Die GDL setzt sich ein für ...

... eine leistungsorientierte Bezahlung
... eine qualifizierte Weiterbildung
... hohe Sicherheitsstandards
... faire Wettbewerbsbedingungen

GDL-Position zur Ausbildungspolitik

Eine qualifizierte und breite Ausbildung ist in der heutigen Zeit von enormer Bedeutung. Um den Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein, strebt die GDL im Bereich der Bahnen eine Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive an. Nur eine umfassende Ausbildung, die Lokomotivführer zum Führen mehrerer Triebfahrzeuge und Lokomotiven für den Rangier- und Streckendienst vorbereitet, fördert einen flexibleren Einsatz und verhindert monotone Arbeitsabläufe.

Qualifizierungsoffensive für Lokomotivführer

Eine qualifizierte und breite Ausbildung ist in der heutigen Zeit von enormer Bedeutung. Um den Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein, strebt die GDL im Bereich der Bahnen eine Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive an. Nur eine umfassende Ausbildung, die Lokomotivführer zum Führen mehrerer Triebfahrzeuge und Lokomotiven für den Rangier- und Streckendienst vorbereitet, fördert einen flexibleren Einsatz und verhindert monotone Arbeitsabläufe.

Keine weitere Verkürzung der Qualifizierungszeiten

Die GDL wehrt sich gegen eine weitere Verkürzung der Lokführerqualifizierungszeiten. Diese wurden seit der Bahnreform 1994 stets reduziert. Dabei wurden die Inhalte dieser zumeist innerbetrieblichen Ausbildung zum Teil auf das Notwendigste gestrafft. Die innerbetriebliche Ausbildung zum Lokomotivführer wird seit 1994 auf einer verringerten Anzahl von Triebfahrzeugen absolviert. Die GDL lehnt "Schmalspurausbildungen" rigoros ab. Sie setzt sich für einen hohen Qualitätsstandard in der Ausbildung ein.

Die GDL hat deshalb bereits vor vielen Jahren einen ständigen Arbeitskreis Bildung, Betrieb und Technik eingesetzt, der sich aus Spezialisten im Aus- und Fortbildungsgeschäft zusammensetzt und eng mit den maßgeblichen Bildungsdienstleistern und Institutionen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Deutschen Bahn eine enge Zusammenarbeit pflegt. Für die Deutsche Bahn konnte die GDL 2009 erstmals den Weg der so genannten Erwachsenenqualifizierung für alle DB-Transportunternehmen Lokomotivführertarifvertrag verbindlich regeln. Diese tariflichen Inhalte sollen auf alle Eisenbahnverkehrsunternehmen ausgeweitet werden.

Eisenbahner im Betriebsdienst (EIB), ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf

Die GDL hat ihre Forderung nach einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf "Lokomotivführer" durchsetzen können. Seit 1997 gibt es nunmehr die dreijährige Ausbildung zum "Eisenbahner im Betriebsdienst" mit den Fachrichtungen "Fahrweg" und "Lokführer und Transport". Diese Berufsausbildung soll verhindern, dass der Beruf des Lokomotivführers zu einem Anlernberuf degeneriert. Die GDL fordert, dass die Nachwuchssteuerung in den Eisenbahnverkehrsunternehmen grundsätzlich über diesen Weg erfolgt. Nach der Ausbildung ist es notwendig, dass der Lokomotivführer als Berufsanfänger für einen Zeitraum von rund sechs Monaten von erfahrenen Kollegen stärker betreut wird, auch um von dessen Berufserfahrung profitieren zu können.

Lokomotivführer brauchen berufliche Perspektiven

Lokomotivführer haben eine hohe Verantwortung für Reisende und Güter. Sie tragen entscheidend zur Kundenzufriedenheit bei. Lokomotivführer brauchen deshalb berufliche und finanzielle Perspektiven. Die GDL hat mit dem Abschluss des Lokomotivführertarifvertrags ein Entgeltsystem geschaffen, dass seiner Berufserfahrung Rechnung trägt.

Lokomotivführerschein zur einheitlichen Qualifizierung

Durch die Liberalisierung des Schienenverkehrs befahren mittlerweile mehr als 300 Unternehmen das Streckennetz der Bundesrepublik. Diese bilden zunehmend ebenfalls Lokomotivführer aus. Um eine einheitliche Ausbildung aller Lokomotivführer zu gewährleisten, sind Mindeststandards unerlässlich. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund, eine ausreichende Eisenbahnsicherheit zu gewährleisten. Um dies zu erreichen, hat die GDL bereits vor vielen Jahren einen einheitlichen Lokomotivführerschein gefordert. Er soll garantieren, dass zum Führen von Triebfahrzeugen und Lokomotiven Mindestnormen eingehalten werden müssen. Die GDL war mit ihrer Forderung bisher teilweise erfolgreich. In Deutschland wurde 2002 auf Druck der GDL die Triebfahrzeugführerscheinrichtlinie 753 eingeführt. Allerdings kritisiert die GDL nach wie vor, dass die Bestimmungen in dieser Richtlinie zwar von allen Eisenbahnverkehrsunternehmen angewendet werden, diese aber inhaltliche Abweichungen zulassen.

