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GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer



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Erfurter Bahn / Süd Thüringen Bahn

Schluss mit Lohndumping und Einschüchterung

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 17.04.2018

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen mit der Erfurter Bahn (EB) und der Süd Thüringen Bahn (STB) stehen bei beiden Unternehmen Arbeitskämpfe bevor. Am Mittwoch, 18. April 2018 informiert der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky die Beschäftigten in Meiningen und Erfurt über die Hintergründe und diskutiert das weitere Vorgehen.

Mit der Entscheidung, die offensive Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber zu suchen, setzt die GDL den Schlusspunkt unter eine lange Leidensgeschichte. Jahrelang hatten EB und STB die Beschäftigten unter Druck gesetzt – bis hin zur Drohung, das Unternehmen zu schließen. Aus Angst um ihren Arbeitsplatz nahmen die GDL-Mitglieder Billig-Löhne und ungenügende Arbeitsbedingungen zunächst hin. Doch damit ist nun Schluss.

Keine fairen und gleichen Arbeitsbedingungen

Die GDL hat seit 2010 in einer beispiellos erfolgreichen Kampagne die Löhne im gesamten deutschen Eisenbahnmarkt an das Niveau des Marktführers Deutsche Bahn herangeführt. Sie vertritt seit 2015 das gesamte Zugpersonal und hat 2017 zunächst mit der DB und anschließend mit den Wettbewerbsbahnen völlig neue Arbeitszeitregelungen vereinbart. Die Entlastung des Zugpersonals wird damit für jeden Einzelnen greifbar und erlebbar.

An EB und STB ging diese Entwicklung indes komplett vorbei. Beide Unternehmen zeigten zu keinem Zeitpunkt ein Interesse daran, faire und gleiche Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten zu schaffen. Im Gegenteil: „Seit Jahren sparen die Unternehmen eine Unmenge Geld und sind mit Niedriglöhnen expandiert, nicht zuletzt zu Lasten anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen, die bessere Einkommen und Arbeitszeiten haben“, so Weselsky. „Hier ist Gewinn gemacht und nicht gerecht mit denen geteilt worden, welche die Wertschöpfung gebracht haben.“

Kein Zugpersonal zweiter Klasse

Aktuell liegen die Löhne bei der Erfurter Bahn und der Süd Thüringen Bahn mindestens 6, 5 Prozent unter denen vergleichbarer Unternehmen – bei Lokomotivführern bis zu 25 Prozent, bei Disponenten sogar bis zu 40 Prozent.
Erst ab Ende 2019 soll ein langsamer Angleichungsprozess einsetzen, der das Zugpersonal schließlich 2022 auf das Verdienstniveau der Beschäftigten anderer Unternehmen bringt. „An dieser Stelle muss sich der Arbeitgeber die deutliche Frage gefallen lassen, warum die Arbeit der Lokomotivführer, Zugbegleiter und Disponenten bei beiden Unternehmen weniger wert ist, als die Arbeit bei DB Regio beziehungsweise Abellio Rail Mitteldeutschland“, so Weselsky. „Seine Beschäftigten des Zugpersonals sind somit nur Mitarbeiter zweiter Klasse – doch diesen Zustand werden wir beenden“.

Erfolgreicher Kampf für Mitgliederinteressen

Die GDL ist weiterhin verhandlungs- und einigungswillig, doch dazu muss der Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Sollte er die Einführungen vergleichbarer Marktregelungen in beiden Unternehmen weiterhin ablehnen, wird die GDL die Auseinandersetzung vorantreiben. „Gemeinsam mit unseren Mitgliedern haben wir bis heute viele Arbeitgeber im Eisenbahnverkehrsmarkt von besseren Einkommens- und Arbeitsbedingungen überzeugen können“ so Weselsky. „Mit deren Kraft werden wir es auch bei der Erfurter Bahn und der Süd Thüringen Bahn schaffen!“

Ansprechpartner

Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky steht der Presse am 18. April 2018 vor Ort für Gespräche zur Verfügung.

Meiningen: 10.00 bis 13.00 Uhr
Romantik Hotel Sächsischer Hof, Georgstraße 1

Erfurt: 14.30 bis 17.00 Uhr
Das.Businessloft, Spielbergtor 19b