GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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Streik bei der Erfurter Bahn und der Süd Thüringen Bahn

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 01.05.2018

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft die Lokomotivführer, Zugbegleiter, Teamleiter, Ausbildungslokomotivführer und Disponenten der Erfurter Bahn (EB) und der Süd Thüringen Bahn (STB) am morgigen Mittwoch, dem 2. Mai 2018 von 3.20 bis 8 Uhr, zum Arbeitskampf auf.

Bis zu 40 Prozent unter dem Flächentarifvertrag

Das Tarifniveau der rund 360 Beschäftigten des Zugpersonals beider Häuser liegt weit unter dem des GDL-Flächentarifvertrags BuRa-ZugTV, der in fast allen Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland gilt. Lokomotivführer erhalten bis zu 25 Prozent weniger, Disponenten sogar bis zu 40 Prozent weniger.

Die Geschäftsführung der EB/STB behauptet dagegen in ihrer Mitarbeiter-Info vom 24. April 2018, das Zugpersonal würde heute schon 100 Prozent erhalten. Sie verschweigt dabei, dass der von ihr abgeschlossene Tarifvertrag mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft eben nicht das Tarifniveau des BuRa-ZugTV aufweist – der für 90 Prozent des Zugpersonals in Deutschland gilt. Die nachstehenden Elemente fehlen nämlich:

  • das Weihnachtsgeld – entspricht einem halben Monatstabellenentgelt und somit vier Prozent des Tarifvolumens,
  • eine Stunde Mehrarbeit pro Woche (40-Stunden-Woche), entspricht 2,6 Prozent Tarifvolumen und
  • die entsprechende Anrechnung der Berufserfahrung bei der Entwicklung des Zugpersonals innerhalb der Entgelttabelle, was sich individuell sehr nachteilig auswirkt.

Bewusste Täuschung des Zugpersonals

Alles in allem liegt damit das Tarifniveau für das Zugpersonal schon strukturell 6,5 Prozent unter dem GDL-Flächentarifvertrag. GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky: „Die beiden Bahnen reizen nicht nur Statistiken aus. Vielmehr täuschen sie bewusst das Zugpersonal.“

Auch Verbesserungen bei Zulagen wollen die Arbeitgeber auf das Jahr 2020 und später vertagen, gleiches gilt für dringend notwendige Verbesserungen beim Urlaub und Zusatzurlaub für Nachtarbeit. Hinzu kommt, dass es eine tarifliche Verpflichtung zur Leistung von Überstunden gibt, sodass das Zugpersonal nicht nur massenhaft Überstunden angesammelt hat und auch weiter ansammeln wird, sondern auch keine Planbarkeit in seiner Freizeit hat, weil es dem Arbeitgeber immer wieder zur Verfügung stehen muss. Das liegt nicht zuletzt an der mangelhaften Personalplanung. Seit Jahren bilden die Unternehmen zu wenig aus und stellen zu wenig Zugpersonal ein. „Das angestammte Zugpersonal wird dabei schonungslos ausgenutzt“, so der GDL-Bundesvorsitzende.

Grundübel ist der EVG-Billigtarifvertrag

Grundübel in beiden Unternehmen ist der Billigtarifvertrag mit der EVG. Dieser hat bisher solche Niedriglöhne zugelassen. Er kennt auch keine Überstundenbegrenzung. Gleichzeitig wurde den Lokomotivführern, Zugbegleitern und Disponenten immer wieder vorgegaukelt, dass ihre Arbeitsplätze gestrichen würden, wenn sie die völlig unzureichenden Arbeitsbedingungen nicht akzeptierten.

Schluss mit Niedriglöhnen

EB und STB expandieren jedoch seit Jahren auf Kosten ihres eigenen Zugpersonals und zu Lasten anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen. Das Zugpersonal hat dazu lange geschwiegen. Damit ist jetzt Schluss. „Gemeinsam mit unseren Mitgliedern haben wir bis heute viele Arbeitgeber im Eisenbahnverkehrsmarkt von besseren Einkommens- und Arbeitsbedingungen überzeugen können. Mit deren Kraft werden wir es auch bei der Erfurter Bahn und der Süd Thüringen Bahn schaffen“, so Weselsky. Der Thüringer dbb beamtenbund und tarifunion unterstützt die GDL dabei. Landesvorsitzender Helmut Liebermann: „Die Thüringer-Kollegen dürfen nicht länger das Schlusslicht bei den Einkommen im Eisenbahnverkehrsmarkt sein. Die EB und die STB müssen endlich marktgerechte Arbeitsbedingungen herstellen.“


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