» DB-Tarifverhandlungen: Kein Angebot: GDL dennoch optimistisch

„Da unsere Forderungen zu Arbeitszeit, Zulagen und Zuschlägen in der Sondierung intensiv bearbeitet wurden, sind wir in Erwartung eines konkreten Angebotes in die heutigen Gespräche gegangen. In Teilen gibt es zwar Annäherungen, jedoch blieb ein umfassendes Angebot aus.“ ... mehr

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Entschlossen handeln, zum Wohl der Bahn

GDL Aktuell - Voraus - 31.10.2018

Claus Weselsky

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es gab Zeiten, das ist noch gar nicht so lange her, da nahmen die Tarifverhandlungen mit der DB den immer gleichen Verlauf. Einem festen, scheinbar unumstößlichen Drehbuch gehorchend, folgte auf die Bekanntgabe unserer Forderungen unweigerlich der Entsetzensschrei des Arbeitgebers.

Unverschämt und inakzeptabel sei es was die GDL wolle, unsolidarisch gegenüber den übrigen Beschäftigten und überdies ruinös für den Konzern. In dieser Tonlage ging es dann immer weiter, Runde für Runde, bis hin zur fälligen Schlichtung und dem meist eher bitteren Ende für die DB. All dies natürlich unter erregter und mitunter negativer oder gar grenzverletzender Beteiligung der Medien.

Doch Anfang 2017, im Verlauf eines zweimonatigen Schlichtungsmarathons, zeichnete sich erstmals ein Wandel ab. Zunehmend kehrten Vernunft, Sachlichkeit und Besonnenheit bei der Verhandlungsführung der DB ein und erlaubten es, die Tarifrunde gut und würdig zu beenden. Nun, in der laufenden Tarifrunde, haben wir dem Arbeitgeber unsere Forderungen erstmals im September vorgestellt. Diesmal blieb der rituelle Entsetzenschrei aus, hatten die Medien nichts zu vermelden. Auch die Auftaktrunde am 12. Oktober verlief konstruktiv, war von Ruhe, Sachorientierung und beiderseitigem Verständigungswillen geprägt. Natürlich sagt die erste Runde noch nicht allzu viel über den weiteren Verlauf der Verhandlungen aus. Möglicherweise stehen die wahren Bewährungsproben noch bevor. Doch wenn mich nicht alles täuscht, hat das alte Drehbuch ausgedient. Der Arbeitgeber begegnet uns nun tatsächlich auf Augenhöhe und vielleicht gelingt es uns, gemeinsam ein neues Kapitel in unseren Beziehungen aufzuschlagen – zum Wohle des Zugpersonals.

Der neue Stil der DB und die höhere Wertschätzung die man dort der GDL entgegenbringt, zeigten sich auch beim zweiten Parlamentarischen Abend in Berlin. Erstmals nahm mit dem Vorstandsvorsitzenden der DB Netz AG Frank Sennhenn ein Vertreter des Marktführers an dieser Veranstaltung der GDL teil. Gemeinsam mit weiteren Experten aus der Eisenbahnbranche und der Politik diskutierten wir Wege zur Ertüchtigung des darniederliegenden Systems Eisenbahn in Deutschland. Ein erster Hoffnungsschimmer ist das vom Eigentümer Bund ins Leben gerufene Zukunftsbündnis Schiene. Die GDL ist Teil dieser Initiative und bringt ihre Ideen ein. Der Deutschland-Takt, eine unserer ureigenen Forderungen, gehört schon zum Maßnahmenkatalog des Bündnisses. Nun geht es im nächsten Schritt darum, als richtig Erkanntes in die Praxis umzusetzen. Denn klar ist: Im gemeinsamen entschlossenen Handeln liegt das künftige Wohl der Bahn, aller Beschäftigten und damit auch der GDL-Mitglieder. Packen wir es an!
Claus Weselsky

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