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GDL-Bezirk Nordrhein-Westfalen (NRW)



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VRR Kündigung ist kurzsichtig – GDL fordert Lösung am Verhandlungstisch! Verkehrsverbund Rhein-Ruhr – Kündigung des Verkehrsvertrags S1 / S4

Pressemitteilung - 01.10.2019

Mit der Kündigung des Verkehrsvertrags drei Monate vor Betriebsaufnahme der S-Bahnlinien S1 und S4 durch die KEOLIS Deutschland GmbH & Co. KG mit ihrer Marke Eurobahn hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für gravierende Unsicherheit gesorgt.

Vorsitzender des GDL-Bezirks Nordrhein-Westfalen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Sven Schmitte: „Neu eingestellte Mitarbeiter bei KEOLIS bangen jetzt um ihre betriebliche Zukunft. Die noch vorhandenen Mitarbeiter bei der DB Regio AG reichen für die ausgeschriebene Verkehrsleistung nicht aus. Zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren wissen die Beschäftigten nicht, wie es um ihren Arbeitsplatz steht.“ Schmitte weiter: „Durch den unternehmensübergreifenden Personalmangel – der dem VRR in aller Tiefe bekannt ist – schafft die Kündigung des Vertrages keinerlei Sicherheit. Ganz im Gegenteil: Sie schafft noch größere Unsicherheit für Mitarbeiter, Fahrgäste und Unternehmen.“

Der VRR hatte den Vertrag gekündigt, weil KEOLIS angeblich nicht genügend Lokomotivführer zur Erbringung dieser Leistung habe. Nun soll die DB Regio AG per Notvergabe einspringen und die S-Bahn-Linien ab Dezember für zwei Jahre übernehmen. „Ob sie allerdings den Verkehr überhaupt planmäßig aufnehmen kann, steht noch in den Sternen, denn auch hier herrscht ein erheblicher Mangel an Lokomotivführern“, so Schmitte. Überhaupt fehlen bundesweit 1.500 Lokomotivführer und der Mangel wird sich durch das hohe Durchschnittsalter der Lokomotivführer und durch mehr Verkehr auf der Schiene noch gravierend erhöhen.

Statt einer Kündigung des Vertrags hätte der VRR besser für den S-Bahn-Verkehr, in enger Abstimmung mit KEOLIS und der DB Regio AG, eine stufenweise Leistungsübergabe vereinbaren müssen.

Nur KEOLIS und die DB Regio AG zusammen wären mit einem gemeinsamen Stufenmodell der Betriebsaufnahme im Stande gewesen die neu eingestellten und bereits vorhandenen Mitarbeiter verlässliche zu verplanen. Dazu hätten beide auch noch Zeit zur weiteren Qualifizierung und Akquise des Zugpersonals gewonnen. Der Personalüberhang durch die Ausschreibungsverluste in dem einen Unternehmen und die bereits eingestellten Zugpersonale in dem anderen Unternehmen ergeben nur zusammen eine ausreichende Personalmenge für den zu bewältigenden Verkehr ohne dabei die Mitarbeiter mit noch mehr Überstunden und Arbeitsplatzunsicherheit zu belasten. Jetzt sind die Mitarbeiter beider Unternehmen negativ betroffen und die Fahrgäste verlieren zusätzlich auch noch den sicheren und zuverlässigen Eisenbahnverkehr!

Im derzeitigen Zustand sind wir alle Verlierer, aber zum Schluss will es mal wieder keiner gewesen sein. Die GDL fordert deshalb vom VRR mit den beiden Unternehmen KEOLIS und DB Regio AG wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren um zu gewährleisten, dass Fahrgäste und Mitarbeiter wirklich optimistisch in die Zukunft schauen können.

Den akuten Mangel an Lokomotivführern in Deutschland und speziell in NRW – verursacht durch eine in der Vergangenheit liegende völlig verfehlte Personalpolitik der Deutschen Bahn AG – kann aktuell kein Unternehmen alleine beheben.
Schmitte: „Lokomotivführer, Zugbegleiter und Disponenten brauchen ein klare Berufsperspektive und sollen nicht alle paar Jahre um ihren Arbeitsplatz bangen und Fahrgäste wollen endlich wieder pünktlichen und zuverlässigen Verkehr, weshalb auch die Aufgabenträger neue Wege gehen müssen!“