GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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Vierter Streik bei der Erfurter Bahn und der Süd Thüringen Bahn

Keine Eisenbahner zweiter Klasse

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 09.05.2018

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft die Lokomotivführer, Zugbegleiter, Teamleiter, Ausbildungslokomotivführer und Disponenten der Erfurter Bahn (EB) und der Süd Thüringen Bahn (STB) am heutigen Mittwoch, dem 9. Mai 2018 von 10 bis 18 Uhr zum vierten Arbeitskampf auf.

Immer mehr Teilnehmer am Streik

„Es nützt nichts, an den Symptomen herumzudoktern und ansonsten auf Tauchstation zu gehen. Vielmehr muss der Geschäftsführer der beiden Unternehmen, Michael Hecht, endlich Farbe bekennen und die Ursache des Tarifkonflikts angehen. Lokomotivführer und Zugbegleiter haben ein Recht auf marktgerechte Bezahlung, familienfreundlichere Arbeitszeiten und den im Markt maßgebenden Tarifvertrag ihrer eigenen Gewerkschaft“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky vor dem vierten Arbeitskampf in beiden Unternehmen. Trotz Einschüchterung des Zugpersonals, dem Einsatz von Streikbrechern und sogar dem gesetzeswidrigen Einsatz von Leiharbeitnehmern sowie manipulierten Zahlen zur angeblichen Streikteilnahme (siehe Pressemitteilung vom 2. Mai) blieben von Mal zu Mal mehr Züge stehen und die Anzahl der Streikteilnehmer nimmt trotz Repressalien stetig zu. Rund 80 Mitglieder hatten sich beim dritten Streik beteiligt (nach 43 und mehr als 50 bei den ersten beiden Streiks). Sollte die Geschäftsführung übrigens weiterhin Leiharbeitnehmer auf bestreikten Arbeitsplätzen einsetzen, behält sich die GDL vor, dies mit einer einstweiligen Verfügung untersagen zu lassen. Die GDL-Mitglieder werden dieses Verhalten nicht akzeptieren. „Statt endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen, spielt der Arbeitgeber weiter ‚Vogel Strauß‘ und lässt die Fahrgäste im Regen stehen, denn diese müssen die Misere ertragen. Langsam fragen sich die Fahrgäste schon, was der Eigentümer darüber denkt, denn beide Unternehmen sind zu 100 Prozent in öffentlicher Hand, die in Zeiten von Fachkräftemangel wohl kaum als Billigheimer unterwegs sein und auch so bezeichnet werden wollen“, so Weselsky.

Lokomotivführer bis zu 25 Prozent weniger

Darüber hinaus ist Hechts Behauptung unerträglich, dass Lokomotivführer zu 100 Prozent auf dem Niveau des GDL-Flächentarifvertrags BuRa-ZugTV entlohnt werden würden. Ein Blick ins Portmonee zeugt vom Gegenteil. So sind nach den Zahlen des Unternehmens gerade die berufserfahrenen Lokomotivführer und Zugbegleiter klar benachteiligt. Die GDL wird nicht akzeptieren, dass alleine der strukturelle Unterschied zu den derzeit geltenden Tarifverträgen ein Delta von 6,5 Prozent dauerhaft in den beiden Unternehmen verankert. Hinzu kommen die im GDL-Flächentarifvertrag verankerten besseren Schichtzulagen und eine höhere Anrechnung der Arbeitszeit. Nimmt man die weiteren Verbesserungen hinzu, erhalten Lokomotivführer nach dem GDL-Flächentarifvertrag, der für 97 Prozent des Zugpersonals in Deutschland gilt, bis zu 25 Prozent mehr, Disponenten sogar bis zu 40 Prozent.

Wettbewerbsvorteile zu Lasten des Zugpersonals

Am 2. Mai hatte die GDL das erste Mal zum Streik aufgerufen. Seither sind sieben Tage mit insgesamt drei Arbeitskämpfen vergangen. Herr Hecht hatte also ausreichend Zeit, der GDL ein neues verhandelbares Angebot zu unterbreiten und somit den Konflikt auf dem Rücken der Fahrgäste zu beenden. Stattdessen versucht er den vorhandenen und immer weiter eskalierenden Konflikt kleinzureden und zu verharmlosen. Dabei geht es dem Unternehmen wirtschaftlich nicht schlecht. Im Gegenteil, es hatte bisher massive Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen, allerdings zu Lasten der Einkommens- und Arbeitsbedingungen des eigenen Zugpersonals. „Damit werden wir jetzt Schluss machen, denn das ist und bleibt unlauterer Wettbewerb mittels Lohndumping auf dem Rücken von Lokomotivführern und Zugbegleitern“, so Weselsky.

GDL: Faire Löhne bei fairem Wettbewerb

Die Lokomotivführer bei der Deutschen Bahn in Thüringen und bei Abellio Mitteldeutschland verrichten die gleiche Arbeit, wie ihre Kollegen bei der EB und der STB. Weselsky: „Mit uns wird es auf Dauer keine Eisenbahner zweiter Klasse mehr in Thüringen geben. Wir stehen für faire Löhne bei fairem Wettbewerb und mit der Solidarität und der Standhaftigkeit unserer Kollegen werden wir dies auch bei der EB und der STB erreichen.“


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