GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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Parlamentarischer Abend der GDL

Mehr Verkehr auf die Schiene

GDL Aktuell - Telegramm - 11.09.2016

Rund 50 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gewerkschaften nahmen am Parlamentarischen Abend der GDL teil. Im Bildvordergrund: Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky (l.) neben dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann.    -   Foto:  Thomas Schütze
Rund 50 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gewerkschaften nahmen am Parlamentarischen Abend der GDL teil. Im Bildvordergrund: Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky (l.) neben dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann.   -   Foto: Thomas Schütze

Die Forderung nach mehr Verkehr auf der Schiene wird oft erhoben, bleibt aber oftmals folgenlos. Stattdessen wird immer mehr Verkehr auf die Straße und in die Luft verlagert. Mit der Zielsetzung, diese Benachteiligung zu beenden und den notwendigen Anstoß zur Stärkung der Schiene zu geben, lud die GDL am 8. September 2016 zu einem Parlamentarischen Abend in Berlin ein.

Der Einladung waren rund 50 Gäste gefolgt. Unter den Teilnehmern befanden sich Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien, Repräsentanten der Eisenbahnverkehrsunternehmen Transdev, Netinera und MEV, der Eisenbahnverbände ProBahn, Mofair und Netzwerk Europäischer Eisenbahnen sowie Hochschullehrer und Vertreter von Cockpit und dbb.

Deutschlandtakt im Jahr 2030

In seinem Grußwort betonte der parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, der Eisenbahnverkehr in Deutschland habe eine große Perspektive. Allerdings sei der Teilverkauf von gewinnerzielenden DB-Unternehmen nicht zielführend, hier müsse sich der Eigentümer stärker positionieren und Verantwortung übernehmen. Als eines der wichtigen Ziele des Verkehrsministeriums nannte er die Einführung des Deutschlandtakts im Jahr 2030.

Absage an autonomes Fahren

Dem von der DB-Führung jüngst in Rede gebrachten autonomen Fahren auf dem deutschen Schienennetz erteilte Mofair-Vizepräsident Hans Leister in seinem Impulsvortrag eine deutliche Absage. Ein Verzicht auf Lokomotivführer und Zugbegleiter sei auf Grund der Gegebenheiten in Deutschland nicht möglich. Dies scheitere schon allein daran, dass ein Zug ohne Zugpersonal im Notfall nicht evakuiert werden könne.

Keine Gewinnerwartung an Infrastruktur

Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky betonte, dass die Zukunft der Eisenbahn durch ihr Herzstück, die Infrastruktur bestimmt werde. Nur eine gesunde, keinen Gewinnerwartungen unterworfene Infrastruktur biete der Schiene Perspektive und erlaube etwa auch die Einführung des Deutschlandtakts 2030. Als besonders dringendes Problem bezeichnete Weselsky den akuten Personalmangel beim Zugpersonal. Verschärft werde die Situation durch Äußerungen des DB-Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube zum autonomen Fahren. Wer die Berufe Lokomotivführer und Zugbegleiter derart in Frage stelle, dürfe sich nicht wundern, wenn sich Menschen nicht mehr für den Beruf entscheiden würden.

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