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GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer



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Bezirksversammlung Nord-Ost

Bezirksvorsitzender mit großer Mehrheit bestätigt

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 08.11.2016

Vorstand des Bezirks Nord-Ost mit geschäftsführenden Vorstand (v. l.): stellvertretender Kassierer Dirk Schmidtchen, Kassierer Frank Lohse, Jugendleiterin Claudia Wellnitz, Sprecherin Arbeitskreis Zugbegleitdienst Kristin Möckel; stellvertretender Bundesvorsitzender Norbert Quitter, stellvertretender Vorsitzender Roland Parnitzke, Schriftführer Michael Menzel, Vorsitzender Frank Nachtigall, Vorstandsmitglied DB-Tarif/Betriebsverfassungsgesetz Paul-Georg Hilger, Seniorenvertreter Peter Schulze, Bundesvorsitzender Claus Weselsky, Vorstandsmitglied NE-Tarif/Betriebsverfassungsgesetz Steffen Genz, Vorstandsmitglied DB-Tarif/Betriebsverfassungsgesetz Mario Reiß, stellvertretender Vorsitzender Volker Krombholz, Kassenprüfer Holger Hintze, Kassenprüfer Rainer Martins und stellvertretender Kassenprüfer Peter Blank --- Foto:  Gerda Seibert
Foto: Gerda SeibertVorstand des Bezirks Nord-Ost mit geschäftsführenden Vorstand (v. l.): stellvertretender Kassierer Dirk Schmidtchen, Kassierer Frank Lohse, Jugendleiterin Claudia Wellnitz, Sprecherin Arbeitskreis Zugbegleitdienst Kristin Möckel; stellvertretender Bundesvorsitzender Norbert Quitter, stellvertretender Vorsitzender Roland Parnitzke, Schriftführer Michael Menzel, Vorsitzender Frank Nachtigall, Vorstandsmitglied DB-Tarif/Betriebsverfassungsgesetz Paul-Georg Hilger, Seniorenvertreter Peter Schulze, Bundesvorsitzender Claus Weselsky, Vorstandsmitglied NE-Tarif/Betriebsverfassungsgesetz Steffen Genz, Vorstandsmitglied DB-Tarif/Betriebsverfassungsgesetz Mario Reiß, stellvertretender Vorsitzender Volker Krombholz, Kassenprüfer Holger Hintze, Kassenprüfer Rainer Martins und stellvertretender Kassenprüfer Peter Blank
„Wir sind ein starkes Team und wir werden die Belastung der Lokomotivführer und Zugbegleiter verringern.“ Das erklärte der mit großer Mehrheit bestätigte Vorsitzende des neuen Bezirks Nord-Ost (ehemals Berlin-Sachsen-Brandenburg) der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Frank Nachtigall, in der Bezirksversammlung vom 8. bis 9. November 2016 in Berlin.

Unter dem Motto „Die GDL – das sind wir“ haben hier 75 Delegierte den neuen Bezirksvorstand gewählt und die Weichen für die gewerkschaftspolitische Arbeit der kommenden Jahre gestellt. Neuer stellvertretender Bezirksvorsitzender wurde ebenfalls mit großer Mehrheit Volker Krombholz aus dem Bezirk Nord. Als zweiter Stellvertreter wurde Roland Parnitzke in seinem Amt bestätigt. Zur besseren Betreuung der Mitglieder hat die GDL ihre Struktur reformiert. Der Bezirk Nord-Ost besteht nun aus den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (neu). Sachsen gehört jetzt zum Bezirk Mitteldeutschland.

Verbesserung der Arbeitszeitbedingungen

Zur Senkung der Belastung des Zugpersonals hat die Bezirksversammlung maßgebliche Arbeitszeitverbesserungen beschlossen. Ganz oben auf der Agenda der GDL stehen verbesserte Schichtpläne, um das Privatleben wieder planbarer zu machen. „Bei den ständigen kurzfristigen Dienstplanänderungen im ohnehin schon unregelmäßigen Schichtdienst sind Familie und Beruf nicht mehr zu vereinbaren“, so der Bezirksvorsitzende. Grundübel ist oftmals der Personalmangel, insbesondere in den Ballungszentren. In Deutschland fehlen rund 1 000 Lokomotivführer und viele Zugbegleiter, allein bei der DB sind es 800 Lokomotivführer. Und es wird immer schwieriger, junge Leute für den Beruf zu gewinnen. Viele wollen keinen Schichtdienst. Andere scheitern an den Anforderungen zur Tauglichkeit. Völlig kontraproduktiv ist es daher, wenn der DB-Vorstand das autonome Fahren von Zügen propagiert. „Wenn das Zugpersonal nicht mit so viel Herz und Verstand jeden Tag den Verkehr am Laufen halten würde, ginge auf der Schiene gar nichts mehr“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Stattdessen wirft die DB Milliarden raus, nur um die im Vergleich dazu viel geringeren Personalkosten für den Lokomotivführer und Zugbegleiter zu sparen. Nur wenn sich die Arbeitsbedingungen entscheidend verbessern, werden auch künftig junge Menschen Lokomotivführer und Zugbegleiter werden wollen. Beide Berufe müssen wieder attraktiver werden und dafür steht die GDL.

Gut aufgestellt

Die GDL wird im kommenden Jahr 150 Jahre. Weselsky: „Uns wird es auch noch die nächsten 150 Jahre geben, selbst wenn das Bundesverfassungsgericht das verfassungsfeindliche Tarifeinheitsgesetz tatsächlich bestätigen sollte. Die GDL und ihr Bezirk Nord-Ost sind dazu gut aufgestellt. Mit einem Organisationsgrad von 80 Prozent der Lokomotivführer der Deutschen Bahn und vielen Mitgliedern des Zugpersonals, auch bei nicht bundeseigenen Bahnen und Schienengüterverkehrsunternehmen, gelingt es der GDL im Bezirk Nord-Ost immer mehr Unternehmen unter das Dach des Flächentarifvertrags für das Zugpersonal und den dazugehörigen Haustarifverträgen zu bringen und damit die Arbeitsbedingungen entscheidend zu verbessern. Für 97 Prozent der Lokomotivführer gilt der Flächentarifvertrag bereits. Im Bezirk Nord-Ost hat die GDL Tarifverträge mit der Ostdeutschen Eisenbahn, der Niederbarnimer Eisenbahn, der Mecklenburgischen Bäderbahn (Molli), der Rostocker Straßenbahnn der AmE Raillogistik und mit delphi Personal abgeschlossen.

Nichts zu lachen?

In den Verhandlungen mit der Deutschen Bahn unter dem Motto „Mehr Plan, mehr Leben“ beginnt es allerdings gerade zu knirschen. Die von der GDL vorgelegten Forderungen zur Belastungssenkung kommentierte der DB-Personalvorstand Ulrich Weber in der zweiten Tarifrunde lapidar mit den Worten: „Das ist nicht machbar.“ Weselsky: „Wir sind lange genug im Geschäft, damit wir wissen, was machbar ist und was nicht.“ Die Arbeits- und Ruhezeitregelungen bei der DB müssen dringend verbessert werden. „Das sollte die DB einsehen, sonst gibt es zu Beginn des Karnevals nichts zu lachen“, so Weselsky. Am 11. 11. werden die Tarifverhandlungen in Bonn fortgesetzt.