GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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Deutsche Bahn setzt Chaosfahrplan gegen die Fahrgäste in Kraft

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 15.10.2014

Die Deutsche Bahn (DB) lässt schon seit heute um Mitternacht ihre Fernverkehrszüge nach dem angeblichen „Notfallfahrplan“ fahren, obwohl die GDL erst 14 Stunden später mit ihrem Arbeitskampf beginnt.

Seit vier Uhr bestreikt die DB ihren eigenen Nahverkehr. Gleichzeitig wird auf den Anzeigetafeln der Fernverkehrsbahnhöfe angekündigt, dass die wenigen noch fahrenden Fernverkehrszüge nur für die Reisenden mit Platzreservierung zur Verfügung stehen. All das hat die DB klammheimlich entschieden und in Kraft gesetzt und die Reisenden darüber in keinster Weise informiert. Das Zugpersonal hat sich seit null Uhr pflichtgemäß zum Dienst gemeldet, es wird aber vom Management an der Arbeit gehindert. GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky: „Tausende Mitarbeiter des Zugpersonals sitzen somit derzeit arbeitsbereit in diesem Land, während die DB absichtlich die Reisepläne ihrer Fahrgäste durchkreuzt. Damit löst die DB ein Chaos aus, das durch nichts zu rechtfertigen ist. Jeder Fachmann weiß, dass kein Notfallfahrplan 14 Stunden vor dem Streik beginnen muss. Er dient dem Management ausschließlich dazu, den Frust der Fahrgäste zu erhöhen. Dieses an Scheinheiligkeit nicht zu übertreffende Verhalten gipfelt dann in den Äußerungen des DB-Personalvorstands Ulrich Weber. Er sprach heute im ZDF vom „ausgesprochenen Mitgefühl für unsere Kunden“.

DB will GDL in der Öffentlichkeit diskreditieren

Die DB lässt nichts unversucht, um die GDL in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Weber reagierte im Tarifkonflikt völlig irrational, indem er von ihm initiierte vertrauliche Hintergrundgespräche als angebliche Verhandlungen bezeichnete. Bereits am 8. Oktober 2014 hatte er in einem Vier-Augen-Gespräch mit dem GDL-Bundesvorsitzenden nach Lösungsansätzen zur Integration der Zugbegleiter in die Struktur der GDL-Tarifverträge gesucht. Da dies eine sehr komplexe Materie ist, wurde für den heutigen Mittwochabend und morgigen Donnerstagvormittag ein weiteres Hintergrundgespräch mit drei Personen auf jeder Seite vereinbart. Weselsky: „Alle Tarifexperten wissen, dass ein solches Verfahren unabhängig von der Konfliktsituation regelmäßig zur Vorbereitung der späteren Verhandlungen genutzt wird.“ In einer solch komplizierten Lage werden immer erst Lösungsansätze zur Vorbereitung ausgelotet. Heute um 7.49 Uhr hat Herr Weber auf der Mailbox von Herrn Weselsky die Hintergrundgespräche abgesagt. Gleichzeitig suggerierte er der Öffentlichkeit, das er mit der GDL verhandeln wolle. Weselsky: „Fakt ist jedoch, dass Herr Weber sowohl die Hintergrundgespräche abgesagt hat, inhaltliche Tarifverhandlungen für das Zugpersonal immer noch verweigert und parallel dazu mit dem ‚Chaosfahrplan‘ das Unternehmen schädigt, um die Kunden gegen die GDL aufzubringen. Während die GDL die Öffentlichkeit 20 Stunden vor dem Streik informiert hat, um den Reisenden eine alternative Planung zu ermöglichen, hat das perfide DB-Management klammheimlich den Eisenbahnverkehr genau in der Zeit eingestellt, in der die Reisenden ihre Ziele noch erreichen wollten.“

Vorstand muss zur Rechenschaft gezogen werden

Der GDL-Bundesvorsitzende fordert angesichts dieses verantwortungslosen Verhaltens die Aufsichtsgremien der DB und den Eigentümer des Bundesunternehmens auf, den Vorstand zur Rechenschaft zu ziehen. Weselsky: „Wer das Unternehmen bewusst schädigt, um seine eigenen Beschäftigten in der Öffentlichkeit diskreditieren zu können, muss zur Rechenschaft gezogen werden.“


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