frau Silvana Gardenal moderierte den Abend mit den Herren Peer Knöfler CDU, Lutz Schreiber GDL, Bernhard Wewers NAH SH, Kai Vogel SPD und Torsten Reh von DB Regio.

Der GDL Bezirk Nord lud am 11. Februar 2019 zu einem parlamentarischen Abend in das IFA Hotel auf der Insel Fehmarn ein. Mit den Gästen aus Politik und Wirtschaft wurde intensiv über die „Herausforderungen“ im Eisenbahnbereich diskutiert.

Das Thema der Infrastruktur war dort als erster Schwerpunkt angesetzt und allen Aussagen war zu entnehmen, dass der Erhalt sowie der Ausbau dringlich vorangetrieben werden muss. Ebenso muss an der Zuverlässigkeit der Züge und der Lokomotiven gearbeitet werden, verursachen deren Defekte doch oft Ausfälle und Verspätungen und sorgen somit zu großem Unmut bei den Fahrgästen und beim Personal.

Der zweite Schwerpunkt des parlamentarischen Abends betraf Personalgewinnung und Betreuung.

Hier konnten Missstände aufgedeckt werden, die zu denken geben und die die DB zum Handeln zwingen. Herr Knöfler, CDU, und auch Herr Vogel, SPD, sind beide aus dem Lehrerberuf in die Politik gekommen und berichteten von Schulkooperationen mit der DB AG. Mehrere Einladungen zu Jobmessen an den Schulen wurden einfach ignoriert und es wurde teilweise nicht einmal geantwortet, wenn eine Einladung an die DB geschickt wurde. Das ist beschämend und Herr Torsten Reh möchte das jetzt persönlich in die Hand nehmen. Hoffen wir das Beste, sonst wird das erklärte Ziel über 20000 Personale allein in 2019 einzustellen, bestimmt verfehlt. Lutz Schreiber kritisierte das Abwerben von Personalen aus anderen Unternehmen. Es wird mit übertariflichen Zahlungen gearbeitet, mit Dienstantrittsprämien und mit Werbeprämien, wenn bisherige Mitarbeiter neue Mitarbeiter ins Unternehmen holen. Das sind schon fast kannibalistische Zustände, so die Aussage von Lutz Schreiber!

Auch an der Betreuung des vorhandenen Personals muss gearbeitet werden, sind doch gerade die Zugbegleiter viel zu oft von Übergriffen und Beleidigungen bedroht. Hier wird die Politik zum Handeln gezwungen, gilt dies doch auch für alle Berufsgruppen, die in Uniform auftreten müssen. Der Aufgabenträger, hier die NAH-SH, vertreten durch Herrn Bernhard Wewers kann hier ebenfalls mitgestalten und die Besetzungsnormen bei den Ausschreibungen verbessern. Das Bewusstsein dazu ist vorhanden, Qualität kostet dann halt etwas mehr Geld.

Die Journalistin Frau Gardenal moderierte die Diskussion souverän und mit sehr viel Sachverstand, so dass am Ende zwar nicht alle Fragezeichen aus dem Weg geräumt wurden, aber deutlich die Botschaft bei allen Verantwortlichen ankam: Wir müssen etwas tun: Unternehmen, Politik, Aufgabenträger und Gewerkschaften, wobei wir unseren Teil der Arbeit immer mit dem Fokus auf das Zugpersonal ausrichten.

Die Zuverlässigkeit und auch der Komfort im Eisenbahnsektor dürfen nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen werden, auch wenn jetzt viele Baustellen auf dem Kalender stehen und es eine ganze Zeit dauern wird bis eine spürbare Verbesserung eintreten wird.

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