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Leiharbeitnehmer sind nicht zur Streikbrucharbeit verpflichtet !

Aushang - 16.02.2011

Im Zusammenhang mit etwaigen Arbeitskampfmaßnahmen wird zum Teil gefragt, ob sich Leiharbeitnehmer, die in einem Betrieb beschäftigt sind oder werden sollen, der gerade bestreikt wird, sich auf sogenannten „bestreikten Arbeitsplätzen“ einsetzen lassen müssen

So zum Beispiel, wenn der Arbeitnehmer - Lokführer A in dem bestreikten Betrieb in seiner geplanten Schicht einen Zug bestreikt, dieser somit nicht fahren würde und der Arbeitgeber des bestreikten Betriebes nunmehr entliehene Arbeitnehmer zum Fahren dieses Zuges einsetzen will.

Dahingehend ist das Gesetz eindeutig und regelt in § 11 Abs. 5 AÜG, dass der Leiharbeitnehmer nicht verpflichtet ist, bei einem Entleiher tätig zu sein, soweit dieser durch einen Arbeitskampf unmittelbar betroffen ist.

Der Leiharbeitnehmer braucht sich somit nicht gegen seinen Willen als „Streikbrecher“ einsetzen zu lassen und muß deswegen auch keine arbeitsrechtlichen Nachteile, wie etwa eine Kündigung o. ä. befürchten.

Der Leiharbeitnehmer, der daher von seinem Entleiher zu „Streikbrecherarbeit“ herangezogen werden soll, kann diesem gegenüber die Arbeitsaufnahme mit Hinweis auf die besagte Vorschrift verweigern.

Dies gilt in jedem Falle – ganz gleich, ob der Leiharbeitnehmer der streikführenden Gewerkschaft nun angehört oder nicht.

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