Die grundsätzlichen Bestimmungen lauten:

  • Die Erlaubnis zum Führen von Eisenbahnfahrzeugen wird für drei Klassen erteilt:
Klasse 1: Führen von Eisenbahnfahrzeugen als Rangierfahrten.
Klasse 2: Führen von Eisenbahnfahrzeugen bei besonderen Verhältnissen oder bei einfachen Betriebsverhältnissen in bestimmten Einsatzbereichen (zum Beispiel Teilnetze im Stadt-, Vorort- oder Regionalverkehr).
Klasse 3: Führen von Eisenbahnfahrzeugen in allen übrigen Fällen.
Die Ausbildung der Lokomotivführer im Streckendienst entspricht der Führerscheinklasse 3. Diese umfasst die Klassen 2 und 1, die Führerscheinklasse 2 umfasst die Klasse 1.
  • Die Erlaubnis gilt nur in Verbindung mit dem vom Eisenbahnbetriebsleiter bestätigten Nachweis der erforderlichen Fahrzeug- und Baureihenkenntnis und des Nachweises der Streckenkenntnis. Innerhalb der ersten sechs Monate nach erstmaliger Erteilung der Erlaubnis darf der Fahrzeugführer im Alleindienst nur auf den Strecken eingesetzt werden, für die er die er im Rahmen der Ausbildung Streckenkenntnisse erworben hat.
  • Die Fahrerlaubnis darf unter Beachtung der EBO nur erteilt werden, wenn der Bewerber folgendes Mindestalter erreicht hat: 18 Jahre für die Klassen 1 und 2 und 21 Jahre für die Klasse 3.
  • Ferner müssen die erforderlichen theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten für die selbstständige Führung und Bedienung von Eisenbahnfahrzeugen in einer Prüfung erfolgreich nachgewiesen werden. Dabei müssen die Bewerber geistig geeignet und körperlich tauglich sein und dürfen insbesondere keine Suchterkrankungen aufweisen.
  • Die Lokführerscheinbewerber dürfen auch nicht erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder Strafgesetze verstoßen haben. Selbstverständlich muss der Bewerber auch über Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift verfügen, damit er die geltenden Vorschriften verstehen und sicher ausführen kann.
  • Das Eisenbahnunternehmen muss sicherstellen, dass der Lokführer fortgebildet wird, um seinen Wissensstand zu erhalten und die neuen Vorgaben dazuzulernen. Zur Verlängerung der Geltungsdauer der Fahrerlaubnis muss der Eisenbahnfahrzeugführer seine theoretischen und praktischen Kenntnisse nachweisen, für die auch Fahr-Simulatoren genutzt werden können.
  • Der Eisenbahnbetriebsleiter kann die Fahrerlaubnis entziehen, wenn bei den regelmäßigen medizinischen Untersuchungen die erforderlichen Anforderungen (Tauglichkeit) nicht mehr nachgewiesen werden können. Wenn der Eisenbahnfahrzeugführer seit mindestens 18 Monaten nicht an Fortbildungen teilgenommen hat oder der Eisenbahnfahrzeugführer nicht mindestens 100 Fahrstunden pro Jahr in der jeweiligen Klasse nachgewiesen hat. Der Eisenbahnbetriebsleiter kann die Fahrerlaubnis außerdem entziehen, wenn der Eisenbahnfahrzeugführer wegen einer vorsätzlich begangenen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten verurteilt wurde, wegen einer fahrlässig begangenen Straftat verurteilt oder in sonstiger Weise erheblich oder wiederholt gegen die Sicherheit des Eisenbahnbetriebes verstoßen hat.
  • Dies gilt auch, wenn der Fahrzeugführer Eisenbahnfahrzeuge unter Alkoholeinfluss (Null-Promille-Grenze) oder anderer berauschender Mittel bewegt hat oder eine behördliche Stelle die für andere Bereiche ausgestellte Fahrerlaubnis (beispielsweise Kraftfahrzeugführerschein, Personenbeförderungsschein) aus diesen Gründen entzieht, verweigert oder nur mit Auflagen belässt oder erteilt, soweit diese Auflagen auf den Verdacht der Unzuverlässigkeit schließen lassen.
  • Wurde der Lokführerschein entzogen, kann er jedoch nach Prüfung des Sachverhalts durch den Eisenbahnbetriebsleiter wieder neu erteilt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Grund für die Entziehung entfallen ist und keine begründeten Zweifel an der Eignung und Zuverlässigkeit der Person bestehen. Für die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis gelten die Bestimmungen für die Ersterteilung. Die Aufsichtsbehörde muss darüber unterrichtet werden.

