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GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer



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Arbeitskampf beendet

DB taktiert erneut zu Lasten der Kunden

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 24.04.2015

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den Streik des Zugpersonals bei der Deutschen Bahn heute um 9 Uhr nach 66 Stunden im Güterverkehr und bereits gestern um 21 Uhr nach 43 Stunden im Personenverkehr beendet. Rund drei Viertel der Züge standen bundesweit still.

Foto: Stefan Gaadt
Foto: Stefan Gaadt

In Westdeutschland fuhren mehr Züge als im Osten, weil hier noch rund 40 Prozent der Lokomotivführer verbeamtet sind, die nicht streiken dürfen. „So gut wie alle unsere Mitglieder bei der DB haben somit Flagge gezeigt“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky und bedankte sich für dieses klare Signal an das Management der DB, das mit dieser unglaublichen Solidarität nicht einmal ansatzweise gerechnet hatte. Weselsky: „Hier zeigt sich erneut die völlige Fehleinschätzung eines Arbeitgebers, dem die Belastung seiner Mitarbeiter völlig egal ist und der sich nur auf ständige Wiederholungen seiner ‚Personalpolitik aus einem Guss‘ zurückzieht, während die tatsächliche Belastung seit Jahren steigt.“

DB will Tarifabschluss bis zum Tarifeinheitsgesetz verhindern

Direkt nach Ende des Arbeitskampfes hat die DB von der GDL gefordert, dass sie entweder auf Basis vom 17. April 2015 weiter verhandeln will. Das ist genau das Papier, das zur Eskalation geführt hat, alternativ könnte auch auf dem Stand vom 23. Februar 2015 weiter gemacht werden. Damit wären aber zwei Monate Verhandlungen vergeblich gewesen. Das Zeitschinden der DB hat Methode. Schließlich will sie einen Tarifabschluss mit der GDL auf jeden Fall vermeiden, bis das Tarifeinheitsgesetz im Juli 2015 verabschiedet wird. „Dann könnte sie alleine mit ihrer Hausgewerkschaft weiterhin preiswertere und arbeitgeberfreundliche Tarifverträge vereinbaren. Das Zugpersonal wird diese Blockade aber nicht länger zulassen“, so Weselsky.

GDL hat Lösung zum Konflikt vorgeschlagen

Die GDL hat deshalb der DB heute sofort konkrete Lösungsvorschläge übermittelt. Dabei hat sie auch die Standpunkte der DB berücksichtigt. „Wir wollen schließlich, dass der Tarifkonflikt endlich beseitigt wird“, so Weselsky. Jetzt ist die DB am Zug, denn sonst ist nach dem Streik gleich wieder vor dem Streik. „Nach sieben Arbeitskämpfen und acht Monaten Pirouetten ohne fixierte Zwischenergebnisse ist Schluss mit prüfen, bewerten und Einigungsvorbehalten. Das Taktieren zu Lasten der Kunden muss beendet werden. Wir brauchen Nägel mit Köpfen“, so Weselsky.

Die GDL fordert konkret:

  • Die Spaltung der Lokomotivführer ist zu beenden. Lokrangierführer, die Strecke fahren, sind Streckenlokomotivführer und deshalb auch als solche zu bezahlen. Weselsky: „Das macht den Unterschied zwischen einer handzahmen Hausgewerkschaft und einer wirklichen Interessenvertretung aus.“ Zur Reduzierung der Lohnkosten werden übrigens immer mehr Lokführer als Lokrangierführer eingruppiert.
  • Die Arbeitszeitregelungen sind zu verbessern, damit Familie und Beruf wieder vereinbar werden, beispielweise eine echte Fünf-Tage-Woche und freie Wochenenden, die mindestens von Freitag 22 Uhr bis Montag 6 Uhr dauern.
  • Die Arbeitszeit des Zugpersonals muss um eine Stunde auf 38 Stunden verkürzt werden.
  • Die Überstunden sind auf 50 Stunden im Jahr zu begrenzen.
  • Das Tabellenentgelt muss um fünf Prozent erhöht werden.

Zwischenergebnisse müssen fixiert und dürfen nicht verworfen werden, wenn mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft anderes vereinbart werden sollte.


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