» Einen besseren Start kann man sich kaum wünschen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, im Dezember 2018 wagten wir die Prognose, den Tarifabschluss mit der DB noch vor dem Jahreswechsel zu erzielen. Nun ist es der 4. Januar 2019 geworden – und einen besseren Start in das neue Jahr kann man sich kaum wünschen. ... mehr

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GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer



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Bahnübergang

Der Schienenverkehr hat Vorrang!

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 06.07.2018

Es sind die schweren Zugunglücke an Bahnübergängen, über die gesprochen wird, wie der Zusammenprall eines Lkws mit der Regionalbahn in Buseck bei Gießen Ende Mai. 17 Menschen sind dabei verletzt worden, der Lokomotivführer lebensgefährlich. Tatsächlich passiert im Durchschnitt alle zwei bis drei Tage ein Unfall an einem der rund 18 700 Bahnübergänge der Deutschen Bahn und an den Kreuzungen von anderen Bahnen, die sich bundesweit auf knapp 50 000 summieren.

Solche Kollisionen enden oftmals als regionale Kurznachricht, selbst wenn sie dramatische Auswirkungen haben. Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky: „Die Gefahren geraten in unserer schnelllebigen Zeit schnell wieder aus den Augen.“ Zwar geht die Anzahl dieser Unfälle zurück, insbesondere weil die Bahnübergänge reduziert wurden, dennoch muss den Bahnübergängen mehr Aufmerksamkeit gezollt werden. Weselsky: „Jeder Unfall ist einer zu viel!“

Das Rotlicht an der Schranke wird einfach ignoriert

Das Problem dabei: Fast 95 Prozent aller Unfälle an Bahnübergängen sind auf ein Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer zurückzuführen. Neben Unkenntnis und Unaufmerksamkeit scheinen sich viel zu viele bewusst über die Vorschriften hinwegzusetzen. „Das Rotlicht am Bahnübergang wird einfach ignoriert. Selbst an bereits geschlossenen Halbschranken huscht so mancher noch vorbei“, so der GDL-Bundesvorsitzende. Zwar kann das Missachten der Schranke mit einem Bußgeld bis zu 700 Euro und einem dreimonatigen Fahrverbot geahndet werden. Viel schlimmer ist jedoch: „Die Verkehrsteilnehmer bringen dabei sich selbst und auch andere in Lebensgefahr. Besonders gefährdet sind dabei unsere Lokomotivführer“, so Weselsky. Neben den körperlichen Verletzungen, wird insbesondere die Psyche in Mitleidenschaft gezogen.“ Anders als Fahrzeuge auf der Straße können Züge Hindernissen nicht ausweichen. Und ein Zug, der mit 160 Stundenkilometern fährt, benötigt bei einer Schnellbremsung, je nachdem ob es sich um einen Personen- oder Güterzug handelt, mehrere Hundert Meter bis fast einem Kilometer, bis er zum Stillstand gekommen ist. Weselsky: „Der Lokomotivführer sieht somit das Unglück und kann es nicht verhindern.“

Verbesserungspotenzial bei der Sicherung

Zwar gibt es noch Verbesserungspotenzial bei der Sicherung an Bahnüber-gängen. So testet die Deutsche Bahn beispielsweise gerade die Anzeige von Bahnübergängen in Navigationssystemen, einen benutzergesteuerten Bahnübergang und Nachwarnsysteme für Bahnübergänge beim Defekt von technischen Sicherungen. Im Straßenverkehr werden die Autofahrer an nicht-technisch gesicherten Bahnübergängen schon vereinzelt mit einem Blitzlicht animiert, nach links und rechts zu schauen, um so einen herannahenden Zug rechtzeitig wahrzunehmen. Auch die Aufklärung kann noch verbessert werden.

Verkehrsteilnehmer müssen sich an die Regeln halten

Das Entscheidende ist jedoch, dass sich die Verkehrsteilnehmer an die Regeln an den Bahnübergängen halten und genau prüfen, wann die Gleise wirklich passiert werden können: „Die eigene Sicherheit sowie die anderer Menschen müssen stets an erster Stelle stehen.“ Die einfache Regel lautet dabei: „Der Schienenverkehr hat Vorrang, und zwar ohne dass jeder Bahnübergang mit Stacheldraht vergittert wird.“

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