Zur weiteren Erhöhung der Betriebssicherheit im Eisenbahnverkehrsmarkt fordert die GDL die Erhöhung der Verbindlichkeit in der Aus- und Fortbildung der Lokomotivführer und die Einbindung von Simulatoren in die Aus- und Fortbildung um betriebliche Unregelmäßigkeiten trainieren zu können. Deshalb muss die Aus- und Fortbildung einheitlich und verbindlich für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen im Rahmen einer gesetzlichen Regelung durch die Schaffung einer Qualifizierungsverordnung normiert werden.

Zu den wesentlichen Forderungen der GDL gehören:

  • Die Qualifizierung von Eisenbahnfahrzeugführern (Ef) soll für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) durch zentrale Bildungseinrichtungen durchgeführt werden.
  • Die Eisenbahnfahrzeugführerausbildung darf nur hierfür zertifizierten und anerkannten Schulungseinrichtungen durchgeführt werden.
  • Einheitliche bundesweite Zugangsvoraussetzungen zum Berufsbild Eisenbahnfahrzeugführer.
  • Einheitlicher modularer Rahmenstoffplan für die Eisenbahnfahrzeugführerausbildung.
  • Prüfungsabnahme durch Eisenbahnbundesamt mit Übertragungsmöglichkeit auf unabhängige Stellen, vergleichbar TÜV oder DEKRA.
  • Einbeziehung von Simulatoren in die Aus- und Fortbildung von Eisenbahnfahrzeugführern

Wirklichkeitsgetreues und interaktives Training betrieblicher Situation zur Festigung der Handlungssicherheit.

  • Eisenbahnfahrzeugführerausbildung nach den Kriterien der Qualifizierungsverordnung oder in der europäischen Gemeinschaft vergleichbaren Standards muss netzzugangsrelevantes Kriterium sein.
  • Als Arbeitsgrundlage könnten die Bestimmungen der 2007/59/EG und der Teil E "Qualifizierung“ (§§ 81-86) des Lokomotivführertarifvertrags, abgeschlossen zwischen der GDL und dem Arbeitgeberverband der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister e.V., gültig für die Transportgeschäftsfelder des DB Konzerns dienen.
  • Das klare Ziel der Qualifizierungsverordnung muss darin bestehen, den Zielkonflikt zu beseitigen, in dem Eisenbahnbetriebsleiter als Angestellte von Eisenbahnverkehrsunternehmen stehen. Derzeit haben sie die Wettbewerbssituation und die wirtschaftlichen Interessen ihres Unternehmens und die ihnen als EBL obliegenden Aufgaben, insbesondere Festlegung der Rahmenstoffpläne zur Eisenbahnfahrzeugführerausbildung gleichzeitig zu verfolgen.

Zugbegleiterqualifizierung

Zugbegleiter werden zunehmend mit Beschäftigten in der Gastronomie verglichen, obwohl sie wichtige betriebliche und kundendienstliche Aufgaben an Bord der Züge verrichten. Die fachliche Qualifikation der Zugbegleiter bei der Betreuung der Kunden an Bord ist von entscheidender Bedeutung für den Unternehmenserfolg. Zudem bedingen sie als eine der beiden für den Wettbewerb signifikanten Berufsgruppen einen wesentlichen Teil der Personalkosten.

Die GDL fordert deshalb, dass die Qualifizierung und Fortbildung der Zugbegleiter ebenfalls im Flächentarifvertrag für Eisenbahnverkehrsunternehmen und damit als Marktzugangsvoraussetzung bundesweit einheitlich geregelt wird. Neben persönlichen Voraussetzungen, wie der Schulbildung und einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung, sollen die Bewerber für den Zugbegleitdienst kunden- und serviceorientiertes Verhalten, die deutsche und eine Fremdsprache sowie kaufmännische, mathematische und technische Grundkenntnisse sicher beherrschen. Darüber hinaus ist es notwendig, dass die Zugbegleiter einen Anspruch auf regelmäßige Fort- und Weiterbildung in den für ihren Beruf relevanten Themen erhalten. So sollen die jeweiligen Arbeitgeber sie auch bei freiwilligen Qualifizierungsmaßnahmen finanziell und bei der Arbeitszeitgestaltung unterstützen. Grundlage der Qualifizierung zum Zugbegleiter sollen die für den DB-Konzern geltenden Ausbildungsregeln sein, weil bei der DB rund 80 Prozent der sich im Eisenbahnmarkt befindlichen Zugbegleiter beschäftigt werden und sie eine angemessene Ausbildung erhalten.


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