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Handlungsbedarf in Sachen Sicherheit am Zug

Bezirk-MD - Pressemitteilung - 17.07.2018

Ein Bericht vom Verkehrsforum des GDL Bezirkes Mitteldeutschland in Sachen „Angriffslust und Zerstörungswut im Schienenpersonennahverkehr“

Vom 20.-21.06.2018 führte der GDL Bezirk Mitteldeutschland seine erweiterte Bezirksvorstandssitzung im Magdeburger Intercity-Hotel durch.

Neben der Abarbeitung sowie Beratung und Beschlussfassung über bei diesen Anlässen üblichen Thematiken stand diesmal zusätzlich die Diskussion mit Politikern und Aufgabenträgern des Schienenpersonennahverkehrs aus Sachsen-Anhalt im Rahmen eines Verkehrsforums auf dem Programm.

Letzteres stand unter der Thematik „Angriffslust und Zerstörungswut im Schienenpersonennahverkehr“ und sollte sich insbesondere mit der Problematik der stetig ansteigenden Gewalt gegen Zugpersonale beschäftigen.
Die GDL hat durch Mitgliederbefragung im Jahr 2016 bereits erkannt, dass in den letzten Jahren eine Zunahme der Gewalt in Zügen sattfindet. Besonders bedenklich und besorgniserregend ist die deutliche Erhöhung der Anzahl von Angriffen auf das Personal im Zug.

Im Hinblick darauf waren Herr Malter für den Nahverkehrszweckverband NASA und in Vertretung des Ministeriums für Bau und Verkehr; Frau Parino von Abellio Rail Mitteldeutschland; Herr Dr. Weinhold von der DB Regio AG; Herr Peter Beiersdörfer für die Bundespolizeiinspektion Magdeburg und auch der Bundesvorsitzende, Claus Weselsky angereist, um in ihren Redebeiträgen und der nachfolgenden Diskussionsrunde Ihre Sicht auf die Thematik zu verdeutlichen.

Zwar stellten die Vertreter der Bahnunternehmen und des Aufgabenträgers, in ihren Stellungnahmen fest, dass jede
Gewalttat gegen das Zugpersonal und der Reisenden eine Gewalttat zu viel ist, sahen aber keine Steigerung der Anzahl des Gefahrenpotenzial gegenüber dem Vorjahr.

Nach der Darstellung der Kriminalitätsstatistik durch Herrn Beiersdörfer sowie den Redebeiträgen des Vorsitzenden des GDL Bezirkes Mitteldeutschland, Reinhold Vieback und des GDL Bundesvorsitzenden Claus Weselsky, sowie im Zuge der aufkommenden Diskussion wurde jedoch schnell ersichtlich, dass es eben nicht möglich sei, die Problematik dadurch, dass man sich darauf zurückziehe, dass es ja „nur“ rund 50 – gemeldete – Übergriffe pro Jahr gäbe, die meist „nur dienstags“ stattfänden, zu bagatellisieren.

Die GDL sieht daher die Notwendigkeit einer Erhöhung der Sicherheit etwa durch Doppelbesetzung mit Kundenbetreuern in gewaltbelasteten Zeiten oder in gewaltbelasteten Zügen und die Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten für das Zugpersonal zum Eigenschutz als zwingend erforderlich an.
Kostenargumente seien hier wohl nur vorgeschoben und gingen letztlich zu Lasten der Reisenden und Beschäftigten.

Auch wurde angeführt, dass es für die Realisierung von Service und Sicherheit in und am Zug sicher nicht förderlich sei, die Pflicht zum Tragen von Unternehmensbekleidung (Dienstuniform) für Beschäftigte abzuschaffen. Ungeachtet des Sicherheitsaspektes litte darunter auch das Image des umweltfreundlichen Transportmittels Eisenbahn im Allgemeinen.
Dafür schien jedoch bei den Aufgabenträgern und Leistungserbringern nur wenig Verständnis vorhanden zu sein.
Es wird daher nach Abschluss der Veranstaltung noch ein weiter Weg sein, um eine vollumfängliche Kenntnisnahme der Problematik bei allen Beteiligten sicherzustellen und diese einer Lösung zuzuführen.

Daher werden wohl auch noch weitere Dialoge zwischen den politischen Vertretern, den Aufgabenträgern und der GDL notwendig sein, damit sich die Situation entspannt und verbessert.


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