» Tarifverhandlungen einvernehmlich vertagt

Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn werden auf nächste Woche Dienstagvormittag in Eisenach vertagt. Darauf haben sich die GDL und die DB am Samstagmittag in Hannover einvernehmlich geeinigt. ... mehr

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GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer



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Weselsky mit 90 Prozent wiedergewählt

GDL Aktuell - Pressemitteilung - 09.05.2012

Claus Weselsky heißt der alte und neue Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Er wurde von 90 Prozent der rund 200 Delegierten in der Generalversammlung unter dem Motto „Gemeinsam Zugkunft bewegen“ am 8. Mai 2012 in Bonn wiedergewählt. Ebenfalls mit großer Mehrheit wurde der bisherige stellvertretende GDL-Bundesvorsitzende Sven Grünwoldt in seinem Amt bestätigt. Neu im geschäftsführenden Vorstand ist der bisherige Vorsitzende des GDL-Bezirks Süd-West Thorsten Weske. Er löste Norbert Quitter ab, der nicht mehr kandidierte.

Faire Löhne für 97 Prozent aller Lokomotivführer in Deutschland

Weselsky kann auf eine erfolgreiche Wahlperiode zurückblicken. So ist es der GDL gelungen, mit ihrem Flächentarifvertrag für 97 Prozent aller Lokomotivführer in Deutschland faire Löhne und Arbeitsbedingungen zu erreichen. Weselsky: „Das war eine harte Tarifauseinandersetzung, denn für viele Privatbahnen waren die Lohnkosten schließlich ein probates Mittel, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. Dem haben wir einen Riegel vorgeschoben.“ Unser Maßstab ist und bleibt das hohe Lohnniveau des Marktführers Deutsche Bahn (DB). Gleichzeitig haben wir dafür gesorgt, dass sich die Löhne für Lokomotivführer bei der DB seit 2008 um mehr als 20 Prozent erhöht haben. Mit dem Betreiberwechseltarifvertrag hat sie außerdem für einen geregelten Übergang nach verlorenen Ausschreibungen in ein neues Unternehmen gesorgt. „Wir werden uns aber nicht auf den Erfolgen ausruhen“, so der 53-Jährige.

Bessere Arbeitsbedingungen für Zugbegleiter

„Bessere Arbeitsbedingungen brauchen auch die Zugbegleiter“, so Weselsky. Während die GDL in fast allen von ihr tarifierten Privatbahnen die Tarife auch für die Zugbegleiter abgeschlossen hat und damit für vernünftige Arbeitszeitregelungen und Löhne eingeführt hat, kann sie dies bei der DB erst ab 2014 erreichen: denn bis dahin läuft der Grundlagentarifvertrag. Bisher sind die DB-Tarifverträge für die Zugbegleiter aufgrund einer Vielzahl unterschiedlicher tarifvertraglicher Regelungen ziemlich intransparent. Darüber hinaus kann die DB in vielen Bereichen betriebliche Öffnungsklauseln willkürlich zum Nachteil der Beschäftigten anwenden, wie die Abweichungen von vielen Ruhezeitreglungen. Nicht zuletzt müssen auch hier die Löhne erhöht werden.

Mehr Lokomotivführer und Zugbegleiter

Ein gravierendes Problem in vielen Eisenbahnverkehrsunternehmen ist der Personalmangel. Rund 800 Lokomotivführer fehlen in Deutschland und zahlreiche Zugbegleiter. Und der demografische Wandel wird diesen Mangel noch verstärken. Ein erster Schritt zur Behebung ist eine strategische Personalplanung. Daraus resultierend ist eine entsprechende Ausbildungsquote zwingend erforderlich. Bei der DB hat die GDL dies sogar tariflich verankert.

Ein besonderes Augenmerk der GDL liegt auch darauf, alle Züge mit ausreichend Zugbegleitern besetzen. „Quoten von nur 20 Prozent im Nahverkehr reichen bei Weitem nicht aus, denn die Übergriffe nehmen stark zu. Wenn potenzielle Schwarzfahrer merken, dass selten kontrolliert wird, gehen sie auf Risiko und sparen sich die Fahrkarte. Verlangt dann ein Zugbegleiter das Ticket, ist ein Konflikt fast vorprogrammiert.“ Außerdem fordert die GDL, dass in den zeitlichen Randlagen und in anderen gefährdeten Zügen noch mehr Sicherheitspersonal eingesetzt wird. Dann fühlen sich auch die Fahrgäste sicherer und können eine kompetente Auskunft über ihre Anschlusszüge erhalten.

Starke Gewerkschaften notwendig

„Grundsätzlich gibt es gegen Personalknappheit nur ein Mittel und das heißt: ein attraktiver Arbeitgeber sein. Damit sind nicht nur die Löhne, sondern die gesamten Arbeitsbedingungen gemeint“, so der GDL-Bundesvorsitzende. Zwar hat auch der DB-Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube in der diesjährigen DB-Bilanzpressekonferenz festgestellt: „Nur mit zufriedenen Mitarbeitern erreichen wir zufriedene Kunden.“ Weselsky: „Aber Erkenntnis ist nicht gleich Umsetzung. Für attraktive Arbeitsbedingungen braucht es starke Berufsgewerkschaften mit einem hohen Organisationsgrad. Wir nehmen die Herausforderung für das gesamte Zugpersonal an: „Gemeinsam Zugkunft gestalten“.

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