GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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Ergebnis Urabstimmung Erfurter Bahn und Süd Thüringen Bahn

92 Prozent für Arbeitskampf – nur neues Arbeitgeberangebot verhindert Streiks

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 22.05.2018

Hoch konzentriert bei der Auszählung der Urabstimmung    -   Foto:  Gerda Seibert
Hoch konzentriert bei der Auszählung der Urabstimmung   -   Foto: Gerda Seibert

Der Druck auf die Geschäftsführung der Erfurter Bahn (EB) und der Süd Thüringen Bahn (STB) steigt weiter. 92 Prozent der befragten GDL-Mitglieder votierten in der Urabstimmung für weitere Streikmaßnahmen zur Durchsetzung der Forderungen und mehr als 80 Prozent hatten darauf geantwortet – und dass, obwohl sehr kurze Fristen zur Rücksendung waren.

Klares Zeichen zur Fortsetzung des Arbeitskampfes

"Wir haben mit einer großen Zustimmung gerechnet, dieses Ergebnis hat jedoch unsere Erwartungen noch übertroffen. Es zeigt die Entschlossenheit unserer Mitglieder. Sie haben ein klares Zeichen zur Fortsetzung des Arbeitskampfes gesetzt. Das beweist insbesondere die hohe Beteiligung an der geheimen, schriftlichen Briefwahl, analog zum Betriebsverfassungsgesetz“, so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky direkt nach der heutigen Auszählung der Urabstimmung in Frankfurt.

GDL erwartet verhandlungsfähiges Angebot

„Die Tage der völlig unzureichenden Arbeitsbedingungen bei EB und STB sind gezählt. Lokomotivführer, Ausbildungslokomotivführer, Zugbegleiter, Disponenten und Teamleiter haben mit ihrem Votum klar gezeigt, dass auch für sie das Marktniveau inklusive der familienfreundlichen Arbeitszeiten gelten muss“, so der GDL-Bundesvorsitzende. Gestützt auf die Stärke und die Solidarität ihrer Mitglieder wird die GDL morgen in Berlin mit der Geschäftsführung sprechen. Um wieder in den Verhandlungsmodus zu gelangen, ist jedoch ein verhandlungsfähiges Angebot notwendig. Weselsky: „Wenn Herr Hecht seine Fahrgäste nicht länger im Regen stehen lassen will, hat er das am besten im Gepäck. Wir stehen bundesweit für faire Löhne bei fairem Wettbewerb und wir werden dies auch bei der EB und der STB erreichen – wenn es sein muss, mit harten Arbeitskämpfen.“

Arbeitgeber ließ Fahrgäste viermal im Regen stehen

Viermal hatte der Geschäftsführer der EB und STB, Michael Hecht, seine Fahrgäste schon im Regen stehen lassen, von Mal zu Mal bei größerer Streikbeteiligung des Zugpersonals. Statt eines verbesserten Angebots wollte er mit manipulierten Zahlen zur Streikteilnahme die Solidarität des Zugpersonals untergraben. Zugleich schüchterte er die Streikteilnehmer ein und setzte sogar rechtswidrig teure Leiharbeitnehmer auf bestreikten Arbeitsplätzen ein (siehe Pressemitteilung vom 2. Mai). „Das Votum hat jedoch eindeutig gezeigt, dass diese Schandtaten weder die Solidarität noch die Standfestigkeit des Zugpersonals erschüttern konnten. Im Gegenteil, der Zusammenhalt ist sogar noch stärker geworden“, so der GDL-Bundesvorsitzende.

Marktniveau für Lokomotivführer bis zu 25 Prozent höher

Lokomotivführer erhalten nach dem GDL-Flächentarifvertrag, der für 97 Prozent des Zugpersonals in Deutschland gilt, bis zu 25 Prozent mehr, Disponenten sogar bis zu 40 Prozent. Bei der EB und der STB herrschen familienfeindliche Arbeitszeiten, die ihresgleichen suchen. Zulasten des Zugpersonals generiert der Geschäftsführer des ohnehin florierenden Unternehmens bisher massive Wettbewerbsvorteile gegenüber den anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen und behauptet dabei auch noch, dass Lokomotivführer zu 100 Prozent auf dem Niveau des GDL-Flächentarifvertrags entlohnt werden würden. Weselsky: „Das ist ein Hohn.“ Sogar der strukturelle Unterschied beträgt 6,5 Prozent. Gerade die berufserfahrenen Lokomotivführer werden extrem benachteiligt.

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