GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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Streikbilanz bei der Erfurter Bahn und der Süd Thüringen Bahn

Wachsender Widerstand – GDL ruft zur Urabstimmung auf

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 09.05.2018

Jahrelang haben die Erfurter Bahn (EB) und die Süd Thüringen Bahn (STB) das Zugpersonal mit Dumpinglöhnen abgespeist und sind damit wirtschaftlich gut gefahren. Dass dies auf dem Rücken der Mitarbeiter und zu Lasten der Mitbewerber geschah, kam der Geschäftsführung gerade recht. Kritik und Aufbegehren unter den eigenen Beschäftigten wurden rigoros unterbunden, Drohungen und Einschüchterungen waren an der Tagesordnung. Doch nun zeichnet sich ein Ende ab. Der Widerstand der GDL-Mitglieder gegen die Zustände bei der EB und der STB wächst und wird immer stärker.

Klares und unmissverständliches Zeichen

So haben sich am heutigen achtstündigen Arbeitskampf 60 Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) beteiligt, wiederum mehr als gestern. Auf den Strecken fielen viele Züge ganz oder teilweise aus, zudem kam es zu zahlreichen Verspätungen. GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky: „Unsere Mitglieder haben erneut eindrucksvoll gezeigt, dass es ein „Weiter so“ mit ihnen nicht geben wird. Wenn die Geschäftsführung auch nur ansatzweise glaubt, ihr perfides Verhalten fortsetzen zu können, ist sie entweder blind oder hat ein bedenklich getrübtes Verhältnis zur Realität.“

Urabstimmung vom 10. bis 22. Mai

Die GDL hat direkt nach Streikende die Urabstimmung mittels schriftlicher und geheimer Briefwahl analog des Betriebsverfassungsgesetzes eingeleitet, welche bis zum 22. Mai mit der Auszählung beendet wird. Bis dahin wird die GDL auf weitere Streikmaßnahmen zugunsten der Reisenden verzichten. Weselsky: „Der Geschäftsführer beider Unternehmen, Michael Hecht, sollte aufhören den Kopf in den Sand zu stecken. Stattdessen sollte er die Zeit nutzen, die Zeichen der Zeit erkennen und der GDL ein verhandlungsfähiges Angebot unterbreiten. Dies ist die einzige Möglichkeit welche es beiden Parteien erlaubt, wieder in den Verhandlungsmodus zu gelangen. Sollte er diese Chance nicht nutzen, werden die GDL-Mitglieder nach der Urabstimmung die passende Antwort parat haben.“

Falsche Zahlen in den Medien

Bisher fiel Herrn Hecht leider nicht mehr ein, als den Tarifkonflikt auf dem Rücken der Fahrgäste auszutragen und den Arbeitskampf mit unlauteren Methoden zu torpedieren. Sein Versuch, in der Presse eine verkürzte und somit verfälschte Darstellung des definitiv höheren Niveaus des GDL-Tarifvertrages zu lancieren ist untauglich und wird ihm auf die Füße fallen.

In Wahrheit ist das Niveau im BuRa-ZugTV bei den Tabellenentgelten, den Urlaubsansprüchen und den Schichtzuschlägen wesentlich höher. Außerdem beinhaltet es die besseren Arbeitszeitanrechnungen, und eine um zwei Stunden kürzere Wochenarbeitszeit sowie ein Weihnachtsgeld. Allein der letzte Punkt macht einen Niveauunterschied von vier Prozent aus. „Es ist die Summe aller fehlenden Elemente, denn der GDL-Tarifvertrag ist nun einmal der speziellere und auf die Bedürfnisse des Zugpersonals zugeschnittene Tarifvertrag“, so Weselsky. „Was Herr Hecht die ganze Zeit verschweigt und mit den in der Presse lancierten Zahlen vertuschen will, sind die individuellen Einkommensdifferenzen des gesamten Zugpersonals, welche zum heutigen Zeitpunkt für eine ganze Reihe Lokomotivführer 25 Prozent fehlendes Entgelt ausmachen und bei den Disponenten klafft die Lücke sogar bei 40 Prozent."

Das ist nicht das erste Mal, dass die Arbeitgeberseite unsauber agiert. Schon bei den Arbeitskämpfen zuvor setzte der Geschäftsführer neben dem Verwaltungspersonal Lokomotivführer in sachgrundlos befristeten Arbeitsverhältnissen beziehungsweise Nicht- oder Andersorganisierte als „Streikbrecher“ ein. Sogar Leiharbeitnehmer mussten Züge führen, obwohl das bei Arbeitskämpfen gesetzeswidrig ist. Außerdem forderte er die Streikenden auf, die Zeit des Streiks nachzuarbeiten.

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