GDL-Ortsgruppe Hamburg-Altona

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Ortsgruppe

Hamburg-Altona

Bezirk Nord

Offener Brief an die Leiterin des SC Hamburg Frau Dittrich

Telegramm - OG-Altona - 19.04.2017

Werte Frau Dittrich,
Wir, der Vorstand der GDL OG Hamburg Altona, haben ihre Einlassungen im Infoticker 04/2017 zur Kenntnis genommen und möchten uns hierzu in einem „offenen Brief“ an Sie wenden.

Werte Frau Dittrich,

Wir, der Vorstand der GDL OG Hamburg Altona, haben ihre Einlassungen im Infoticker 04/2017 zur Kenntnis genommen und möchten uns hierzu in einem „offenen Brief“ an Sie wenden.

Positiv lesen wir heraus, dass Sie mittlerweile erkannt haben, dass wir wieder einmal mehr vor den gleichen Problemen stehen. Mehr positives ist dann für uns leider nicht zu erkennen.
Sie heben den „riesigen Arbeitsaufwand für die Planung und Disposition“ hervor. Die Leistung dieser Kollegen anerkennen und wertschätzen wir sehr, was wir hier auch nochmals betonen wollen! Diese Aussage ist auch nicht der Grund für unsere Wortmeldung.

Der Grund liegt woanders und wir sind nicht mehr gewillt, hier weiterhin zu schweigen.
Sie fordern von uns Lokomotivführern wieder einmal mehr „Flexibilität und Kooperation“ und betonen, dass es „für die Bewältigung der Herausforderungen maßgeblich auf uns Lokführer“ ankommt! Alles wie in den Jahren zuvor!

Was sich auch nicht geändert hat, - es erfolgt kein Wort der Wertschätzung, des Dankes! - Leider!
Wieder einmal werden von unserem Arbeitgeber nur Erwartungen formuliert!

Dabei ist es doch das Fahrpersonal, zu dem wir gehören, welches unter diesen Bedingungen am meisten zu leiden hat. Und nicht nur wir persönlich, sondern im selben Maße auch unsere Familien und unser soziales Umfeld.

Wir sind es, die durch unsere „Flexibilität und Kooperation“ Einschränkungen hinnehmen müssen. Damit „der Laden“ noch irgendwie läuft, müssen wir mit kurzfristigen Dienständerungen / Verspätungen leben und versuchen dies mit unserem privaten Leben in Einklang zu bringen. Was wiederum auch ein Höchstmaß an Verständnis unserer Familien bedeutet.

Eine Anerkenntnis von ihrer Seite gab es in den letzten Jahren nicht und auch in ihrem diesjährigen Schreiben ist kein Hinweis darauf zu erkennen!
Hierbei sei auf den Tarifabschluss hingewiesen, in dem endlich eine verbindliche Planbarkeit der Arbeit und somit auch der Freizeit vereinbart wurde.
Und wo ist der Ausgleich für die permanente Mehrbelastung bei uns Lokomotivführer? Sind wir es nicht wert? Oder müssen Sie, nach den Worten von Herrn Weber „erst einmal prüfen, ob es eine Mehrbelastung überhaupt gibt“?

Es liegt an ihnen als Hamburger Arbeitgeber hier endlich einmal aktiv zu werden und ihren Dank und Wertschätzung in angemessener Form zu zeigen! Dass Sie diese Möglichkeiten haben, wissen wir. Man muss nur wollen.
Übertarifliche Anreize kommen derzeit in anderen Bereichen durchaus zur Anwendung.

Vielleicht fühlen sie sich auch für die Lokführer nicht Zuständig, sondern nur für Planung und Steuerung. Dann wäre es doch schön, wenn sie sich im Bewusstsein der kommenden Ereignisse mit den entsprechenden Führungskräften, wie Frau Gardeya zusammensetzen würden um hier ein wertschätzendes Ergebnis zu erreichen.

Die Lokführer sind in diesem Fall übrigens auch schon in „Vorkasse“ gegangen, da durch ihre Planungsvorgaben weniger von ihnen, in den Sommermonaten in Urlaub gehen können als in den Vorjahren und sie ihnen zudem im Sommer den Überstundenabbau an den Wochenenden verweigern, obwohl für diesen Zweck extra neue Kollegen eingestellt wurden.

Floskeln und immer wiederkehrende Textbausteine reichen an dieser Stelle keinesfalls mehr!

Und eine Anmerkung noch zum Schluss.
Wir Lokomotivführer sind stets bemüht, unsere Züge „sicher und pünktlich“ zum Zielbahnhof zu bringen! Scheinbar gibt es hier seit geraumer Zeit unterschiedliche Ansichten bezüglich der Prioritäten?

Der GDL-Ortsgruppen Vorstand Hamburg Altona


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