GDL

GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer



*** Unzureichende Internetverbindung - Offlineseite vom 01.10.2020 - 12:07   ? ***

Resolution

Weg vom Bildschirm – Führung von Mensch zu Mensch!

GDL Aktuell - Telegramm - 22.09.2020

Der Hauptvorstand der GDL hat sich in seiner Sitzung am 18. September 2020 in Fulda mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Führungsverhalten in den deutschen Eisenbahnverkehrsunternehmen befasst.

Wir stellen fest, dass sich in den vergangenen Monaten eine gefährliche (Un)-Kultur in den Arbeitsabläufen der Führungsebenen nicht nur der DB, sondern auch einiger Wettbewerbsbahnen etabliert hat. Anstatt den Beschäftigten des direkten Bereichs in Zeiten höchster Beanspruchung unterstützend zur Seite zu stehen, befinden sich die Mitarbeiter des Managements seit Beginn der Pandemie im „Homeoffice/mobiles Arbeiten“ – ein Zustand, der aktuellen Verlautbarungen zufolge mindestens bis zum Jahresende aufrechterhalten werden soll.

Abgeschnitten vom tatsächlichen Geschehen, in der Sicherheit der heimischen vier Wände, nehmen die Führungskräfte an oft redundanten Videokonferenzen ohne jeden Bezug zu den realen Bedürfnissen der Mitarbeiter teil und simulieren auf diese Weise Führung, statt sie endlich wahrzunehmen.

Die GDL kritisiert den Rückzug der Arbeitgeber ins elektronische Exil auf das Schärfste. Hier wird Corona als ein Feigenblatt genutzt, um sich vor der Verantwortung für die herrschenden Missstände zu drücken. Zugleich wird an dieser Stelle erneut die – trotz aller öffentlichen Beteuerungen – weiterhin fehlende Wertschätzung für die Mitarbeiter des Zugpersonals deutlich.

Die GDL wird dieser fehlgeleiteten Auffassung von Führungsverantwortung keinen Vorschub leisten. Solidarität, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung sind der Kitt unserer Gesellschaft. Lokomotivführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen, Disponenten, Instruktoren und Trainer beweisen durch ihren beherzten Einsatz, dass sie diese Werte auch in Zeiten der Krise leben. Sie sind vor Ort, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr!

Wir fordern die Führungskräfte daher auf: Verlassen Sie das Homeoffice, beenden Sie das mobile Arbeiten. Kehren Sie wieder in den realen Arbeitsalltag zurück und verrichten Sie Dienst als Verstärkung auf den Zügen. So spüren Sie die Probleme des Zugpersonals endlich am eigenen Leibe und können den Mitarbeitern so tatsächlichen Rückhalt geben.