GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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Hausaufgaben erledigen, statt die Schuld auf die GDL schieben

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 20.10.2015

Schuld am Rückgang des Schienengüterverkehrs der Deutschen Bahn sei die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Das behauptet zumindest der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“: „Nach dem GDL-Streik im Sommer seien acht bis zu zehn Prozent der Kunden nicht mehr zur DB zurückgekehrt.“ Der stellvertretende GDL-Bundesvorsitzende Norbert Quitter erklärte dazu:

  1. Unsere Streiks waren so überflüssig, wie ein Kropf. Die Tarifverträge hätten wir schon ein Jahr zuvor ganz normal auf dem Verhandlungsweg erzielen können. Wir wollten lediglich für unsere Mitglieder die Tarifverträge schließen und das haben wir erreicht. Das wollte die DB aber bis zuletzt verhindern.“
  2. Welche Transportmenge sich hinter den „bis zu zehn Prozent der verlorenen Kunden“ verbirgt, wird sorgfältig verschwiegen. Großkunden können ihre Fracht nämlich nicht so schnell auf andere Verkehrsträger verlagern, weil denen schlicht die Kapazitäten dafür fehlen.
  3. Fakt ist: Die Verkehrsleistung von DB Schenker Rail geht schon seit 2011 kontinuierlich zurück, während der Verkehr insgesamt stark zunimmt. Hier ist das Management gefragt, denn bei den privaten Schienengüterverkehrsunternehmen geht das Geschäft besser. Und dass die Privaten schlechtere Löhne zahlen, ist nur eine Mär. Gerade hat die GDL den Flächentarifvertrag für den Schienengüterverkehr abgeschlossen, auf dem Niveau der DB. Die Westfälische Landeseisenbahn und SBB Cargo Deutschland liegen sogar darüber.
  4. Grube hat im Interview Managementfehler eingeräumt, auch wenn er sie nicht als solche betitelt hat. „Die Qualität muss ebenso steigen wie die Verfügbarkeit von Zügen und Infrastruktur.“ Aber im gleichen Atemzug: „20 Prozent der Umschlageinrichtungen kommen nur auf ein Prozent des Umsatzes.“ Das heißt im Klartext: weg damit. Ob eine Schließung von Güterverkehrsstellen dafür wirklich der richtige Ansatz ist? Die GDL ist jedenfalls gespannt auf das Konzept „Zukunft Bahn“.

Die DB muss endlich ihre Hausaufgaben erledigen, statt die Schuld auf die GDL zu schieben.

Viel schlechtere Rahmenbedingungen

Kritik ist auch am Bund zu üben, und zwar nicht nur, weil die DB zu 100 Prozent in seinem Besitz ist. Die Bahnen haben viel schlechtere Rahmenbedingungen als andere Verkehrsträger. Die Maut für LKW liegt weit unter den Trassenpreisen für die Schiene. Für Flugzeuge muss keine Kerosinsteuer abgeführt werden, die Bahnen zahlen aber Mineralölsteuer. Und das umweltfreundlichste Verkehrsmittel muss auch noch Ökosteuer zahlen. Die GDL fordert endlich faire Rahmenbedingungen. „Wenn es uns nicht bald gelingt, den Verkehr auf die Schiene zu verlagern, ersticken wir im Stau“, so Quitter.

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