» Fit für die Zukunft

Liebe Kolleginnen und Kollegen, der technologische Fortschritt verlangt viel von den Lokomotivführern und Zugbegleitern. Was ändert sich, was bleibt gleich, worauf muss sich das Zugpersonal einstellen, was bringt die Zukunft? Unter dem Titel „Wir schauen immer nach vorn!“ blickt die GDL Seite an Seite mit ihrem Zugpersonal in die Zukunft, S. 4. ... mehr

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GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer



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DB muss Farbe bekennen!

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 04.12.2014

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert die Deutsche Bahn auf, ihr bis zum 17. Dezember 2014 ein erheblich verbessertes Angebot zu unterbreiten. Bis zu diesem Zeitpunkt muss auch die erste Verhandlung dazu geführt werden. Das haben der GDL-Hauptvorstand und die Tarifkommission heute in Königswinter-Thomasberg einstimmig beschlossen.

„Wir geben der DB damit eine letzte Chance, endlich Farbe zu bekennen und massive Arbeitskämpfe zu verhindern. Mit allen bisherigen Angeboten, auch dem letzten mit 600 Seiten, befindet sich die DB auf dem falschen Gleis“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

Die DB versucht lediglich der Öffentlichkeit vorzutäuschen, dass sie der GDL noch immer Angebote unterbreitet, weiß aber ganz genau schon vorher, dass die GDL ablehnen muss. Erstens gehen die Angebote nicht auf die von der GDL geforderten Inhalte mit Schwerpunkt Arbeitszeit und Belastungssenkung ein und zweitens werden die Tarifergebnisse immer wieder mit der Tarifeinheit verknüpft.

Nach rund 160 Stunden Streik beharrt die DB immer noch auf Tarifeinheit. Sie verlangt definitiv, dass „konkurrierende“ Tarifbestimmungen ausgeschlossen sind. Die Rechtslage in Deutschland ist aber eine andere und das haben die beiden Gerichtsurteile in Frankfurt erst vor wenigen Wochen bestätigt: es gilt Tarifpluralität und die GDL hat einen verfassungsmäßig abgesicherten Anspruch auf einen eigenständigen Tarifvertrag. Deshalb hat das Landesarbeitsgericht Frankfurt den Streik der GDL für rechtmäßig erklärt. „Dem Bahnvorstand mag das nicht gefallen“ so Weselsky, „aber es geht hier nicht um Wünschen und Wollen, sondern um grundgesetzlich garantierte Rechte.“

Und auch der bewährte GDL-Flächentarifvertrag für Lokomotivführer soll in der Versenkung verschwinden und der für Zugbegleiter gar nicht erst entstehen. Dieser gilt jedoch bereits für 97 Prozent aller Lokomotivführer in Deutschland.

Außerdem bot die DB den GDL-Lokomotivführern und Zugbegleitern in dem 600-seitigen Angebot nicht eine einzige Verbesserung an:

  • kein Angebot zu Verbesserungen bei der Arbeitszeit,
  • kein Angebot zur Belastungssenkung,
  • kein Angebot zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • kein Angebot zur Mitarbeiterbeteiligung, es sei denn, ein einheitlicher Tarifvertrag mit der EVG kommt zustande,
  • kein Angebot zur Verbesserung der Regelungen zur Berufserfahrung,
  • kein Angebot zu sonst irgendeiner Forderung der GDL und
  • statt fünf Prozent Entgeltplus für zwölf Monate, wie es die GDL gefordert hatte, bot der Arbeitgeber lediglich fünf Prozent für 30 Monate an. Das macht zwei Prozent im Jahr!

Weselsky: „Wir werden nicht lockerlassen, denn die Entgelt- und Arbeitszeitbedingungen für unser Zugpersonal müssen nachhaltig verbessert werden.“ Außer mit einem schwachen Entgeltangebot ist die DB auf keine der GDL-Forderungen „Fünf für fünf“ eingegangen. „Die DB muss somit erheblich nachlegen. Statt den Menschen weiterhin Sand in die Augen zu streuen, muss sie Recht und Gesetz anerkennen und der GDL endlich ergebnisoffene Verhandlungen für alle ihre Mitglieder anbieten“, so der GDL-Bundesvorsitzende. Tut sie das nicht, haben der Hauptvorstand und die Tarifkommission beschlossen, nach dem 11. Januar 2015 massive Arbeitskämpfe zu führen.

Forderungen der GDL „Fünf für fünf“

Die GDL fordert für die 51 Prozent der in der GDL organisierten Mitglieder der 37 000 Beschäftigten des Zugpersonals (Lokomotivführer/Lokrangierführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Instruktoren/Trainer und Disponenten) in den Eisenbahnverkehrsunternehmen der DB

  • fünf Prozent mehr Entgelt plus zwei Erfahrungsstufen in der Tabelle nach 30 und 35 Jahren im Beruf, dotiert mit je 60 Euro,
  • Belastungssenkung mit einer Stunde weniger maximaler Fahrzeit auf dem Triebfahrzeug, nur noch 50 Überstunden im Jahr (Überschreitung nur mit Einverständnis des Beschäftigten) sowie einen 50-prozentigen Zeitzuschlag bei Schichtverlängerungen,
  • eine zweistündige Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden pro Woche,
  • Wertschätzung, indem eine dem Gewinn des Konzerns entsprechende Mitarbeiterbeteiligung gezahlt wird und
  • zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf dürfen maximal fünf Schichten in 120 Stunden (fünf Tagen) verplant werden, müssen freie Wochenenden mindestens von Freitag 22 bis Montag 6 Uhr dauern und darf der Dienst nach dem Urlaub nicht vor sechs Uhr beginnen.


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