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GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer



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Bilanz Arbeitskampf Deutsche Bahn

Große Solidarität aller Berufsgruppen

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 13.08.2021

GDLer zeigen Flagge beim Arbeitskampf in Plochingen. --- Foto:  Marko Berkhahn
Foto: Marko BerkhahnGDLer zeigen Flagge beim Arbeitskampf in Plochingen.
„Unsere Mitglieder und auch viele Nichtmitglieder haben dem Arbeitgeber eine eindeutige Antwort auf seine permanenten Provokationen gegeben. Über alle Berufsgruppen hinweg haben sie Solidarität gezeigt und einen Arbeitskampf geführt, der sich sehen lassen kann.

Nicht nur wie bisher in den Transportgesellschaften, auch in den Werkstätten und den Stellwerken, ja sogar in der Verwaltung der DB haben die Eisenbahner Flagge gezeigt“, so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky in der heutigen Pressekonferenz zur Bilanz des Arbeitskampfes in Berlin. Die DB hat ihr Versprechen nicht gehalten, 25 Prozent der Fernverkehrszüge und 40 Prozent des Regionalverkehrs aufrechtzuerhalten. Auch viele Güterzüge waren vom Streik betroffen. Deutliche Auswirkungen gab es zudem bei den von der GDL erstmals bestreikten Stellwerken. Alle Versuche des Arbeitgebers, den Ausstand der GDL gegenüber Kunden und Mitarbeitern kleinzureden, verblassten angesichts der realen Streikauswirkungen. Der Arbeitskampf hat im Güterverkehr am 10. August um 19 Uhr und im Personenverkehr und der Infrastruktur am 11. August um 2 Uhr begonnen und endete am Freitag, dem 13. August um 2 Uhr.

Forderungen liegen weit auseinander

Die DB behauptet immer wieder, die Forderungen lägen nicht weit auseinander. Auch wenn sie das viele Male wiederholt, wird es nicht richtig. „Von Anfang an versucht die DB uns durch Tricksen und Täuschen zu diskreditieren. Beim direkten Personal kommt das nicht gut an, wie die Stimmung beim Arbeitskampf gezeigt hat“, so Weselsky. Die angeblich seit Juni 2021 immer wieder verbesserten Angebote liegen nämlich alle noch weit unter dem Schlichtungsergebnis vom vergangenen Jahr. Es sind eben keine Peanuts, ob die erste Entgelterhöhung noch im April 2021 kommt oder erst im Jahr 2022 und die zweite statt April 2022 erst ein Jahr später. Das ist aber bei Weitem nicht alles: Denn von einer Corona-Prämie (600 Euro) will der Arbeitgeber gar nichts wissen, obwohl die Eisenbahner den Verkehr auch in der größten Pandemie sicher und zuverlässig rund um die Uhr aufrecht-erhalten haben. Die gut bezahlten Führungskräfte haben sich im sicheren Homeoffice hingegen satte Boni genehmigt. Der Gipfel ist jedoch die Kürzung der ohnehin mageren Betriebsrente, die sich die Eisenbahner hart erarbeitet haben. Das bedeutet für viele Kollegen eine Einbuße um rund ein Drittel ihrer Betriebsrente auf etwa 100 Euro. Gleichzeitig haben sich die Führungskräfte Renten bis zu 20.000 Euro gesichert. Nicht zuletzt sollen die ohnehin vom Schichtdienst gebeutelten Mitarbeiter auch noch Verschlechterungen bei der Arbeitszeit hinnehmen und noch flexibler und schneller zum Dienst beordert werden können als bisher. Planungssicherheit Fehlanzeige.

Kein politischer Streik

Die GDL weist den Vorwurf des politischen Streiks auf Schärfste zurück. Im Streik kämpft das direkte Personal für verbesserte Entgelt- und Arbeitsbedingungen und für nichts anderes. Die GDL engagiert sich zwar, um das katastrophale Missmanagement zu beenden, bei denen der Arbeitgeber Mil-liarden verzockt hat. Das ist jedoch keine tarifliche Baustelle.

GDL fordert verhandelbares Angebot

Will der Arbeitgeber die Arbeitskämpfe nachhaltig beenden, muss er der GDL schnellstens ein verhandelbares Angebot unterbreiten. „Die Eisenbahner haben Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit verdient. Die DB muss die Steuergelder endlich in die Eisenbahner, in die Zukunft des Eisenbahnsystems und in die Klimaziele investieren und darf sie nicht länger sinnlos verbrennen. Die Fahrgäste werden es ihr danken“, so der GDL-Bundesvorsitzende.

Protest vor dem Bahntower

Am Wochenende wird die GDL zu keinem Streik aufrufen. Am 17. August 2021 zeigen der dbb und die GDL um 13:30 Uhr in Berlin am Potsdamer Platz Flagge und demonstrieren. „Gemeinsam mit dem gerade abgeschlos-senen Arbeitskampf sollte das Bahnmanagement diese Aktion sehr ernst nehmen und sich von seiner Eskalation- und Täuschungsstrategie schnellstmöglich verabschieden. Statt Nebelkerzen zu werfen, gilt es ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen,“ so Weselsky. „Die Wut der Eisenbahner über dieses Management wächst stündlich.“