GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

  *** Offlineseite ***

» Betriebsratswahlen 2018: Nicht mit fremden Federn schmücken: GDL erzielte ehrliches Ergebnis

Bei den Betriebsratswahlen in den Eisenbahnverkehrsunternehmen hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) leichte Mandatszuwächse erzielt, musste aber trotzdem an einigen Stellen den Verlust von Mehrheiten in Wahlbetrieben hinnehmen. ... mehr

Vorstand vor Ort

Gemeinsam die Probleme des Zugpersonals lösen

GDL Aktuell - Voraus - 03.05.2018

Claus Weselsky (Mitte) mit den GDL-Kandidaten zur Betriebsratswahl im Wahlbetrieb Regio Unterfranken (v. l.): Christoph Zink, Annika Weber, Bernd Hartmann, Bernd Seubert, Thomas Hettrich.    -   Foto:  Thomas Schütze
Claus Weselsky (Mitte) mit den GDL-Kandidaten zur Betriebsratswahl im Wahlbetrieb Regio Unterfranken (v. l.): Christoph Zink, Annika Weber, Bernd Hartmann, Bernd Seubert, Thomas Hettrich.   -   Foto: Thomas Schütze

Digitalisierung, Arbeit 4.0, Zukunft Bahn – bei der DB jagt ein Projekt das nächste, sorgen mit flotten PR-Vokabeln verbrämte Projekte für mehr Verwirrung, statt endlich Klarheit im Konzern zu schaffen. Doch wie erleben das die Mitarbeiter? Was ist tatsächlich Fakt in den Betrieben? Zum Auftakt der Betriebsratswahlen folgte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky der Einladung von GDL-Betriebsräten und diskutierte vor Ort Fragen, die die Be-schäftigten wirklich bewegen.

Berlin, Rostock, Würzburg, Schwandorf (Oberpfalz), Leipzig, Frankfurt am Main, Kassel, Mannheim und Dortmund – die Stationen der Vorstandsbesuche umfassten von Mitte März bis Ende April 2018 nahezu alle Regionen der Republik und ermöglichten so einen umfassenden Einblick in die Situation und Stimmungslage der Mitarbeiter vor Ort. Die zentrale Rolle kam hierbei den GDL-Betriebsräten zu. Von ihnen ging nicht nur die Initiative zur Einladung des Vorstands aus – mit den Gegebenheiten vor Ort intensiv vertraut, waren auch sie es, die die dringendsten Probleme klar benannten und im Sinne der Beschäftigten zur Sprache brachten. Das dabei entstandene Bild ungeschönter betrieblicher Wirklichkeit ermöglicht es der GDL nun noch besser, den Bedürfnissen und Interessen der Beschäftigten Rechnung zu tragen.

Strikte Einforderung des Tarifvertrages

Als größtes aktuelles Ärgernis erwies sich, über alle Betriebe hinweg, der Umgang der DB mit den GDL-Tarifverträgen. Obwohl schon 2017 abgeschlossen, werden die unter dem Stichwort „Mehr Plan, mehr Leben“ getroffenen Regelungen oft immer noch nur zögerlich umgesetzt und können von den Betriebsräten mitunter nur gegen den zähen Widerstand der örtlichen Führungskräfte angewendet werden. Dadurch kommen viele GDL-Mitglieder nicht in den Genuss der Verbesserung bei den Arbeits- und Ruhezeitregelungen – obwohl diese tarifvertraglich vereinbart sind und die Kollegen ein Anrecht darauf haben.

Weselsky sagte den Betroffenen seine volle Unterstützung zu und ermutigte die Betriebsräte, den Kurs der strikten Einforderung der Tarifverträge beizubehalten. „Was wir in harten Verhandlungen erkämpft haben, lassen wir uns durch die nachgelagerte Zermürbungstaktik des Arbeitgebers nicht mehr nehmen“, so der Bundesvorsitzende. „Das Anrecht des Zugpersonals auf planbare, familienfreundliche Freizeit steht felsenfest und wird allen Anfechtungen zum Trotz dauerhaft Bestand haben.“

Volle Unterstützung der GDL

Doch nicht nur der Unmut über den Umgang mit den GDL-Tarifverträgen bewegt die Beschäftigten. Viele Betriebsräte warnten zudem vor verstärkten Bestrebungen des Arbeitgebers, bestehende Regelungen unter Hinweis auf die angeblich zu erhaltende Wettbewerbsfähigkeit aufzuweichen. So wird beispielsweise in einigen Betrieben der Versuch unternommen, mit der Einführung von Tablets die Schichtsymmetrie aufzulösen und auf diese Weise Dienstbeginn- und ende am Zug zu etablieren. Weselsky: „Die Rede von der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit ist ein uralter Hut und dient jedes Mal nur einem Ziel – der Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Beschäftigten. Wir aber werden nicht zulassen, dass der Arbeitgeber unsere Errungenschaften vom Tisch nimmt und sagen unseren Betriebsräte und den Beschäftigten auch hier die volle Unterstützung der GDL zu.“

Verteidigung der erfolgreichen Arbeit

Im Hinblick auf die bevorstehenden Betriebsratswahlen machte Weselsky schließlich deutlich, dass die GDL ihre Stellung in den Betrieben der DB und bei den Wettbewerbsbahnen festigen und weiter ausbauen möchte. „Die Durchsetzung unserer Tarifverträge und der Schutz der normativen Ansprüche unserer Mitglieder ist oberstes Gebot. Durch die Übernahme der Verantwortung in den Betriebsräten der Eisenbahnverkehrsunternehmen wollen wir die Einheit von Tarifvertrags- und Betriebspartei im Jahr 2018 vollenden. Zur Verteidigung unserer erfolgreichen Arbeit gegen Wettbewerbsanbeter und deren Steigbügelhalter gibt es keine Alternative.“

Der Bundesvorsitzende zeigte sich zuversichtlich, dass die Wähler die konsequente betriebliche Interessenvertretung durch die GDL in den letzten vier Jahren mit dem Kreuz an der richtigen Stelle honorieren werden: „Unser Motto ‚stark, unbestechlich, erfolgreich‘ ist Markenzeichen und Gütesiegel zugleich. Die Beschäftigten wissen, dass sie sich auf uns verlassen können.“

Ungebrochene Vitalität der GDL

Abschließend zeigte sich Weselsky zufrieden mit den Besuchen vor Ort: „Die lebhaften Diskussionen haben eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen den Mitgliedern, den Betriebsräten und der Führung der GDL ist. Die Veranstaltungen geben nicht nur beredt Zeugnis vom basisdemokratischen Selbstverständnis der GDL, sie sind auch ein eindrucksvoller Beleg für die ungebrochene Vitalität und Selbsterneuerungskraft dieser Gewerkschaft.“
S. M.

» Download Artikel als PDF

Mehr zum Thema Betriebsrat


Projekte, Angebote, Veranstaltungen